Essen und Trinken

Robin unterm Pantoffel Dîner à deux

Trocken Brot macht Wangen rot, sagt der Volksmund. So ganz kann das nicht stimmen, denn nur trockenes Brot zu essen, bedeutet schlicht und einfach Fehlernährung. Und das gibt noch lange keinen rosigen Teint. Und schließlich heißt es schon in der Bibel: "Der Mensch lebt nicht vom Brot allein." Das ist mir persönlich schon lieber.

Dennoch nimmt der Brotverbrauch in Deutschland kontinuierlich zu. 1989/90 betrug er noch etwa 80 Kilogramm im Jahr, derzeit hat er längst die 85 Kilo überschritten. Das bedeutet etwa, dass jeder Deutsche im Durchschnitt vier Scheiben Brot und ein Brötchen pro Tag futtert. Damit sind wir Europameister im Brotessen. Nur zwei Prozent der Bundesbürger sind keine "Brotesser".

Gründe für den steigenden Brotverbrauch sehen die Experten in der hierzulande angebotenen Vielfalt: In Deutschland gibt es rund 300 Brotsorten und 1200 Klein- und Feingebäcke aller Art.

Dennoch ist das Lieblingsbrot der Deutschen Roggenmisch; danach fragen 36 Prozent der Kunden. Beim Brötchen ist ebenfalls das "normale" Weizengebäck Favorit, egal ob es nun Schrippe, Semmel oder Rundstück heißt.

Die Ursprünge unseres Brotes finden wir schon vor etwa 10.000 Jahren, als der Mensch begann, systematisch Getreide zur eigenen Ernährung anzubauen. Wurde anfangs das gemahlene Getreide lediglich mit Wasser vermengt und als Brei gegessen, wurde dieser Brei später auf heißen Steinen oder in heißer Asche als Fladen gebacken. Mit der Erfindung des Backofens und der Nutzung von Hefepilzen zur Gärung nahm schon in der Antike das "industrielle" Brotbacken seinen Anfang. Die alten Ägypter kannten immerhin schon 30 verschiedene Brotsorten.

Brotstückchen, getaucht in allerlei süße oder pikante Sößchen, sich gegenseitig in den Mund zu stecken, war (und ist) am Nil Teil des Liebesspiels. Sollte das Dîner à deux nun eher dürftig ausfallen oder doch lieber üppig? Das hängt natürlich von den persönlichen Vorlieben ab, aber auch von den ortsüblichen Sitten und Gebräuchen. Ich habe irgendwo gelesen, dass in Ländern, in denen sich die Frauen die Salatblätter in den Mund zählen, die Liebe nicht so florieren soll wie dort, wo man ohne Rücksicht auf die Figur zulangt. Zwei Psychologen aus Chicago wollen zudem herausgefunden haben, dass füllige Frauen 11,8mal im Monat lieben, die Dünnen dagegen nur 8,6mal. Wer diese Studien in Auftrag gegeben hatte, entzieht sich allerdings meiner Kenntnis!

Dennoch: "Ein voller Bauch studiert nicht gern" - nicht einmal mehr die Geheimnisse des (oder der) Naheliegenden. Und so ist doch eher ein kleines "Zwischenspiel" anzuraten als eine schwere "Kampfmahlzeit". Schon Aristoteles riet zur Einfachheit in der erotischen Küche, denn die finale Befriedigung kommt nach Tisch.

Auf der Suche nach einem probaten Rezept bin ich mal wieder in der Verwandtschaft fündig geworden: Robin, derzeit noch Kochlehrling, hat einen ebenso einfachen wie leckeren "Brotsalat" kreiert. Seiner Nadin hat's geschmeckt. Was weiter geschah, gehört hier nicht hin. Ciabatta ins Deutsche übersetzt heißt übrigens Pantoffel:

Zutaten (für 2 Personen):
6 bis 8 Scheiben Ciabatta-Brot
2 frische reife Mangos (oder Feinfrost-Mangowürfel)
4 Räucherforellen-Filets
Olivenöl
bei Bedarf etwas Salz und Pfeffer aus der Mühle

Zubereitung:
Die Brotscheiben (mit Rinde) würfeln und in Olivenöl goldbraun und knusprig rösten. Die Mangos würfeln, ebenso die Forellenfilets. Sämtliche Würfel gut vermischen und durchziehen lassen. Bei Bedarf noch salzen und pfeffern, ist aber meistens (in Abhängigkeit von den Forellenfilets) nicht nötig. Robin empfiehlt übrigens, lieber tiefgefrorene Mangowürfel zu kaufen und diese aufzutauen als sich mit halbreifen Mangos herumzuplagen, die wenig Aroma haben.

Viel Spaß zu Zweit wünscht Heidi Driesner. Für eine "Familien-Orgie" die Menge ganz einfach vergrößern!

Quelle: ntv.de