Essen und Trinken

Viel besser als warme Gedanken Gut gegen Gänsehaut

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Die üppige "Deutsche Apfelkönigin" des Künstlers Peter Lenk steht auf einer Streuobstwiese und guckt sinnend in die Landschaft von Etzleswenden.

(Foto: picture-alliance/ dpa/dpaweb)

Der Sommer war zu warm, behaupten die Meteorologen, aber für sie ist der Sommer ja ohnehin vorbei. Meteorologisch gesehen. Praktisch gesehen hätte ich gern noch ein Stückchen Sommer mehr, das Gänsehautwetter ist viel zu schnell über mich hereingebrochen.

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Die Altländer Blumenkönigin Rebecca Rieper verteilz auf dem Potsdamer Platz in Berlin Äpfel.

(Foto: picture alliance / dpa)

Sie kennen sicher auch den blöden Spruch über die warmen Gedanken, die man sich im Fröstel-Falle machen sollte. Bei mir jedenfalls stellen sich weder warme Gedanken noch warme Füße ein, wenn mich so ein Regenguss ohne Schirm (wie meistens) erwischt. Laut Meteorologen war dieser Sommer nämlich auch zu nass. Leider konzentrierte sich die Nässe auf den August - und hat sich immer noch nicht so richtig davongemacht; jedenfalls im Berliner Raum.

Auch das Frühjahr war nicht gerade das, was man sich  unter einem wonnigen Lenz vorstellt - viel zu kühl und zu nass. Dieses ungemütliche Frühjahr fällt uns nun im Herbst erneut auf die nassen Füße - die Apfel- und Birnenernte droht nämlich so schlecht auszufallen wie seit langem nicht mehr. Laut Agrarmarktinformationsgesellschaft (AMI) wird bei Äpfeln die Ernte so gering ausfallen wie nur einmal zuvor in den vergangenen 15 Jahren. Bei Birnen wird sogar das kleinste Volumen der vergangenen 20 Jahre erwartet.

Dazu kommt, dass 2009 ein sehr gutes Apfeljahr war - und Apfelbäume tragen nach einem guten Erntejahr grundsätzlich weniger Früchte. Besonders stark soll der Ausfall bei den Sorten Jonagold, Jonagored und Elstar sein - alles Sorten, die auf dem deutschen Markt besonders gefragt sind. Auch Polen befürchtet eine schlechte Apfelernte, was nicht gut ist für die Safttrinker, denn Polen ist einer der wichtigsten Produzenten von Äpfeln, die gemostet werden.

In der EU werden in diesem Jahr laut AMI voraussichtlich 9,8 Millionen Tonen Äpfel geerntet, bei Birnen 2,16 Millionen Tonnen.

Die AMI geht davon aus, dass sich durch die Ernte-Einbrüche vermutlich die Obstpreise in die entgegengesetzte Richtung entwickeln. AMI-Obst-Experte Hans-Christian Behr erwartet in diesem Jahr “Spitzenpreise” bei Birnen. Auch bei Äpfeln dürften die Preise zum Winter hin stärker als üblich ansteigen.

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Wer kann bei diesen Bäckchen schon widerstehen?

(Foto: © bbroianigo / PIXELIO)

Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt übrigens, täglich 650 Gramm Obst und Gemüse zu verzehren. Wir sind weit davon entfernt: Jeder Deutsche isst im Durchschnitt nur etwas mehr als die Hälfte davon (360 Gramm). Seien Sie also kein Obstmuffel und tigern Sie mal zum Äpfel-Regal im Supermarkt. Noch sind die Preise nicht gestiegen - und für einen wohlschmeckenden “Honig-Apfelkuchen”, der die Seele wärmt (und die Tasse Kaffee dazu die Hände), brauchen Sie nur ein paar Äpfelchen:

Zutaten (½ großes Blech oder Springform):

250 g Weizenmehl
100 g gemahlene Mandeln
100 g gemahlene Haselnüsse
250 g Butter
150 g Zucker
2 Eier
3 EL ungeschlagene Sahne
200 g Sauerrahm
5 - 6 Äpfel (Elstar, Jonagold oder Boskoop)
40 g Bienenhonig
40 cl Calvados
Backpapier

Zubereitung:

Beide Eier trennen. Mehl sieben und mit den gemahlenen Mandeln, 100 g Zucker, 200 g weicher Butter, 1 Eigelb und 3 EL Schlagsahne zu einem glatten Teig verkneten. Geht am besten mit den Händen. In Frischhaltefolie wickeln und mindestens eine halbe Stunde im Kühlschrank ruhen lassen.

Die Äpfel schälen, entkernen und in Scheiben schneiden. Ofen auf 180 Grad vorheizen.

Das zweite Eigelb und die gemahlenen Haselnüsse unter den Sauerrahm rühren. Beide Eiweiße mit 50 g Zucker steif schlagen und unter die Sauerrahmmischung heben.

Ein kleines Blech oder eine Springform mit Backpapier belegen. Dann den Teig auf dem Boden verteilen und einen kleinen Rand andrücken. Die Rahmmischung auf dem Teigboden verteilen und darauf schuppenartig die Apfelscheiben legen.

In dem vorgeheizten Ofen bei 180 Grad etwa 40 Minuten backen.

50 g Butter schmelzen und 40 g Bienenhonig darin auflösen. Nach 40 Minuten Backzeit den Calvados auf die Äpfel träufeln und die Honig-Butter-Mischung auf die Apfelschicht streichen. Noch 10 Minuten bräunen lassen.

Tipp: Am besten schmeckt der Kuchen am nächsten Tag!

Viel Erfolg wünscht Ihnen Heidi Driesner.

Quelle: ntv.de