Essen und Trinken

Es ist an der Zeit Hol Dir den Kick!

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"Bär"-Lauch deutet auf die gewaltigen Kräfte des Bären hin, die auch der Mensch nach dem Verzehr erlangen könnte - glaubten jedenfalls die alten Germanen.

(Foto: Hansjörg-Schulthess/pixelio.de)

Für den ultimativen Kick braucht man nicht viel. Kein Bungee-Seil, kein Wolkenkratzer, keine Steilwand zum Klettern, kein Wildwasser und keinen Fallschirm. Ein Messer oder eine Schere wäre nicht schlecht. Manchmal genügt auch der Supermarkt an der Ecke.

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In den Auwäldern bedeckt jetzt teppichgleich der Bärlauch die nährstoffreichen Böden.

(Foto: Sabine-Weiße/pixelio.de)

Was die armen Harzer Bergleute und Köhler der vergangenen Jahrhunderte im Frühjahr täglich zu schätzen wussten, hat heutzutage erst durch die Gourmetküche Eingang in normale Haushalte gefunden. Bärlauch gab’s nämlich schon immer, die alten Germanen und Römer wussten "das Kraut des Bären” wohl zu schätzen, denn es brachte als eines der ersten wildwachsenden Kräuter nach der Winterszeit den notwendigen Kick: Bärlauch stärkt Kreislauf und Immunsystem. Hildegard von Bingen lobte den Bärlauch als Heilpflanze, denn er reinigt Magen, Darm, Leber, Niere, Galle und das Blut und wirkt blutdruckausgleichend.

Über die Jahrhunderte geriet der Bärlauch in Vergessenheit, nur bei armen Tagelöhnern im Harz nicht. Dort ist das Klima rau und die Böden karg - freiwillig wächst da nicht viel, und die Waldbewohner konnten nicht wählerisch sein. Gehackter Harzer Käse, mit Eigelb und etwas Sahne gebunden und mit viel geschnittenem Bärlauch gewürzt wurde zum Festmahl.

Aus der Top-Gastronomie in den heimischen Topf

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Bärlauch verleiht Flüüügel!

(Foto: Rike/Pixelio.de)

Im 21. Jahrhundert nun, in dem Sterneköche immer nach dem Ungewöhnlichen suchen, um die Konkurrenz auszustechen, werden die teuersten Exoten langsam zum Ladenhüter - und das fein nach Knoblauch schmeckende einheimische Wald- und Wiesenkraut zur Sensation. Aus der Top-Gastronomie war es dann nur ein kleiner Schritt bis zur Hausmannsküche.

Wer Schnittlauch-Butterbrote mag, sollte es mal mit frischem geschnittenen Bärlauch probieren. Für die Bärlauch-lose Zeit kann man sich ein Pesto bereiten. Auch Einfrieren geht, nur vom Trocknen sollte man Abstand nehmen. Getrockneter Bärlauch hat zwar noch etwas von seinem Geschmack, aber die Inhaltsstoffe sind verloren.

Frischen Bärlauch bekommen Sie jetzt im Frühjahr gebündelt fast in jedem gut sortierten Supermarkt. Große Champignon-Köpfe zum Füllen auch und den Rest der Zutaten schlummert vermutlich schon in Ihrem Kühlschrank - versuchen Sie es deshalb mal mit "Champignon-Bärlauch-Spießen":

Zutaten (4 Personen):

16 große Champignons
1 Handvoll frischen Bärlauch
2 EL gehackte Küchenkräuter (Petersilie, Schnittlauch)
400 g Frischkäse
8 Scheiben Bacon
4 EL Olivenöl
Salz, frischer gemahlener schwarzer Pfeffer
Holzspieße

Zubereitung:

Holzspieße wässern. Bärlauch waschen, trocken schütteln und hacken. Ebenso Petersilie und Schnittlauch. Aus den geputzten Pilzen die Stiele herausdrehen und ebenfalls hacken. Alle Kräuter, die gehackten Pilzstiele und den Frischkäse vermengen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

8 Champignonköpfe mit dem Schinken umwickeln, die anderen mit der Kräuterpaste füllen. Abwechselnd auf die Holzspieße stecken, mit Olivenöl bepinseln, nochmals etwas salzen und pfeffern und dann grillen oder in der Pfanne braten.

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Schön anzusehen - aber mit der Blüte verliert der Bärlauch an Aroma.

(Foto: Helmut-J.-Salzer/pixelio.de)

Viel Spaß beim Spaziergang durch den Wald oder den Supermarkt wünscht Ihnen Heidi Driesner.

Quelle: n-tv.de

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