Essen und Trinken

Ohne Risiken und Nebenwirkungen Iss Öl und komm in der Nacht

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Erst nach Jahren des Wachstums kann von einem Olivenbaum geerntet werden.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Den "Baum der Erkenntnis" kennt ja nun jeder. Auch die Menschen, die mit Eden nichts am Hut haben. Die einen naschen davon, die anderen lassen es lieber … Denn seit Adam und Eva wissen wir, dass die "Nascherei" nicht ohne Risiken und Nebenwirkungen ist.

Ganz ohne Risiken und Nebenwirkungen ist der "Baum der Gesundheit". Im Gegenteil: Der Olivenbaum, er ist es nämlich, der so genannt wird, schenkt uns eines der wunderbarsten Elixiere für Leib und Seele.

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Ölbaumzweige spielen bei diversen Zeremonien in Griechenland noch heute eine große Rolle.

(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Der Ölbaum begleitet die Menschheit seit Jahrhunderten auf ihrem Weg. Göttervater Zeus höchstpersönlich soll die attische Halbinsel für das originellste und zugleich nützlichste Geschenk geboten haben. Den Wettstreit unter den Göttinnen und Göttern gewann Athene gegen Meersgott Poseidon. Die Göttin der Weisheit brachte als Geschenk den Olivenbaum, Symbol für Frieden und Wohlstand. Sie gab der Stadt Athen ihren Namen und der wertvolle Baum wurde an den heiligen Hängen der Akropolis angepflanzt. Die Kreter behaupten dagegen, Athene wurde auf Kreta geboren und sie schenkte den wertvollen Baum natürlich den Kretern.

Aus dem Streit wollen wir uns lieber heraushalten, schließlich ist der Ölbaum noch heute das Symbol von Friedfertigkeit - und der Olivenbaumzweig als Logo der Vereinten Nationen bestens bekannt.

Vermutet wird, dass schon 6000 v. Chr. Oliven angebaut wurden und bei Griechen, Römern und Ägyptern für Ernährung, Schönheit und Handel eine große Rolle spielten. Eingelegte Oliven wurden den Pharaonen in ihren Gräbern für das Leben nach dem Tod mitgegeben. Auch in Pompeij fanden die Archäologen die Überreste von Olivenölkrügen. Und wenn Sie heute in ihrer Lieblingspizzeria die Oliven aufspießen, denken Sie mal an die antiken Römer: Die aßen eingelegte Oliven am liebsten als Vorspeise. Und das im doppelten Wortsinne, denn natürlich galten die Früchte des göttlichen Baumes als Aphrodisiakum!

Die Kreter stehen dem übrigens nicht nach, auch dort galt (und gilt wohl immer noch) nicht erhitztes Olivenöl als das am besten wirkende Potenzmittel: "Iss Öl und komm in der Nacht, iss Butter - und schlaff wie Trockenholz…" Na, wenn das keine Warnung ist!

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Uralte Olivenbäume auf Kreta.

(Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb)

Allein auf Kreta wachsen mehr als 35 Millionen Olivenbäume; jede Familie verbraucht durchschnittlich 300 Liter Olivenöl im Jahr. Das "Wunder der kretischen Ernährung" wird in wissenschaftlichen Studien erforscht, denn Krebs und Herzkranzgefäßleiden sind dort keine "Volkskrankheiten". Dabei isst der Kreter jede Menge Fett - fast dreimal sowie wie Amerikaner. Und die haben ja bekanntermaßen ihren Kummer mit der übergewichtigen Bevölkerung. Der Unterschied: Der Kreter nimmt kaum tierische Fette zu sich, nur reines Olivenöl - und das in großen Mengen und fast nur roh auf Salaten oder zu doppelt gebackenem Brot. Der Kreter ist zutiefst davon überzeugt davon, dass es kaum eine Krankheit gibt, die mit Olivenöl nicht geheilt werden kann. So senken nach Angaben der Deutschen Herzstiftung reichlich Olivenöl, viel Gemüse und regelmäßige Fischmahlzeiten das Risiko vom Herzkrankheiten deutlich. "Auf Kreta gibt es die geringste Sterblichkeit an Herzinfarkten und zugleich den höchsten Verbrauch an Olivenöl in Europa", so der Stiftungsvorsitzende Prof. Hans-Jürgen Becker.

Grund für den gesundheitlichen Wert des Olivenöls ist laut Prof. Becker dessen "optimale Zusammensetzung" aus vielen mehrfach ungesättigten und wenig gesättigten Fettsäuren. "Die ungesättigten Fettsäuren lassen sich gut verstoffwechseln, das Fett lagert sich nicht an der Gefäßwand ab."

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Berühmte Kleopatra der Filmgeschichte: Liz Taylor 1963 in "Cleopatra".

(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Äußerlich angewendet macht Olivenöl die Haut streichelzart und glatt, mildert Fältchen. Olivenölhaltige Salben helfen bei rissiger Haut, Wunden, Verbrennungen, Insektensticken und Juckreiz . Auch das wussten schon die Alten, denn bereits in der Antike wurde aus Olivenöl auch Seife hergestellt, und die Masseure benutzten Olivenöl. Die schöne Kleopatra setzte ihrem Badewasser unter anderem auch Olivenöl zu.

Da es hier aber um die "inneren Werte" geht, kehren wir in die Küche zurück und zaubern ein "Olivenhähnchen". Kaufen Sie ein paar Oliven mehr und genießen Sie sie als "Vorspeise" - ohne Risiken und Nebenwirkung, vielleicht aber mit ein paar Nachwirkungen ...

Zutaten (4 Personen):

1 großes Brathähnchen
Olivenöl
2 Bio-Zitronen (unbehandelt), geachtelt
Salz

Marinade:
2 Knoblauchzehen
1 bis 2 Chilischoten
4 EL Olivenöl
Saft von 1 Zitrone

Olivenpaste:
80 g eingelegte grüne Oliven ohne Stein
1 mittelgroße Zwiebel
2 EL Olivenöl
2 EL weiche Butter
Salz, Pfeffer aus der Mühle

Zubereitung:

Das küchenfertige Hähnchen vierteln, waschen und trockentupfen. Knoblauchzehen schälen und halbieren. Die Chilis entstielen und entkernen und fein hacken. Alle Zutaten für die Marinade in einer großen Schüssel gut mischen und darin die Hähnchenteile 2 bis 3 Stunden marinieren, dabei einmal wenden. Herausnehmen und abtropfen lassen. Die Fleischteile nur leicht salzen.

 

Für die Paste die geschälte Zwiebel sehr fein hacken. Den Knoblauch aus der Marinade nehmen und ebenso wie die Oliven sehr fein hacken. Mit Butter, Olivenöl, Salz und frisch gemahlenem Pfeffer zu einer Paste rühren.

Eine Pfanne oder Auflaufform mit Olivenöl fetten und die Hähnchenteile mit der Hautseite nach unten hineinlegen. In den auf 220 Grad vorgeheizten Ofen schieben. Auf der mittleren Schiene etwa 20 bis 30 Minuten braten. In dieser Zeit das Fleisch immer wieder mit dem Bratenfett und der Marinade aus der Schüssel bestreichen.

Dann die Fleischteile wenden und mit der Haut nach oben nochmals eine Viertelstunde garen.

Danach das Fleisch auf der Hautseite mit der Paste bestreichen und 5 bis 10 Minuten übergrillen, bis es knusprig ist. Auf einer angewärmten Platte mit Zitronenachteln (und vielleicht noch extra ein paar Oliven…) sowie mit frischem Weißbrot und einem leckeren Weißwein zu Tisch bringen. Ganz im Sinne Catos, der zur gesunden Ernährung Brot, Wein, Salz und Oliven empfahl. Ich nehme halt noch ein wenig Geflügel dazu …

In diesem Sinne - Guten Appetit wünscht Heidi Driesner.

Quelle: ntv.de