Essen und Trinken

Wolframs Versuchung Jag tycker om Sverige

Mein Kollege Wolfram isst gerne leckere Sachen, nur kochen kann er nicht. Das macht Regina, seine Frau. Aber Wolfram lernt Schwedisch! Einmal in der Woche geht er nach der Arbeit zu einem Schwedisch-Kurs bei Carina, damit er im nächsten Schweden-Urlaub "Janssons frestelse", natürlich perfekt ausgesprochen, bestellen kann. Aus seinem Schwedisch-Lehrbuch hat er für Regina ("Ich rede schon seit Wochen, dass sie das endlich mal kocht!") ein Rezept übersetzt. Dieser Auflauf lässt offenbar nicht nur schwedische Männer schwach werden …

Da ich immer auf der Suche nach Rezept-Ideen bin, hat er mir seinen Zettel für unsere Koch-Rubrik zur Verfügung gestellt. Ziemlich überrascht hat der liebe Wolfram geguckt, als ich ihm diverse Internet-Seiten mit Übersetzungen von "Janssons frestelse" präsentierte. Sogar auf Wikipedia findet sich "Janssons Versuchung", gepriesen als "ein in ganz Schweden bekannter und beliebter Auflauf". "Da hätte ich mir die Übersetzung ja sparen können", war des Kollegen Kommentar, "aber nicht so schlimm, hab' ich wenigstens noch was gelernt." Guter Wolfram!

Nach schwedischen Angaben soll der Auflauf mit dem einfachen Rezept, aber vielversprechenden Namen nach Pelle Janzon benannt worden sein, einem schwedischen Opernsänger. Auch Per Adolf Janzon (1844 - 1889), Bass und Gourmet, war gutem Essen zugetan. Das Rezept wurde jedenfalls erstmals im Jahre 1940 veröffentlicht. Danach soll der Auflauf in kurzer Zeit zu einem Klassiker auf dem schwedischen Weihnachtsbüfett avanciert sein. Sie können sich "Janssons Versuchung" getrost schon vor Weihnachten schmecken lassen:

Zutaten:
1 Büchse Anchovisfilets (ca. 20 Stück)
1 kg Kartoffeln
2 gelbe Zwiebeln
3 dl Sahne oder Milch (300 ml)
2 EL Margarine oder Butter

Zubereitung:
Den Ofen auf 225 Grad vorheizen. Kartoffeln schälen und in Streifen schneiden (ähnlich wie für Fritten). Zwiebel pellen, in Stücke schneiden und in etwas Butter braten.

Eine Auflaufform einfetten und die Kartoffelstifte, Anchovis und Zwiebeln schichten. Die letzte Schicht sollte aus Kartoffeln bestehen.

Danach über die Hälfte der Sahne darüber gießen, einige Butterflöckchen aufsetzen und die Form in den Ofen schieben. 45 Minuten bei 225 Grad backen. Danach den Rest der Sahne darüber geben und nochmals etwa 15 Minuten backen lassen.

Dazu schmeckt am besten ein frischer Salat.

Soweit Wolframs Lehrbuch-Rezept. Noch ein paar Tipps von mir: Nehmen Sie lieber etwas mehr Butter und fetten Sie die Auflaufform gut ein, damit sich das Gratin gut löst. Empfehlenswert ist es auch, mit einer Schicht Kartoffeln zu beginnen. Salz können Sie sich sparen, die Würze kommt von den Anchovis. Wer mag, kann noch etwas weißen Pfeffer auf die Kartoffelschichten mahlen.

Und bevor mein Freund Charly wieder anruft und mich wie bei Andreas Kürbissüppchen fragt, ob das ein "echter" Kollege oder eine fiktive Person ist - hier meine Antwort: Bei uns ist alles ECHT! Viel Spaß wünscht allen Schweden-Fans und solchen, die es werden wollen, Heidi Driesner.

Quelle: ntv.de