Essen und Trinken

Heißes Früchtchen Macht Appetit auf mehr

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Der Stein des Anstoßes: Antonio Canova modellierte Pauline in Marmor.

(Foto: Wikipedia)

Sie gilt als schönste Frau ihrer Zeit: Pauline Bonaparte. Politische Bedeutung hat sie keine, wohl aber jede Menge Skandale ausgelöst; mitunter laufen mehrere Affären gleichzeitig. Die Menge ihrer Liebhaber kann mit der Zahl der Mätressen ihres berühmten Bruders konkurrieren.

Die Beeren sind los! Das ist kein Tippfehler, sondern die pure Wahrheit. Den Anfang machten längst die Erdbeeren, doch mit dem Juli erwarten wir die ganze Beerenvielfalt. Dann haben die kleinsten und feinsten Sommer-Früchte Saison: Schwarze, weiße und rote Johannisbeeren, die zarten, doch überaus aromatischen Himbeeren, später im August dann Blaubeeren, die die Zunge färben, und die oft verkannten, aber sehr gesunden Brombeeren.

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Pauline Bonaparte auf einem Gemälde von Robert Lefevre (1755-1830).

(Foto: Wikipedia)

Jetzt aber sind erst einmal die Himbeeren an der Reihe. Sie gelten wie die Erdbeeren als "sinnliche" Früchtchen, allein schon die Form der Himbeere soll die männliche Phantasie beflügeln (so sagt man...) Sie sind reich an Provitamin A, Vitamin B und C, Spurenelementen und sekundären Pflanzeninhaltsstoffen. Sie stimulieren die körpereigenen Abwehrmechanismen, unterstützen das Immunsystem und regen den Stoffwechsel an. Ihnen werden antibiotische, appetitanregende, entwässernde und abführende Wirkung nachgesagt. Apropos appetitanregend: Kenner behaupten, Vitamin B steigere den sexuellen Appetit …

Vermutlich hat das Pauline Bonaparte durch zahlreiche Versuche am lebenden Objekt herausgefunden. Denn keine Geringere als die Lieblingsschwester von Napoleon Bonaparte hielt Himbeeren für die ideale Ergänzung zum Champagner - sollten die Rituale des Liebeswerbens Erfolg haben. Pauline Bonaparte kannte sich aus, sie war nicht nur schön, sondern auch frivol, die Zahl ihrer Liebhaber musste sich hinter der Zahl der Mätressen ihres Bruders nicht verstecken! Mitunter soll sie mehrere Affären gleichzeitig gehabt haben. So richtig skandalös wurde es aber erst, als Pauline dem Künstler Canova unbekleidet Modell saß, als Venus … Ob da Himbeeren im Spiel waren, blieb unbekannt.

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Frisch vom Strauch - es gibt nichts Köstlicheres!

(Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb)

Botanisch gesehen sind Himbeeren gar keine Beeren, aber wer will das schon so genau wissen, Hauptsache, sie schmecken - und das nicht nur Paarungsinteressierten. Sie schmecken nach Sommer, Sonne, Kindheit und Waldspaziergängen. Man bekommt sie natürlich auch in Geschäften und auf Märkten zu kaufen, doch am besten schmecken sie frisch gepflückt vom Strauch, sei es im Garten oder an Wald- und Wiesenrändern. Wer schwärmt nicht von heißen Himbeeren auf Vanilleeis oder von gut gekühlten auf einer Obsttorte?

Sollten Sie zwar eine gewisse Einladung ausgesprochen, aber gerade mal keinen Schampus wie Pauline zur Hand haben, versuchen Sie doch, die süße Verführung anders an den Mann/die Frau zu bringen - als "Himbeer-Salat mit Entenbrust” (Vegetarier lassen die Entenbrust einfach weg.):

Zutaten (2 - 4 Personen):

2 rote spitze Paprikaschoten
200 g frische Himbeeren
400 g geräucherte Entenbrust, recht dünn geschnitten
1 Bd Rucola
4 El Olivenöl
2 EL alten Balsamico
Meersalz und Pfeffer aus der Mühle

Zubereitung:

Die Schoten, es sollten recht dickfleischige sein, waschen, Stielansatz herausschneiden, Dann mit einem Teelöffel Kerne und weiße Innenhäute herausschaben. Auf dem Backblech im Herd unter dem Grill (oder unter einem Elektrogrill, kein Kontaktgrill) garen, bis die Haut dunkle Blasen wirft. Wenden, mit der unteren Seite ebenso verfahren. In einen Topf legen, Deckel drauf und etwas abkühlen lassen. In dem Topf schwitzen die Paprika, so dass sich die Haut viel leichter abziehen lässt. Die abgezogenen Schoten halbieren und in feine Streifen schneiden.

Rucola gut waschen, trocken schütteln und die harten Stielenden entfernen. Himbeeren ganz kurz abspülen, verlesen und auf Küchenpapier trocknen lassen.

Olivenöl, Essig, Salz und Pfeffer zu einer Vinaigrette verrühren. Rucola und Paprikastreifen auf den Tellern verteilen und mit der Vinaigrette beträufeln. Darauf die Himbeeren platzieren und mit den dünnen Entenbrustscheiben belegen.

Tipp: Statt Entenbrust kann man auch dünne Streifen von kurz gebratenem Hähnchenfilet verwenden (nach dem Braten bitte etwas mit Salz und Pfeffer würzen).

Die Salatmenge reicht für 4 Personen oder für ein ausgehungertes Pärchen…

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Süß und sinnlich - Himbeeren.

(Foto: BirgitH/pixelio.de)

Viel Spaß wünscht Heidi Driesner.

Quelle: ntv.de