Essen und Trinken

Mit der Lizenz zum Vernaschen Manche Buben haben’s einfach drauf

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Die "gemütlichen Typen mit Bäuchchen" haben heute auf dem Partner-Suchmarkt kaum noch Chancen. Sagt der Soziologe Prof. Dr. Dirk Kaesler.

(Foto: picture-alliance / dpa)

Wir Frauen wollen richtige Kerle - oder? Unser Traummann ist aber beileibe kein Macho - nur ein bisschen. Auch ein Weichei sollte er nicht sein - nur ein bisschen. Ergo: Die Mischung macht’s. Damit die gelingt, muss frau schon selbst Hand anlegen. Das Do-it-yourself-Prinzip garantiert die Erfüllung der geheimsten Wünsche.

Findige Firmen haben längst die Marktlücke entdeckt, die Frauenwünsche in sich bergen. Für knapp 20 Euro ist er zu haben, der Traummann zum Selberbacken. Das Angebot reicht vom einfachen, mit dem Nudelholz platt zu rollenden Männeken (Flachmann sozusagen) bis zum Luxus-Set mit Rezept und strammem Sixpack-Förmchen. Antihaftbeschichtet, versteht sich. Mit dem Kauf erwirbt die holde Bäckerin selbstverständlich auch die Lizenz zum Tö…, sorry, falscher Text, zum Vernaschen.

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Und schwupps, da ward er ein Mäuserich ...

(Foto: by-sassi_pixelio.de)

Diese Art der Manngewinnung ist jedenfalls vielversprechender, als ewig auf den Prinzen auf weißem Ross zu warten oder ständig glitschige Frösche zu knutschen. Das Vorkommen Ersterer ist äußerst gering (gemeint ist der Prinz, Rösser gibt’s mehr), Letztere sind nicht jederfraus Sache und im Winter sowieso nicht mehr vorrätig. Der Vorteil von Do-it-yourself liegt auf der Hand: Frau bestimmt Zeitpunkt und Menge (jede Menge!), gibt sich mit Wiederholungen zufrieden oder wechselt das Modell. Alles ganz einfach, ohne den Arzt oder Apotheker zu fragen und später vor allem ohne Anwalt.

Wohlbefinden im Advent

Evolutionsbiologen meinen ja ohnehin, Monogamie liege nicht in der Natur des Menschen. Geprägt durch gesellschaftliche Normen allerdings gingen Menschen Kompromisse ein. Der Wissenschaftler David Barash von der Universität Wisconsin spricht von einer “seriellen Monogamie”: Mann und Frau bleiben zumindest so lange zusammen, bis der Nachwuchs aus dem Gröbsten heraus ist. Insbesondere Männer sehen sich anschließend häufig nach einer neuen Partnerin um - meist nach einer jüngeren - und starten die nächste Serie. Doch gebe es gewisse biologische Mechanismen, die die Treue fördern, meint Barash. So stärken Liebeshormone das Zusammengehörigkeitsgefühl und das Wohlbefinden in Paarbeziehungen.

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So sehen echte Spitzbuben aus.

(Foto: Joujou_pixelio.de)

Die am Wochenende mit Macht über uns hereinbrechende Adventszeit bietet wieder einen schönen Anlass, längst vergessene Liebesrituale zwecks Steigerung des Wohlbefindens aufleben zu lassen: Plätzchenbacken. Sind Sie gerade am Serienende einer Monogamie angelangt oder Sie haben noch keinen gefunden, mit dem es sich lohnt eine einzugehen, greifen Sie zum bereits erwähnten "Traummann-Set" zum Selberbacken - der Versandhandel macht’s möglich! Denn was soll man als Single mit einem Kilo Zimtsterne? So ein süßer,  samtiger Mandelmürbteig-Muskelmann allerdings ist schon etwas anderes …

Eine spitzbübische Idee

Auch Frauen in Paarbeziehungen müssen nicht unbedingt auf das langweilige Einerlei der üblichen Ausstechformen zurückgreifen. Gebackene Sixpacks neben der Kaffeetasse dürften den Gatten jedoch möglicherweise zu völlig überflüssigen Fragen provozieren. Aber wozu gibt’s Spitzbuben? Gemeint sind natürlich nicht Kleinkriminelle, die uns die Handtasche klauen, sondern das Kleingebäck gleichen Namens. Spitzbuben sind lecker, zart und zergehen auf der Zunge. Ihre Form ist unverfänglich, ihre dunkle Seele schimmert nur ein wenig durch - und so können Sie nach Herzenslust schlemmen und Ihren geheimsten Gedanken nachhängen.

Die Herstellung des Teigs ist eine recht klebrige Angelegenheit (ich war allein in der Küche und konnte nach Herzenslust fluchen), aber der Aufwand für solcherart "Spitzbuben" lohnt sich:

Zutaten:

200 g Mehl
200 g weiche Butter
100 g Puderzucker
100 g gemahlene Mandeln
1 Pä Vanillezucker
2 Eigelb
1 Prise Salz
Gelee aus schwarzen Johannisbeeren
2-3 EL dunkler Rum (hochprozentig)
Puderzucker zum Bestäuben

Zubereitung:

Butter in einer Rührschüssel mit den Quirlen des Handrührgeräts verrühren, Puderzucker, Salz, Vanillezucker und Eigelbe zugeben und die Masse cremig rühren. Dann mit den Knethaken Mandeln und Mehl rasch unterkneten. Versuchen Sie nicht, mit den Händen zu kneten - der Teig ist äußerst klebrig und Sie drücken völlig genervt die Bestandteile des künftigen Spitzbuben vorschnell in die Tonne.

Den fertigen Teig in Frischhaltefolie wickeln und mindestens 1 Stunde im Kühlschrank durchkühlen. Den Backofen auf ca. 180 Grad vorheizen. Backblech mit Backpapier belegen.

Den Teig in 3 Portionen teilen und 2 wieder in den Kühlschrank legen. Die Teigkugel auf einer gut bemehlten Arbeitsfläche oder zwischen 2 Lagen Backpapier oder zwischen aufgeschnittenen Gefrierbeuteln etwa 3 mm dick ausrollen. Runde Plätzchen gleicher Größe (4 bis 5 cm Durchmesser) ausstechen, aus der Hälfte der Plätzchen nochmals in der Mitte kleine Kreise, Sterne oder Herzen ausstechen oder drei runde Löchlein ausstechen (Fingerhutgröße).

Aufs Blech legen und 8 bis 10 Minuten backen. Mit dem Papier vom Blech ziehen und auskühlen lassen. Mit den beiden anderen Teigportionen ebenso verfahren. Die ausgestochenen kleinen Sterne usw. mitbacken.

Die Plätzchen mit der ausgestochenen Mitte dick mit Puderzucker bestäuben. Das Gelee mit dem Rum verrühren und die ungelochten Plätzchen damit bestreichen. Auf jedes Gelee-Plätzchen ein bestäubtes setzen.

Die kleinen (ausgestochenen) Plätzchen pur lassen oder nach Gusto verzieren.

Tipp: Auch Kirsch-, Himbeer-, Quitten-, Orangen- oder Aprikosengelee kann verwendet werden. Anstelle von Rum eignet sich auch Himbeergeist oder Kirschwasser. Vorsicht beim Backen: Die Plätzchen verbrennen sehr leicht! Sie sollten goldgelb sein.

Mürbeteig muss vor der weiteren Verarbeitung immer gut gekühlt werden. In Plastik eingeschlagen hält er sich im Kühlschrank bedenkenlos eine Woche, im Gefriergerät 3 Monate.

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Spitzbuben können durchaus herzig sein.

(Foto: Tanja Kraus_pixelio.de)

Viel Spaß beim Backen von und mit gewissen Buben wünscht Ihnen Heidi Driesner.

Quelle: ntv.de