Essen und Trinken

Restaurationsmittel Regen kann man riechen

Unbestritten: Es riecht nicht mehr nach Winter! Die oberen Bodenschichten sind bereits aufgetaut, und so erlebt man wieder das Phänomen: Wir können den Regen riechen. Gehen Sie raus in Mutter Natur, sehen Sie, wie bei sanftem Regen die Spitzen einiger Büsche bereits grün glänzen und sperren Sie nicht nur Augen und Ohren auf, sondern auch die Nasenlöcher. Dann werden Sie es glauben: Sie können die Veränderungen in der Natur riechen.

Das liegt am erhöhten Stoffwechsel von Pflanzen und Mikroorganismen. Im Winter nämlich erzeugt der Regen kaum Gerüche, weil der pflanzliche Stoffwechsel bei niedrigen Temperaturen "einfriert". Bei höherem Stoffwechsel entstehen Substanzen, die durch Verdunstung in unsere Nasen gelangen - und so unnachahmlich nach Frühling und später nach Sommer duften. Das Bodenbakterium Actinomycetes produziert Sporen, die vom Regen in die Luft gewirbelt werden. Sie sind es, die den typischen Erdgeruch verströmen. Auch die Pflanzen hinterlassen auf Böden und Steinen Duftstoffe, die mit dem Regen reagieren und als Gase vom Wind - und damit an unsere Nasen - weitergetragen werden.

Und damit Sie nach dem Spaziergang etwas Frisches zum Abendbrot haben, empfehle ich Ihnen heute "Französische Eiersülze". Die können Sie am Vormittag zubereiten, in den Kühlschrank stellen, und nach dem Sonntagsspaziergang am Abend auf den Tisch bringen. Und bei "Eiern" fällt Ihnen ganz bestimmt eine ganz bestimmte Wirkung ein, die der Volksmund dem Hühnerprodukt nachsagt.

Das Ei galt schon immer als Symbol der Fruchtbarkeit. In allen Kulturen schreibt man Eiern stimulierende und restaurierende Kräfte zu. In dem arabischen Liebeshandbuch "Der duftende Garten", das Scheik Nefzaui im 16. Jahrhundert für den Großwesir von Tunis verfasste, empfiehlt der fromme Scheich gekochte Eier mit diversen Gewürzen oder auch rohes Eigelb mit gehackten Zwiebeln, und das drei Tage hintereinander genossen, und preist die aphrodisische Macht der Eier in recht kernigen Sätzen. Ersparen Sie mir die Einzelheiten. Starten Sie lieber den Selbstversuch mit "Französischer Eiersülze":

Zutaten (für 6 Personen oder für 2 drei Tage lang - siehe oben):
150 g gekochte Pellkartoffeln
40 g Möhren
40 g grüne Bohnen
40 g grüne Erbsen
50 g Gewürzgurken
½ Apfel
Salz, weißer Pfeffer, Zitronensaft, Worcestersauce
150 g Mayonnaise
100 - 150 g Aspik
6 hartgekochte Eier
gehackte Petersilie, ein paar Blätter Kopf- oder Eisbergsalat

Zubereitung:
Möhren und Bohnen und gleichmäßige kleine Würfel schneiden und zusammen mit den Erbsen in wenig Salzwasser bissfest garen. Abkühlen lassen. Kartoffeln pellen und in ebensolche Würfel schneiden. Den halben Apfel schälen, entkernen und genauso würfeln. Gewürzgurken schälen, in kleine Würfel schneiden, den Saft mit der Hand etwas ausdrücken.

Möhren, Bohnen, Erbsen, Kartoffeln, Apfel und Gurke in eine Schüssel geben. Salzen, pfeffern und mit Zitronensaft und einigen Tropfen Worcestersauce kräftig abschmecken.

Aus Gelatine (Blatt oder gemahlene) Aspik nach Packungshinweisen herstellen. Darf nicht zu dünn sein. Mayonnaise in eine Schüssel geben und unter ständigem Rühren den abgekühlten (muss wirklich kalt sein), flüssigen Aspik hinzufügen. Der Aspik muss genügend fest sein.

Die hartgekochten Eier pellen und hacken und mit dem Gemüsesalat mischen. Die Aspikmayonnaise unterziehen. Alles in eine kalt ausgespülte Kastenform füllen und im Kühlschrank fest werden lassen. Den steifen Inhalt auf eine Platte stürzen, in Scheiben schneiden und mit ein paar Salatblättern und gehackter Petersilie garnieren. Dazu schmeckt am besten frisches Weißbrot.

Viel Erfolg wünscht Heidi Driesner. Sollten Sie sich an den frommen Scheich halten und sich nur von Eiern ernähren wollen, wird's von der Menge her etwas knapp ...

Quelle: n-tv.de