Essen und Trinken

Jede Menge scharfe Hühner Weicheier müssen woanders feiern

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Mit uns wird das eine super-lustige Fete!

(Foto: Katja-Mann/pixelio.de)

Sicher wissen Sie, was eine flotte Biene, ein kesser Käfer oder eine Ulknudel sind. Sollten die alle mal irgendwie und irgendwo zusammenkommen, dürfte das eine ganze Truppe verrückter Hühner sein: ein bisschen gaga - aber superscharf!

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Wo sind denn nun die vielen Hühner?

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Meine Physiotherapeutin Heike ist ein Allround-Talent. Wenn man da auf der Pritsche liegt, sind nach der Behandlung nicht nur alle Knochen wieder in Reih’ und Glied, sondern irgendwie hat auch der Rest des Körpers neuen Schwung abbekommen. Wer als sauertöpfischer Muffel in die Kabine kommt, hat die Chance, als geistsprühender Optimist wieder ‘rauszukommen. Die Patienten in den Nebenkabinen haben ebenfalls bleibende Eindrücke von dem erheiternden Beiprogramm.

Neuerdings tauschen wir Kochrezepte. Mal sehen, was ich Heike noch aus dem Kreuz leiern kann, jetzt habe ich erst einmal ein afrikanisches Rezept abgestaubt. Aus ihrer Zeit in Mosambik sind nicht nur ein paar Liedzeilen und einige Flüche, sondern auch originale Rezepte hängengeblieben.

Nun ist ja afrikanische Küche in Mitteleuropa nicht jedermanns Sache, aber probieren lohnt sich sicher. Die Küche Mosambiks ist deutlich beeinflusst durch die jahrhundertelange Kolonialherrschaft Portugals. Dazu kommen Einflüsse aus Asienund von den afrikanischen Nachbarn Mosambiks.

So war zum Beispiel eine der wichtigsten Grundlagen der mosambikanischen Küche - Mais - ursprünglich dort nicht heimisch; die Portugiesen brachten ihn mit, ebenso wie Tomaten, Chili und Ananas - heute nicht mehr wegzudenken aus Mosambik.

Feurige Küche

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So genau wollten wir's gar nicht wissen!

(Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb)

Gegessen werden sehr gern Fisch und Geflügel - und das oft ziemlich scharf. Der Fischmarkt in der Hauptstadt Maputo gehört zu den größten und buntesten in Ostafrika.

Mosambik ist berühmt für seine extrem scharfen kleinen Chilischoten. Aus diesen Piri-Piri wird mit Öl und verschiedenen Gewürzen eine scharfe Paste gestampft: Cafreal. Sie wird zu vielen Gerichten gereicht, Fleisch und Fisch werden damit bestrichen und dann gegrillt oder es wird damit ein Sud zubereitet, in dem das Gericht mariniert wird. Verwendet werden dazu neben Piri-Piri zumeist Pfeffer, Ingwer, Muskatblüte, Zimt, frischer Koriander, Zwiebel und Knoblauch. Nicht immer nimmt man alle Gewürze, da hat wohl so jede Hausfrau ihr eigenes Rezept, so wie es die Inder bei Curry handhaben.

Alle wollen das scharfe Huhn

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Ich werd' mal lieber in Deckung gehen, Heike klappert so mit dem Topfdecke!

(Foto: picture-alliance / dpa)

Heike bereitet ihr super-scharfes mosambikanisches Huhn gerne für ihre Gäste zur Gartenparty zu, wenn es mal etwas anderes geben soll als immer nur Gegrilltes. Außerdem lässt sich das Gericht hervorragend vorbereiten und man ist als Gastgeber nicht ständig auf Achse, sondern kann die Fete entspannt genießen.

 Ich selbst habe das Rezept mit den originalen Mengenangaben noch nicht ausprobiert, werde das aber Ostern tun. Heikes Gäste jedenfalls wünschen sich stets und ständig "Galinha a Cafreal" (und zwar freiwillig!):

Zutaten:

¼ l Wasser
6 Eierlöffel Zitronensäure (Apotheke) oder Saft von 15 (richtig!) Zitronen
2 - 3 mittelgroße Piri-Piri-Schoten (getrocknet)
6 große Zwiebeln (mindestens)
1 Lorbeerblatt
Pfeffer, Salz
Hähnchenflügel und kleine -keulen je nach Bedarf (chicken wings)

Zubereitung:

Die Zwiebeln in Scheiben schneiden, die Piri-Piri zerdrücken (mit den Kernen). Aus dem Wasser und den Gewürzen einen Sud kochen. So lange köcheln, bis die Zwiebeln gar sind. Sie sollen weich, aber nicht latschig sein.

Die Hühnerteile im Ofen oder einer großen Pfanne wie gewohnt braten. Wenn sie gar sind, werden sie in ein ausreichend großes Gefäß geschichtet und mit dem heißen Sud übergossen. Das Fleisch muss vollständig bedeckt sein. Bei größeren Fleischmengen müssen Sie die Wassermenge und die Menge der Gewürze angleichen.

Alles mindestens 3 Stunden ziehen lassen, am besten aber über Nacht.

Vor dem Servieren alles noch mal kurz erhitzen und die Hühnerteile mit dem Sud in einer großen Schüssel servieren. Nicht vergessen: Dazu braucht man jede Menge frisches Weißbrot! Und wahrscheinlich auch nicht weniger Bier…

Viel Spaß mit den scharfen Hühnern wünscht Ihnen Heidi Driesner.

Quelle: ntv.de