Essen und Trinken

Kein Grund zur Besorgnis Wenn die Küche kalt bleibt

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Besser als auf dem Bolzplatz ist der Platz am Badesee.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

"Gekocht habe ich nichts, aber guck mal, wie ich daliege", sagt die Holde, wenn er am Wochenende vom Fußballspiel kommt. Die Reaktionen dürften unterschiedlich sein, kommt auf den Hunger an: auf Rouladen oder … na, Sie wissen schon. Auch darauf, in welcher Liga der Herr spielt: U 21 oder Alte Herren.

Wenn Sie, meine Herren der Schöpfung, am Wochenende ausgehungert vom Bolzplatz kommen, die Jalousien heruntergelassen sind und Ihre bessere Hälfte lasziv auf dem Futon lümmelt, dann bedeutet es … nein, nicht "das Eine"! Das heißt lediglich, dass es ganz schön heiß ist. Denn nun ist er da, der Sommer, auf den wir so lange gewartet haben. Ortsweise allerdings ziemlich urplötzlich und mit geballter Kraft. Da bleibt die Küche lieber kalt.

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Bei dem Wetter schwitzt auch der Trainer.

(Foto: picture alliance / dpa)

Bei Frauen tendiert das Sexualbedürfnis bei derart hohen Temperaturen übrigens gegen Null, bei Männern sind es immerhin noch schlappe 4 Prozent, die den Leibesübungen zu zweit etwas abgewinnen können. Beim Rest der Menschheit friert der Trieb ein, wenn die 30-Grad-Marke überschritten wird. Besser ist, jegliche schweißtreibende körperliche Betätigung auf ein Minimum zu senken. Im Gegensatz zu Jogging und Fußballspiel kühlt das Wasser in See und Freibad den erhitzten Körper. Vielleicht gehen Sie statt auf den Platz doch lieber mit der ganzen Familie ins Freibad. Dann schmeckt’s auch wieder, wenn man abends nach Hause kommt.

Der erste Schritt beim Nachhausekommen dürfte in die Dusche führen. Hier gilt: Lauwarm ist besser als kalt, weil bei warmem Wasser die Hautporen geöffnet werden und der Körper die Hitze besser abgeben kann. Und wenn Sie vor dem Schlafengehen Nachthemd und Pyjama für einige Minuten in den Kühlschrank legen (nicht Gefrierschrank!), kühlt der Körper nach dem Überstreifen kurz ab.

Nicht nur die Lust macht schlapp

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Endlich ein kühles Plätzchen gefunden!

(Foto: Sylwia / pixelio.de )

Hohe Temperaturen setzen vielen Menschen zu, sie machen uns schlapp und antriebslos, von heftigen Müdigkeits- und Schwitzattacken ganz zu schweigen. Wärme um 30 Grad Celsius können sogar zu gesundheitlichen Problemen wie Schwindelanfällen, Herzrhythmusstörungen und Kreislaufkollaps, in Einzelfällen sogar zum Schlaganfall führen. Hauptursache dafür ist Flüssigkeitsmangel. Generell heißt es, dass Erwachsene am Tag 1,5 bis 2 Liter Flüssigkeit trinken sollen; bei großer Hitze dürfen es aber ruhig 3 bis 4 Liter sein. Ideal ist Apfelsaftschorle (Saft und Wasser im Verhältnis 1:1). Eiskalte Getränke sind übrigens nicht die besten Durstlöscher: Der Körper sucht, die Temperatur auszugleichen - und dadurch schwitzt man nur noch mehr. Lauwarme Kräutertees sind besser geeignet.

Auch wenn das Gartenlokal lockt: Alkohol stellt die Gefäße im Körper noch weiter, als sie bei der Hitze ohnehin sind. Das bedeutet, dass dem Kreislauf noch weniger Blut zur Verfügung steht. Wer auf sein Glas Wein zum Feierabend nicht verzichten will, trinkt besser eine Weinschorle.

Wohl dem, der wie ich bei der Hitze im Garten sitzen darf und nicht ins Büro muss. Nette Chefs lockern in diesen Tagen die Kleiderordnung (falls es der Job zulässt), leichte Klamotten aus Baumwolle, Leinen oder Seide machen die Wärme erträglicher. Ab und zu im Büro-Waschraum die Handgelenke unter kaltes Wasser halten, das bringt zumindest eine zeitweilige Erleichterung. Und wer sich’s leisten kann, legt ab und zu die Füße hoch.

Der Appetit bei großer Hitze hält sich zumeist in Grenzen, der auf Schweinebraten und Rouladen in Sahnesoße allemal. Ist auch besser so, denn bei großer Hitze sind fette Speisen nicht die richtigen Energiebringer. Besser sind Vollkorngerichte, Salate, Quark, Gemüse und Fisch. Wer auf Fleisch nicht verzichten will, sollte auf Geflügel umsteigen. Sauerbrotteige sind besser verträglich als alles, was mit Hefe gebacken wurde. Statt zu Schokolade und Co. greifen Sie lieber zu frischem Obst wie Erdbeeren und Kirschen.

Wer an seinen jüngsten Mittelmeerurlaub zurückdenkt, kann sich daran orientieren: Kleine, aber dafür mehrere Portionen über den Tag verteilt, viel Obst und Gemüse mit hohem Wassergehalt wie Melonen, Kompotte, Gurken und Tomaten, leicht verdauliche und fettarme Speisen wie kalte Gemüsesuppen, verdünnte Milch und Milchprodukte und viel Mineralwasser. Auch wenn in südlichen Gefilden schärfer gegessen wird als hierzulande - wer es nicht gewöhnt ist, sollte bei großer Hitze auf allzu scharfes Essen verzichten, um die Schweißdrüsen nicht noch mehr anzuregen. Auch die Lust, noch ewig lange in der Küche zu stehen, um Mahlzeiten zuzubereiten, hält sich in Grenzen. Doch es gibt eine Menge Gerichte, bei denen der Ofen aus bleiben kann und die schnell auf dem Tisch stehen, zum Beispiel

Gefüllte Tomaten "Plaza Hotel"

Zutaten (4 Pers):

8 große Tomaten
8 Ölsardinen
2 EL Tomatenketchup-
1 grüne Paprikaschote
1 gelbe Paprikaschote
einige grüne ungefüllte Oliven
wenig Chili und Salz

Zubereitung:

Tomaten waschen, trocknen und einen Deckel abschneiden. Mit einem Teelöffel vorsichtig aushöhlen. Die Ölsardinen gut abtropfen lassen, sehr fein hacken oder passieren. Die Paprikaschoten entkernen, vierteln und in sehr feine Streifen schneiden. Die Oliven in Scheiben schneiden.

Das ausgehöhlte Tomateninnere mit dem Ketchup mischen, mit etwas Chili und Salz abschmecken und mit den Paprikastreifen und dem Ölsardinen-Hack vermengen. In die Tomaten füllen und mit den Olivenringen garnieren.

Kommen Sie gut durch die heißen Tage, wünscht Heidi Driesner.

Quelle: ntv.de