Unterhaltung
Mittwoch, 22. Dezember 2010

Dezember-Musik: Futter für Ihren CD-Player

Sind Sie noch auf der Suche nach einem Last-Minute-Geschenk? Vielleicht helfen Ihnen ja unsere CD-Tipps. Die reichen von Mariah Carey über die Black Eyed Peas bis hin zu Manowar. Wenn da mal nicht das Richtige dabei ist.

Mariah Carey: Merry Christmas II You

Man kann es sich eigentlich kaum vorstellen, aber das ist erst das zweite Weihnachts-Album von Queen Mariah. Das erste erschien tatsächlich vor sage und schreibe 16 Jahren, und dieses hier ist jetzt kein billiger Abklatsch, sondern das immer noch sehr innovative Ding einer Frau, die inzwischen älter, weiser und auch schwanger ist. Und die vor allem noch ihren Spaß daran hat, Weihnachten mit all seinen Stimmungen auf peppige Art zu präsentieren. Man mag von der Lady halten was man mag: Sie hat eine einzigartige Stimme, sie kann gefühlvoll, groovig, Gospel und festlich. All das eben, was Weihnachten ausmacht. (soe) Schulnote: 2 (zu Weihnachten)

"Merry Christmas II You" von Mariah Carey im n-tv Shop bestellen

The Black Eyed Peas: The Beginning

"This is international - big mega radio smasher." Mit diesen Worten startet der erste Song auf "The Beginning" - und längst ist diese Aussage bei den Black Eyed Peas Programm. So ist es auch kein Zufall, dass eben jener erste Song die Coverversion des "Dirty Dancing"-Hits "The Time of my Life" ist, die als Single ausgekoppelt natürlich auch bereits die Charts rund um den Globus gestürmt hat.

Mit "The Beginning" machen Fergie und ihre Jungs genau da weiter, wo sie beim Vorgängeralbum "The E.N.D." aufgehört haben. Das heißt: Die einstigen Hip-Hop-Wurzeln der Band aus Los Angeles kann man allenfalls noch erahnen - irgendwo zwischen all den Synthies und den mit so genanntem Auto-Tune verzerrten Stimmen. Hier wird mit allerlei Reminiszenzen an die 80er drauf losgepoppt (und wir meinen nicht den Beischlaf), was das Zeug hält. Innovativ ist das ganz und gar nicht, aber natürlich und ob man will oder nicht, gehen die Beats direkt in den Fuß und die schon mal mit "Oh oh oh" ausgeschmückten Melodien blitzschnell ins Ohr. Alte Black-Eyed-Peas-Fans werden das womöglich hassen, junge Hupfer indes in Scharen auf die Tanzfläche stürmen. "Party all the Time" hieß ein Song auf "The E.N.D.". Auf "The Beginning" gibt es nun "Don't Stop the Party". Auch das scheint inzwischen bei den Black Eyed Peas Programm zu sein. (vpr) Schulnote: 3

"The Beginning" von The Black Eyed Peas im n-tv Shop bestellen

Madcon: Contraband

Sind das die Black Eyed Peas? Nein, könnte man aber an nicht wenigen Stellen durchaus meinen. Auch Madcon fröhnen auf "Contraband" nach Lust und Laune angesagten Synthie-Dance-Klängen und Stimmverzerrern. Ganz so tief wie die Black Eyed Peas greifen Madcon allerdings nicht in die 80er-Jahre-Trickkiste - ironischerweise scheinen die Jungs aus Norwegen ihren Hip-Hop-Einflüssen noch einen Tacken mehr verbunden zu sein als die Jungs und das Mädel aus L.A. Aber wirklich nur einen Tacken.

Vor zwei Jahren schaffte das Duo aus dem hohen Norden, das tatsächlich schon seit beinahe 20 Jahren zusammenarbeitet, mit dem Hit "Beggin'" einen ersten internationalen Achtungserfolg. Über die Grenzen Norwegens hinaus brannten sich Madcon aber erst durch ihren Auftritt beim Eurovision Song Contest, bei dem ganz Europa zu ihrem Song "Glow" tanzte, ins kollektive Gedächtnis. Beide Songs sind auf "Contraband" vertreten - offenbar dachte man sich, dass es auch nicht schaden kann, "Beggin'" noch einmal zu recyceln. Den Käufer freut's - zumal die Coverversion eines 60er-Jahre-Songs am Ende von "Contraband" einen ganz angenehmen Contrapunkt zum auf die Dauer doch etwas eintönigen Sound zuvor setzt. (vpr) Schulnote: 2- (wegen "Glow" und "Beggin'")

"Contraband" von Madcon im n-tv Shop bestellen

Leslie Mandoki: Soulmates

Leslie Mandoki singt mit seinen Freunden und bedankt sich - bei ihnen und bei seinen Fans. Gesehen hat den Mann jeder schon mal, sein Bart und sein Blick sind unvergesslich, und richtig, ja, er hat mal bei Dsching-Dsching-Dschingis Khan den Frontmann gegeben. Gehört haben Sie ihn auch schon - garantiert, denn er arbeitete bereits für internationale Showgrößen wie Lionel Ritchie und Phil Collins und ist Musical Director bei Disney. Wenn die "Bärenbrüder", "Tarzan" oder "Mulan" zu sehen sind, dann hören wir den Sound of Mandoki.

Peter Maffay, Eric Burdon, Chaka Khan, Nik Kershaw, Al Di Meola, Till Brönner und viele andere sind seine Freunde, eben seine "Soulmates", mit denen er sich immer wieder in eine Art Hippie-Kommune zurückzieht um Musik zu machen. Und das macht den Leuten viel Spaß, das kann man hören auf "Soulmates", wo ein Mix aus 18 Songs der vergangenen Jahre präsentiert wird. (soe) Schulnote: 3, für Fans sicher 2

"Soulmates" von Leslie Mandoki im n-tv Shop bestellen

Manowar: Battle Hymns 2011

Manowar sind laut. So laut, dass die Band es damit ins Guinness-Buch der Rekorde geschafft hat. 1982 erschien "Battle Hymns", das erste Album der US-Amerikaner. Mit markerschütternden Schreien an der Schmerzgrenze schlitterten Manowar irgendwo zwischen Deep Purple, Black Sabbath und Motörhead ins Musikgeschäft. Nebenbei schufen sie mit dem Titeltrack eine Blaupause für viele europäische Metalbands, mit Fantasy-Texten und einer ordentlichen Portion Heroismus.

"Battle Hymns 2011" sind die 28 Jahre alten Songs, aber neu eingespielt. Alles ist sauber produziert und perfekt eingespielt. Zu perfekt. Die Instrumente sind heruntergestimmt, das Tempo ist gedrosselt. Die alten Aufnahmen klangen roh, wild, entschlossen. Die neuen dagegen gesetzt. Für die Rock'n'Roll-lastigen Songs gelinde gesagt kein Kompliment.

Der Charme der ursprünglichen Aufnahmen geht so fast vollständig flöten. Zudem fehlt bei "Dark Avenger" die Stimme von Orson Welles, der mit seiner Geschichte vom "Grim Black Steed" bei jedem Durchlauf Gänsehaut erzeugte. Ersatzmärchenonkel und Schauspieler-Saruman Christopher Lee macht seinen Job zwar nicht schlecht. Aber an das Original reicht er nicht heran. Und das gilt leider auch für das gesamte Album. (rpe) Schulnote: 4+

"Battle Hymns 2011" von Manowar im n-tv Shop bestellen

David Guetta: One More Love

Zu David Guetta selbst muss man an sich nichts mehr schreiben. Vergangenes Jahr avancierte der 43-Jährige auf einmal zu einem solchen Mega-Star-DJ, dass man sich fragen konnte, wie eigentlich jemals zuvor Popsongs ohne seine Mithilfe entstehen konnten. Dementsprechend muss man zu seinem Album "One Love" an sich auch nichts mehr schreiben. Da sind sie alle drauf, die Hit-Kooperationen mit Akon ("Sexy Bitch"), Kelly Rowland ("When Love Takes Over") oder Kid Cudi ("Memories").

Wozu es sich aber durchaus noch lohnt, ein paar Worte zu verlieren, ist das Re-Release "One More Love", das in diesen Tagen erschienen ist. Schließlich beinhaltet das noch eine zweite komplette CD mit 13 weiteren Songs, bei denen David Guetta am Mischpult saß. Bei diesen Songs handelt es sich unter anderem um neue Kooperationen, etwa mit Rihanna ("Who's that Chick?"), um neue alte Zusammenarbeiten wie mit Kelly Rowland ("Commander"), um Remixe (z.B. von Madonnas "Revolver") oder Lieder, die auch schon ein paar Jahre auf dem Buckel haben wie "Love don't let me go (Walking Away)" mit Chris Willis.

Es gibt Leute, die meinen, dass Guetta mittlerweile seinen Zenit überschritten hätte. So wollte etwa Rihanna angeblich den Song mit dem DJ nicht auf ihrem aktuellen Album "Loud" haben, weil er ihr bereits zu old-fashioned klang. Die Zusatz-CD mag zwar insgesamt etwas schwächer ausfallen als die Original-Songs von "One Love". Wer sich jedoch am Guetta-Sound nicht satt hören kann, wird mit Sicherheit auch an ihr seine Freude haben. Wie immer in diesen Fällen werden sich alle, die bereits "One Love" im CD-Schrank haben, über diese nachgeschobene Veröffentlichung ärgern. Doch angesichts dessen, dass man hier nicht nur ein, zwei, sondern gleich 13 Bonus-Tracks bekommt, kann sich die Anschaffung durchaus lohnen. (vpr) Schulnote: 2 

"One More Love" von David Guetta im n-tv Shop bestellen

Kesha: Animal + Cannibal

Und noch ein Re-Release: Kurz vor Weihnachten hat man sich auch bei Kesha gedacht, man könnte doch ihr Album "Animal" noch einmal mit ihrer EP "Cannibal" als Bonus auf den Markt bringen. Beide Scheiben gibt es jedoch auch einzeln, so dass sich der Kauf wohl nur lohnt, wenn man sich bisher keine von beiden angeschafft hat.

Wobei sich natürlich die Frage stellt, ob sich das überhaupt lohnt. Bei "Tik Tok" fand man Kesha als Quasi-Proll-Ausgabe von Britney Spears ja noch ganz lustig. Doch schon die folgenden "Animal"-Single-Auskopplungen wie "Blah Blah Blah" oder "Your Love is my Drug" hatten einen hohen Nervfaktor. Zumindest nüchtern. Erst mit genügend Alkohol im Kopf kann man den allzu banalen Popliedchen von Kesha, an denen die Sängerin allerdings immerhin selbst mitgeschrieben hat, vielleicht noch eine gewisse Mitgröl-Freude abgewinnen. Bei den neun Songs der "Cannibal"-EP ist das nicht anders. Die knüpfen nahtlos an "Animal" an. (vpr) Schulnote: 3 (betrunken), 5 (nüchtern)

"Animal + Cannibal" von Kesha im n-tv Shop bestellen

Tom Gaebel: Easy Christmas

Tom Gaebel, der Mann, der den Schmelz in der Stimme hat so wie Frank Sinatra, Michael Bublé oder auch Robbie Williams, hatte bereits im Sommer Lust auf Weihnachten. Da hat er sein Album nämlich aufgenommen und deswegen ist es auch so easy: "Wir standen im Juli im heißen Kölner Studio", erzählt der sympathische Sänger, dem jeglicher Weihnachtskitsch trotz einiger Klassiker auf dem Album fehlt - im Gegenteil. Gaebels Christmas-Mucke ginge auch im heißen Juli 2011! Mit Big-Band und weißem Dinner-Jacket beziehungsweise schulterfreier Abendrobe fällt die Vorstellung nicht schwer, sich zu seiner Version von "White Christmas" leicht im Takt an der Côte d’Azur zu wiegen. (soe) Schulnote: 2+

"Easy Christmas" von Tom Gaebel im n-tv Shop bestellen

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen