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Love me Tinder? "Rate Your Date" mit Edin Hasanović

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Vier Dating-Genervte entwickeln eine App, die das zukünftige Liebesleben vereinfachen soll.

"Rate Your Date" ist eine herrliche Komödie über die Unmöglichkeit der Liebe in Zeiten unendlicher digitaler Möglichkeiten. In einer der Hauptrollen: Edin Hasanović, der n-tv.de verrät, was er noch lieber macht als daten oder raten.

Dating in der Großstadt - das bedeutet entweder überleben in der Wildnis oder Chips und Rotwein auf dem Sofa. Allein. Das bedeutet: immer wieder neu reinstürzen ins pralle Leben - und immer wieder hinfallen. Und aufstehen. Wenn man - oder frau - keine Lust mehr hat, sich das Herz brechen zu lassen, so wie Dating-Profi Teresa (Alicia von Rittberg) und ihre beste Freundin, Single-Mom und Romantikerin Patricia (Nilam Farooq), dann hilft entweder Rückzug oder raffinierte Technik. Denn wenn man vorher wüsste, was für ein Typ einem am Abend gegenübersitzt, könnte man sich vieles ersparen.

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Edin Hasanovic bei der Premiere des Films in Berlin.

(Foto: www.imago-images.de)

Und da kommen der neurotische Informatiker und völlig überforderte Dating-Anfänger Anton (Marc Benjamin) und sein Kumpel Paul (Edin Hasanović), seines Zeichens Womanizer und reiches Muttersöhnchen, ins Spiel. Gemeinsam entwickeln die vier eine Dating-App, die alle User in Kategorien einteilen lässt. Zum Beispiel in #Crazybitch, #Heartbreaker, #Hinhalter, #Sextremist, #Pinguin, #Missperfect und vieles mehr. Schnell allerdings kommt die Erkenntnis, dass Liebe vielleicht doch nicht in Schubladen passt und kein Algorithmus der Welt vor einem gebrochenen Herzen schützen kann. Mit Edin Hasanović, der zuvor hauptsächlich in Krimis und Thrillern zu sehen war, haben wir über das Knutschen mit der besten Freundin gesprochen, über Mut und über "Anziehen vor der Kamera".

n-tv.de: Manchmal hat es ja auch Vorteile, schon etwas älter zu sein - man muss unter Umständen nicht mehr so viel daten. Aber auch schön, wenn man nicht krampfhaft populär-komisch sein will, sondern es einfach so ist wie in diesem Film …

Edin Hasanović: Das freut mich, wenn es so rüberkommt. Ich bin wirklich sehr gespannt, wie das Publikum den Film annimmt. Das ist für mich auf jeden Fall das Kommerziellste, das Poppigste (lacht), was ich je gemacht habe. Ich habe da überhaupt keine Erfahrung.

"Rate Your Date" ist ja eine Romantic Comedy. Was soll schiefgehen?

Eigentlich hast du recht, wird schon gutgehen. Ich habe Regisseur David Dietl vor drei Jahren - wie das so ist - auf einem Filmball kennengelernt. Ich habe ja noch was vor im Bereich Film (lacht), und da suche ich mir natürlich schon Projekte aus, von denen ich denke, dass sie zu mir passen. Und aus diesem "Du, wir müssen mal zusammenarbeiten", aus dem in so vielen Fällen nichts wird, ist dieses Mal mit ihm etwas geworden. Zum Glück. Für mich war das jetzt mutig, eine solche Rolle zu übernehmen. Das sticht vollkommen aus allem heraus, was ich bisher gemacht habe.

Mutig im Sinne deiner Optik, die du in "Rate Your Date" so bietest? Oder, dass du erstmal eher unsympathisch rüberkommst?

Die Optik ist das geringste Problem, glaube ich. Das Laute, das Extrovertierte und dieses permanent haarscharf an der Grenze einer Karikatur Vorbeischrammende, das ist eine fette Herausforderung.

Das Ende ist toll …

Das verraten wir aber nicht.

Auf keinen Fall.

Nur, dass es einen schönen Wandel gibt, vor allem für meine Figur (lacht).

Wenn man so bekannt ist wie du, wie ist es dann, wenn man eine Frau zum Beispiel auf Tinder sucht …

(lacht) Keine Ahnung, da bin ich nicht. Mir ist ja schon Instagram zu anstrengend. Ich mag es gar nicht, dass man da ständig bewertet oder geliked oder eben nicht geliked wird. Und bei Tinder würde ich mich dann immer fragen, warum mag die mich nicht, warum "matche" ich mit der nicht? Und dann fängt man doch an, an sich zu zweifeln, oder? Und online kommt der eine oder andere wahrscheinlich total schlagfertig rüber, aber wenn man dann dem anderen gegenübersitzt, kriegt man vielleicht kein Wort raus.

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Der Film läuft seit 7. März im Kino.

(Foto: Fox Deutschland)

Krass, wie schnell Bewertungen von "voll süß" in "fette Kuh" und Ähnliches übergehen können. Das wird im Film gut dargestellt, finde ich.

Was ich mich immer frage, ist, ob ich, wenn 15.000 Leute ein bestimmtes Bild von mir liken, denselben Content auch live vor so vielen Leuten rüberbringen könnte. Und was mich am meisten irritiert, ist, wenn Leute sich vor einer Kamera sagen wir mal zum Beispiel anziehen. Wenn die erklären, warum die dieses und jenes nun tragen und warum diese Schuhe dazu passen und so weiter. Das wird sich mir wohl nicht mehr erschließen. Menschen sehen einem anderen Menschen bei so etwas Gewöhnlichem wie beim Anziehen zu. Und die haben damit quasi eine Vorbildfunktion. Während ich darüber nachdenke, möglichst nichts Dummes von mir zu geben (lacht), verlieren andere komplett den Blick dafür, was sie bei anderen anrichten könnten, so empfinde ich das manchmal.

Der Film hat eine Botschaft …

Ja, alles, was nur schwarz und weiß ist, kann nie erfolgreich sein, wir haben ganz viel dazwischen. Schubladendenken ist viel zu wenig differenziert und geht immer nach hinten los.

Was war das Schönste am Dreh?

In meiner Stadt zu arbeiten. Und mit meiner besten Freundin zu knutschen. Mit Nilam Farooq (lacht) … Das haben wir in 15 Jahren noch nicht gemacht.

Hast du Traumrollen?

Ja, bestimmt, aber es läuft so super bei mir, dass ich echt nicht klagen kann, nicht klagen möchte! So vieles, was ich bisher gemacht habe, ist eine Traumrolle. Ich wollte zum Beispiel immer einen Polizisten spielen und jetzt habe ich innerhalb von zwei Jahren sieben Polizistenrollen gehabt (lacht). Ich hoffe, dass ich immer Arbeit haben werde und dass die Qualität nicht unter der Quantität leidet.

Hattest du einen Alternativplan, falls Schauspielerei nicht so klappt?

Ehrlich gesagt nicht, und ich glaube, dass es deswegen so gut läuft. Weil ich immer alles gebe. Aber wenn es doch mal sein muss: Polizist, Lehrer oder Eventmanager fände ich gut. Am Set wäre ich Aufnahmeleiter.

Was inspiriert dich?

Menschen beobachten und Abende mit meinen Freunden. Wir können stundenlang philosophieren. Und ich baue gern Schränke auf, wenn andere sich auf Partys tummeln (lacht) – das gibt mir meistens nicht so viel. Ist mir alles oft zu eng und zu aufgeregt.

Magst du Überraschungen?

Ich hasse es, überrascht zu werden. Ich liebe es, zu überraschen.

Bist du ein spontaner Typ?

Ich glaube schon - warum? Wollen wir noch was unternehmen?

Mit dem überaus gut gelaunten Edin Hasanović sprach Sabine Oelmann

"Rate Your Date" ist am 7. März in den deutschen Kinos gestartet.

Quelle: n-tv.de

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