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"Do they know it’s Christmas?" Band Aid feiert Jubiläum

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Bon Geldof rief 1984 Band Aid ins Leben - 30 Jahre später ist er wieder mit von der Partie.

(Foto: picture alliance / dpa)

Als Bob Geldof im November 1984 eine Dokumentation über die Hungersnot in Äthiopien sieht, reagiert er umgehend. Bereits am folgenden Tag beginnt die Arbeit am Benefiz-Song "Do they know it’s Christmas". Es wird ein riesiger Erfolg.

Am 15. November 1984 strahlt die BBC eine Dokumentation über die Hungersnot in Äthiopien aus. Auch Bob Geldof sitzt vor dem Fernseher. Am folgenden Tag ruft er den Musikerkollegen Midge Ure an und erzählt ihm von der Idee, mit einem gemeinsamen Projekt den Menschen in Äthiopien zu helfen.

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Zunächst erwägen die beiden, ein bekanntes Weihnachtslied zu covern. Doch schließlich entscheiden sie sich, einen neuen Song zu schreiben und die Tantiemen komplett zu spenden. Am 19. November nimmt Geldof Kontakt zu weiteren Künstlern auf, darunter Gary Kemp von Spandau Ballet, Simon le Bon von Duran Duran und Sting, die alle ihre Teilnahme zusagen.

Bowie, Wham! und Bananarama

Als Produzent ist zunächst Trevor Horn (unter anderem Frankie goes to Hollywood und Propaganda) vorgesehen. Aber der hat keine Zeit, also übernimmt Midge Ure. Horn stellt allerdings sein Londoner Studio für 24 Stunden gratis zur Verfügung.

So beginnen am Morgen des 25. November 1984 die Aufnahmen. Unter den teilnehmenden Künstlern sind Bananarama, Culture Club, David Bowie, Duran Duran, Eurythmics, Heaven 17, Jody Watley (Shalamar), Kool & the Gang, Paul Young, Phil Collins, Spandau Ballet, Status Quo, Sting, The Style Council, U2, Wham! und natürlich Geldof selber.

Die Pilotspur für die Vocals singt Tony Hadley von Spandau Ballet komplett in einem Durchlauf ein. Andere Sänger sind nicht so souverän: Rick Parfitt von Status Quo etwa trifft bei der "Here's to you"-Zeile nicht einen richtigen Ton. Die erste Zeile des Songs ist ursprünglich für David Bowie vorgesehen, wird dann jedoch von Paul Young übernommen.

Das Schlagzeug spielt Phil Collins, am Bass steht Adam Clayton von U2. Das Intro des Songs verwendet ein Sample aus dem Song "The Hurting" von Tears for Fears. Das Cover der Single gestaltet Sir Peter Blake, der Grandseigneur der britischen Pop-Art, der auch schon das legendäre Artwork des "Sgt. Pepper"-Albums der Beatles entwarf.

Aus dem Stand ganz nach oben

Wer sich beim Anschauen des Clips fragt, wer die androgyne Schönheit ist, die keiner kennt - es handelt sich um den Sänger Peter Anthony Robinson, einen Kumpel von Boy George, der 1983/84 für ein paar Wochen unter dem Namen Marilyn an einer Pop-Karriere schnuppert und mit "Calling Your Name" einen UK-Hit landet.

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  Die Aufnahmen dauern etwas mehr als 24 Stunden. "It’s time to we went home", konstatiert Bob Geldof erschöpft, aber zufrieden am Morgen des 26. November. Die B-Seite der Single enthält Zeilen jener Künstler, die es nicht zu den Aufnahmen für die A-Seite geschafft haben, unter ihnen Bowie und Paul McCartney.

Am 28. November steht die Single bereits in den Läden und erreicht aus dem Stand Platz 1 der britischen Charts. Jim Diamond, dessen Song "I Should Have Known Better" zunächst ganz oben in den Charts steht, appelliert öffentlich an sein Publikum, die Band-Aid-Single zu kaufen - statt seiner eigenen.

Der Aufwand lohnt sich in jedem Fall: Fünf Wochen lang hält sich "Do they know it’s Christmas" auf dem Spitzenplatz der britischen Charts. 3,7 Millionen Singles werden verkauft. Das ist ein Rekord, der erst 1997 von Elton Johns "Candle in the Wind" mit knapp 5 Millionen verkauften Singles gebrochen wird. Es ist ein älteres Lied, das John für die kurz zuvor gestorbene Lady Diana neu aufnimmt.

Regelmäßige Neuauflagen

In den Folgejahren gibt es immer wieder Neuauflagen des Songs: 1985 schafft es der Re-Release noch einmal auf Platz 3 der Charts im Vereinigten Königreich. 1989 gibt es Band Aid II - es entsteht unter der Ägide von Stock, Aitken und Waterman. Beteiligt sind etwa Bananarama, Kylie Minogue und Jimmy Somerville.

Zum 20-jährigen Jubiläum von Band Aid gibt es 2004 eine weitere Version. An Band Aid 20 sind Künstler wie Thom Yorke von Radiohead, Chris Martin von Coldplay, Dido und Roisin Murphy beteiligt. Das Cover stammt zunächst vom kontroversen Künstler Damien Hirst, wird aber verworfen, weil man befürchtet, das Motiv mit dem Sensenmann und dem hungernden Kind könnte Kinder erschrecken.

Nun, zum 30. Jubiläum gibt es eine weitere Band-Aid-Version, mit derselben Single. Diese steht wieder unter der Ägide von Bob Geldof und Midge Ure. Mit dabei sind Bono, Ed Sheeran, One Direction und viele mehr. Die Erlöse sollen für die Bekämpfung von Ebola in Westafrika eingesetzt werden. Es gibt auch eine deutsche Version, an der unter anderem Campino, Max Herre und Thees Uhlmann beteiligt sind.

Quelle: n-tv.de

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