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"Querschläger" Der Hamburger "Tatort" im Schnellcheck

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Geht der Flirt für Julia Grosz weiter?

Falke und Grosz inmitten eines bleihaltigen Familiendramas: Eigentlich will Steffen Thewes "nur" seine todkranke Tochter retten, am Ende verfängt er sich in einem Amoklauf ohne Ausweg - Milan Peschel als tragischer Held spielt so überzeugend, dass es schmerzt.

Das Szenario

Immer brav geackert, immer ordentlich seinen Dienst versehen, aber wenn es hart auf hart kommt, dann ist man auf sich allein gestellt. Als die Tochter des Zollbeamten Steffen Thewes (Milan Peschel) tödlich erkrankt, versucht es der Familienvater mit einem Spendenaufruf. Die OP ist teuer, die Spezialisten sitzen in den USA, mit seinem Beamtengehalt ist das nicht zu wuppen. Das Geld potenzieller Spender sitzt jedoch nicht so locker wie erhofft und so greift Thewes zu illegalen Mitteln.

In seinem Berufsalltag immer wieder mit fragwürdigen Speditionspraktiken konfrontiert, nutzt er die Gunst der Stunde. Bei einer Kontrolle lässt er einen Schmuggler, den Fahrer Efe Aksoy (Deniz Arora) laufen, um ihn und seinen Bruder, den Firmenchef Cem Aksoy (Eray Egilmez), anschließend zu erpressen. Doch alles geht schief. Als Thewes auf Efes Lkw schießt, um seinen Forderungen Nachdruck zu verleihen, kommt ein Mann ums Leben. Der Plan wird brüchig, Falke (Wotan Wilke Möhring) und Julia Grosz (Franziska Weisz) sind ihm auf den Fersen. Und für seine Tochter Sara (Charlotte Lorenzen) läuft die Zeit ab.

Die eigentliche Botschaft

Eigentlich geht es um einen Vater und seine Verzweiflung, die Hilflosigkeit angesichts seiner sterbenden Tochter. Dafür ist Thewes zu allem bereit. Im letzten Drittel jedoch zerbröselt der bis dahin nachvollziehbare Impetus, unterfüttert Thewes seine Motive mit deplatzierten Loser-Botschaften, was der Geschichte ein wenig von ihrer Dringlichkeit nimmt. Gelungen dennoch, wie die Aksoy-Kohle am Ende zur lebensrettenden Spende umgebogen wird.

Darüber wird in der Mittagspause geredet

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Was sagt Falke eigentlich zu dem Flirt von Grosz?

Über den Flirt zwischen Tine Geissler (Marie Rosa Tietjen) und Julia Grosz (Franziska Weisz) - und die Frage, ob das in der Zukunft wohl noch ein Stück weitererzählt wird. Charmant wäre es.

Der Plausibilitätsfaktor

Dass trotz gezahlter Krankenkassen-Beiträge nicht alles abgedeckt wird, ist nur zu plausibel. Erst kürzlich sorgte der Fall um den kleinen John aus Sachsen für Schlagzeilen. Der an spinaler Muskelatrophie Typ 1 erkrankte Säugling war auf ein Medikament namens Zolgensma angewiesen. Erst nach anwältlicher Intervention erklärte sich die Krankenkasse der Familie bereit, die Kosten zu übernehmen.

Die Bewertung

7 von 10 Punkten. Solider Psychothrill mit zwischenmenschlicher Note.

Quelle: n-tv.de

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