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Samstag, 09. Juni 2018

Der Müll einer Woche: Immer mehr Familien versuchen es plastikfrei

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Lauren Singer begann vor mehr als fünf Jahren, ihren Plastikmüll konsequent zu reduzieren. Inzwischen hat die 27-Jährige eine Unverpackt-Firma. (Foto: REUTERS)

Lauren Singer begann vor mehr als fünf Jahren, ihren Plastikmüll konsequent zu reduzieren. Inzwischen hat die 27-Jährige eine Unverpackt-Firma.

Lauren Singer begann vor mehr als fünf Jahren, ihren Plastikmüll konsequent zu reduzieren. Inzwischen hat die 27-Jährige eine Unverpackt-Firma.

Ihr eigener Abfall, der nicht mehr recycle- oder kompostierbar ist, passt in ein Einweckglas. Das ist der Bestand aus fünf Jahren.

Was Singer macht, versuchen auch immer mehr Familien weltweit. Eri Sato (r.) aus dem japanischen Yokohama beispielsweise. Die 32-Jährige und ihr Ehemann Tatsuya sind auf wiederverwertbare Trinkflaschen und Seifenstücke umgestiegen.

Sie verwenden Bambus-Zahnbürsten und Mehrweg-Einkaufstaschen. "Wenn wir konsumieren müssen, versuchen wir, es so gering wie möglich zu halten. Recycling ist generell die letzte Option für uns und definitiv nicht die erste", sagt die junge Mutter.

Familie Wilbur lebt mit zwei Kindern in Wenham im US-Bundesstaat Massachusetts. "Ich versuche, Einwegplastik zu vermeiden wie Strohhalme, Tassen und Flaschen, aber ich bin nicht immer erfolgreich ", sagt Brandy Wilbur.

Das ist der Kunststoffabfall einer Woche. Die 44-Jährige versucht, den Müll nicht mit einzukaufen. "Aber das ist auch eine Herausforderung, alles ist verpackt!", klagt die US-Amerikanerin.

Damit kämpft auch Familie Joshi im indischen Mumbai. In Supermärkten sei selbst Obst und Gemüse noch einmal in Plastik verpackt, erzählt Mughda Joshi (r.)

Inzwischen kaufen sie das Wichtigste auf lokalen Märkten und meiden Plastikzahnbürsten, nach einer Woche bleibt trotzdem noch viel Müll.

"Ich denke, am wichtigsten ist es, die minimale Menge an Zeug zu kaufen", sagt Tatiana Schnittke. Die 39-Jährige lebt mit ihrer Familie in Tel Aviv, Israel.

Die Familie kauft viel Second Hand, "aber es ist hart, wir leben in einer kapitalistischen Welt". Sobald sie ins Einkaufszentrum oder den Supermarkt gehen, "sind eine Menge Dinge aus Plastik".

Familie Shrestha im nepalesischen Kathmandu verwendet keinerlei Einweggeschirr wie Tassen, Teller oder Besteck.

Ihr Müll besteht nach einer Woche vor allem aus Plastiktüten. Die versuchen sie, den Händlern zurückzugeben, damit sie sie wiederverwenden können.

Die Downies leben im schottischen Pilochry. "Wir recyceln, was wir können, und versuchen, Abfall im Allgemeinen zu minimieren - einschließlich Lebensmittel, die kompostiert werden", sagt Karen Downie (2. v r.) über ihren Ansatz.

"Selbst der Kunststoff, der recycelt wird, wird sich letztlich auswirken", gibt sie zu bedenken. Noch sei Plastik billlig und bequem.

"Wir versuchen nach besten Kräften, unseren Einfluss auf die Umwelt zu minimieren, um eine bessere Welt für zukünftige Generationen zu schaffen", sagt Laura Barrado (l.) im spanischen Aldeprete.

Acht Millionen Tonnen Plastik - Flaschen, Verpackungen und andere Abfälle - landen jedes Jahr in den Ozeanen. Sie töten das Leben im Meer und erreichen auch die menschliche Nahrungskette, teilte das Umweltprogramm der Vereinten Nationen im Dezember 2017 mit.

Vicente Compas (r.), seine Frau Inmaculada Ponce (l.) und die Töchter Ana und Ruth trennen den Müll in Kunststoffe, Gläser, Papier, Pappe, Altöle und organische Abfälle.

Jeden Tag wird es ein bisschen weniger Plastik, sagt die Familie aus Arriate in Südspanien.

Audrey Gan (Mitte) wurde sich ihrer Abfälle immer bewusster, als ihr buddhistischer Lehrer das Problem betonte. Die Familie lebt in Singapur.

Sohn Kyler wird mit Stoffwindeln gewickelt. Die 31-Jährige und ihr Ehemann Leow Yee Shiang versuchen, ihr Verlangen einzudämmen, "neue und unnötige Sachen einzukaufen".

Wenn es Alternativen zu Kunstoff gibt, verwendet sie die Familie Raudenz aus Berlin.

"Wir versuchen, unseren CO2-Fußabdruck so weit wie möglich zu verringern", sagt Alexander Raudenz.

Gaspar Antuna (l.), Elena Vilabrille (r.) und ihr Sohn Teo leben im Madrider Stadtteil Lavapies. Auch sie kaufen Second-Hand-Kleidung und bemühen sich um Wiederverwertung.

"Aber wir vermissen wirklich mehr institutionelle Informationen darüber", sagt Vilabrille. Viele Anstrengungen seien nicht sehr effektiv, weil "wir nicht wissen, wie wir es richtig machen sollen".

Familie Lyritis hat den eigenen Balkon in der griechischen Hauptstadt Athen bepflanzt.

Sie wünscht sich Initiativen und Kampagnen, um das Bewusstsein für Recycling zu schärfen. Noch haben sie nach einer Woche diese Menge an nicht wiederverwertbarem Müll. (sba/rts)

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