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Mittwoch, 23. Februar 2011

Sportwagen-Premieren in Genf: Die Schönsten und Schnellsten

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Genf, die Show für die spektakulären und aufregenden Momente im Auto-Kalender. Jedes Jahr werden hier die wichtigsten und spannendsten Premieren gezeigt. Die IAA in Frankfurt mag größer sein, aber Genf ist schon immer zuständig für Auto-Neuheiten, die Geschichte schreiben. (Foto: ASSOCIATED PRESS)

Genf, die Show für die spektakulären und aufregenden Momente im Auto-Kalender. Jedes Jahr werden hier die wichtigsten und spannendsten Premieren gezeigt. Die IAA in Frankfurt mag größer sein, aber Genf ist schon immer zuständig für Auto-Neuheiten, die Geschichte schreiben.

Genf, die Show für die spektakulären und aufregenden Momente im Auto-Kalender. Jedes Jahr werden hier die wichtigsten und spannendsten Premieren gezeigt. Die IAA in Frankfurt mag größer sein, aber Genf ist schon immer zuständig für Auto-Neuheiten, die Geschichte schreiben.

Am Lac Leman steht das Auto als Kultobjekt im Mittelpunkt. Es geht um die schönen und aufregenden Fahrzeuge. Aber auch Massenmodelle, die die Welt des Automobils verändern sollten, wurden dort zum ersten Mal gezeigt.

Schon vor dem Zweiten Weltkrieg - die Ausstellung fand zum ersten Mal im Jahr 1905 statt - wurden dort Autos von epochaler Bedeutung gezeigt.

Der Fiat 500 Topolino wurde dort beispielsweise 1937 präsentiert. Der Opel Kapitän 1939, Opels legendärer Laubfrosch im Jahr 1924.

Auch nach dem Krieg wurden stets die ganz wichtigen oder besonders schönen Neuheiten in der Schweiz enthüllt. So zum Beispiel der erste Scirocco von Volkswagen 1973. Im selben Jahr feierten auch der Ford Capri und der Audi 80 ihr Debüt.

Im Jahr 1997 war es der Audi A6, zehn Jahre später der A5 und im letzten Jahr der A1, die erstmals dem Fachpublikum gezeigt wurden.

Im Zentrum des Interesses stehen aber meist die Sportwagen. Sie stellen die Krone des Automobilbaus in Sachen Technik und Design dar. Deshalb zeigen wir Ihnen die 20 wichtigsten Sportwagenpremieren von Genf. Schwelgen Sie mit uns in Erinnerungen an einige der schönsten und aufregendsten Automobile aller Zeiten.

Platz 20: Saab Sonett II von 1966. Ein exotischer Schwedensportler in der Rangliste der spannendsten Speedsymbole aller Zeiten? Aber ja doch. Schließlich wurde der flache Kunststoffflitzer mit Frontantrieb vor 45 Jahren vom Genfer Premierenpublikum fast genauso gefeiert wie der nur wenige Meter weiter präsentierte Lamborghini Miura. Immerhin sollte der kleine Zweisitzer mit winzigem Zweitakt-Dreizylinder nicht nur neben italienischen Zwölfzylindern bestehen, sondern auch die V8-verwöhnten Amerikaner begeistern.

Platz 19: Ford Focus RS 200 von 1985. Für den Einsatz in der Rallye-Weltmeisterschaft kam der Gruppe-B-Supersportwagen von Ford beinahe schon zu spät. Nur wenige Monate nach dem Debüt des RS auf den Rallyepisten kam bereits das Aus für die überstarken Gruppe-B-Renner. So startete das von Ghia gezeichnete Mittelmotor-Coupé RS 200 eine Karriere als brachialer Bolide im zivilen Straßeneinsatz. Noch heute birgt der kompakte Überflieger mit seiner einzigartigen Motorsoundsymphonie aus Kreischen und Brüllen Suchtpotenzial.

Platz 18: Fiat X1/9 von 1972. Er sollte die Nachfolge des legendären Heckmotorflitzers 850 Sport Spider antreten, des Genfer Publikumslieblings von 1965. Wie dieser wurde der X1/9 vom italienischen Karossier Bertone gezeichnet und gebaut, diesmal allerdings als modischer Mittelmotor-Sportwagen. Konsequenter noch als der drei Jahre zuvor lancierte VW-Porsche 914 setzte der Fiat X1/9 auf die Durchschlagkraft keilförmiger Linien mit Klappscheinwerfern. Ein Erfolgskonzept, wie sich rasch zeigen sollte.

Platz 17: Monteverdi High Speed von 1967/71. Knapp zwei Jahrzehnte lang war der Genfer Salon das Premierenheimspiel für den genialen Schweizer Konstrukteur und Rennfahrer Peter Monteverdi. Seine Supersportwagen entstanden ab 1967 in Kleinstserie zu astronomisch hohen Preisen. Den Anfang machte das von Pietro Frua gezeichnete Coupé High Speed 375, aus dem vier Jahre später eine ganze Modellfamilie entstand. Für artgerechten Vortrieb sorgten solide 7,0- und 7,2-Liter große Chrysler-V8 mit bis zu 287 kW/390 PS Leistung.

Platz 16: Honda S 500 von 1964. Hochleistungssportwagen im Miniaturformat waren die Grundlage für Hondas Aufstieg zum weltweit erfolgreichen Automobilhersteller. Unternehmensgründer und Motorradenthusiast Soichiro Honda reizte die Herausforderung eines preiswerten Alternativentwurfs zu klassischen Roadstern und Sportcoupés.

Erste Achtungserfolge in Europa erzielten die Japaner mit dem S 500, einem Bonsai-Roadster mit 531-ccm-Motörchen, das aber drehzahlfest wie ein Formel-1-Triebwerk war. Bei bis zu 9.000 Touren kreischten die flinken Flitzer wie wild gewordene Wüstenrennmäuse.

Platz 15: Alpine A310 von 1971. Sportwagen mit Alpine-Signet genießen in Frankreich einen Ikonenstatus - vergleichbar mit dem Nimbus von Porsche in Deutschland. Einen kantigen Kunststoffkeil als Nachfolgemodell der feminin gezeichneten Alpine A110 hatte 1971 aber niemand erwartet. Vorbei die Zeit der weichen Linien und der runden Kulleraugen.

Stattdessen thronte die A 310 als futuristische Flunder auf dem Messestand der Sportwagenschmiede von Renault. Mit imposanter Sechs-Scheinwerfer-Front schuf sich die A 310 freie Bahn, entsprechendes Temperament bekam die flinke Französin aber erst fünf Jahre später. Als kräftiger V6 gewann der A310 endlich auch die Herzen.

Platz 14: Koenigsegg CCX von 2006. Weltweit bekannt wurden die Mittelmotor-Sportwagen aus einer Manufaktur im schwedischen Ängelholm erst, als Firmengründer Christian von Koenigsegg ein Übernahmeangebot für den Großserienhersteller Saab platzierte. Den Zuschlag für Saab erhielt zwar der niederländische Supersportwagenkonkurrent Spyker, Koenigssegg konnte sich dafür wieder auf das Kerngeschäft konzentrieren: die Konstruktion rekordverdächtig rasanter Straßensportwagen.

Platz 13: Porsche 928 von 1977. Nie war ein Porsche so umstritten wie der anfangs gerne als Osterei beschimpfte rundliche 928 in Transaxle-Bauweise. Vielleicht lag es einfach daran, dass der 2+2sitzige Grand Tourismo mit V8-Frontmotor und Getriebe vor der Hinterachse nicht nur ein größerer Bruder des Bestsellers 924 war, sondern anfänglich auch die Nachfolge des ewigen Klassikers 911 antreten sollte. Immerhin wurde der bis zu 257 kW/350 PS freisetzende 928 als erster Porsche mit dem begehrten Titel "Auto des Jahres" ausgezeichnet.

Platz 12: Aston Martin DB5 von 1963. Eigentlich ist der DB5 schlicht ein luxuriöses britisches Sportcoupé der Superlative. In den Augen aller automobilverrückten Cineasten ist dieser Aston Martin jedoch Oscar-preisverdächtiger Hauptdarsteller der James-Bond-Streifen Goldfinger, Feuerball, Golden Eye, Der Morgen stirbt nie und Casino Royale. Entsprechend umlagert waren die gut gesicherten Exponate auf dem Genfer Salon. Zwei Millionen Dollar Erlös soll ein Filmauto bei einer Versteigerung erzielt haben. Da waren die 210 kW/286 PS starken und bis zu 240 km/h schnellen Straßensportwagen zu Preisen ab 56.000 Mark fast schon ein Sonderangebot.

Platz 11: Toyota Celica von 1971. Attraktiver als die Celica kann ein erfolgreiches Weltauto kaum sein. Ein elegantes Hardtop-Coupé ohne B-Säule und mit voll versenkbaren Seitenfenstern, langer Haube und dezentem Hüftschwung – die Celica ist ein Japaner ganz im Stil amerikanischer "Pony-Cars". Kombiniert mit solider Großserientechnik – die Basis dafür lieferte die Mittelklasselimousine Carina – erreichte der sportliche Zweitürer mehr als nur Achtungserfolge. Keine vier Jahre nach Einführung des Sportcoupés gelang Toyota in Amerika der Sprung auf Platz eins der Importcharts.

Platz 10: Chevrolet Corvette von 1954. Sie ist Amerikas einziger Großserien-Sportwagen. Ein ewiger Asphalt-Cowboy, der dank innovativer Kunststoffkarosserie Automobilgeschichte schrieb wie kein anderer Racer. Nach Europa kam die Corvette erst mit einem Jahr Verspätung, stolzen Preisen und wenig imposanter Motorisierung. Erfolge erzielte die Corvette in der Alten Welt erst in späteren Generationen – mit brutal starken V8-Muskelpaketen für vergleichsweise wenig Geld.

Platz 9: Nissan 240 Z von 1971. In die Schweiz kam er mit leichter Verspätung, dafür gelang Nissan mit dem 240 Z der Imagewandel vom Hersteller langweiliger Alltagsautos zum Großserienproduzenten mit aufregenden Nischenprodukten. Die Rekordzahl von 255.500 verkauften 240 Z machte es möglich.

Als preiswerter und dennoch erstaunlich leistungsstarker Sportwagen fuhr die Fairlady Z (so die japanische Bezeichnung) in den Verkaufsstatistiken und auf schnellen Pisten allen Rivalen davon. Dazu zählten Porsche und Corvette, aber auch Alfa und Triumph. Die Presse überschlug sich geradezu in Lobeshymen mit dem Tenor "aufregendster GT" oder "bester Allroundsportler".

Platz 8: Ferrari F 50 von 1995. Ferrari-Fans werden aufstöhnen. Die Marke aus Maranello nur auf Platz acht der Rangliste? Tatsächlich aber debütierten die meisten Ferrari außerhalb der Schweiz. Beim F 50 symbolisiert die Typenbezeichnung den runden Geburtstag der Marke – allerdings als Ankündigung zwei Jahre vor dem Jubiläum. Chassis und Karosserie waren beim F 50 aus Kohlefaser-Verbundmaterial und kombiniert mit einem hinteren Gitterrohrrahmen. Das 383 kW/521 PS starke V12-Triebwerk beschleunigte den offenen Zweisitzer auf Tempo 325.

Platz 7: Mercedes-Benz 230 SL von 1963. Den Anfang der legendären Mercedes-Benz-Roadster-Reihe setzten in den 1950-er Jahren die Typen 300 SL und 190 SL. Ersetzt wurden sie zum Frühlingsanfang 1963 durch den 230 SL mit markantem Pagodendach. Bis heute zählen die von Paul Bracq gezeichneten Roadster-Typen der Baureihe R 113 zu den schönsten offenen Tourensportwagen aller Zeiten – gleich ob als 230 SL (1963-1967), 250 SL (1967) oder 280 SL (1968-1971).

Platz 6: Alfa Romeo Spider von 1966. Seine Markteinführung feierte er noch unter dem Namen Duetto, weltweit erfolgreich wurde der von Pininfarina gezeichnete Spider jedoch erst nach einer Hauptrolle im amerikanischen Filmklassiker "The Graduate – Die Reifeprüfung". Bis 1993 entstanden vier Serien des unvergänglich schönen Zweisitzers mit stets innovativen Motoren. Glänzte der Sportler anfangs mit einem drehfreudigem Aluminiumtriebwerk, konnte er am Ende sogar mit einer variablen Nockenwellenverstellung aufwarten.

Platz 5: Audi quattro/Sport quattro von 1980/1984. Der Allradantrieb leistete die entscheidende Starthilfe für Audis Aufstieg ins automobile Oberhaus. Den Grundstein dafür legte das auf dem Genfer Salon enthüllte Coupé quattro mit 147 kW/200 PS starkem Fünfzylinder-Motor.

Zum wahren Überflieger wurde jedoch erst die Weiterentwicklung Sport quattro von 1984, die ursprünglich als Leistungsmonster für die berüchtigte Gruppe B der Rallye-Weltmeisterschaft entwickelt worden war. Mit Porsche-917-Bremsen und Leistungswerten von bis zu 390 kW/530 PS katapultierte der Sportwagen seine Besatzung in unter drei Sekunden auf Tempo 100.

Platz 4: Bugatti Veyron 16.4 von 2005. Im Club der ultimativen Supersportwagen ist er der blaublütigste und exklusivste Serienrenner. Die edle Sechzehnzylinder-Rakete Bugatti Veyron 16.4 ging 2005 nach sechsjähriger Entwicklungszeit in Serie und avancierte mit anfänglich 736 kW/1001 PS Leistung und einem Preis von 1,16 Millionen Euro zum stärksten und kostspieligsten Straßensportler aller Zeiten.

Mehr als doppelt so teuer, vor allem aber wesentlich flotter ist die jüngste Ausbaustufe des Veyron: Mit 431,072 km/h erzielte der 16.4 Super Sport im Sommer 2010 auf dem VW-Testgelände in Ehra-Lessien den Geschwindigkeitsweltrekord für Serienautos. Dennoch wird der straßenzugelassene Bugatti Super Sport bei 415 km/h abgeregelt – zum Schutz der Reifen.

Platz 3: Mazda MX-5 von 1990. Mit über 900.000 Einheiten ist der Roadster meistverkaufter offener Zweisitzer aller Zeiten. Der kleine Japaner beweist, dass Sportwagen mehr noch für Spaß als für Tempo stehen. 1990 verkündete Mazdas Sonnenkönig die Rückkehr der preiswerten Roadster und rollte direkt von der Showbühne am Lac Léman in die Schauräume der europäischen Händler.

Rasch erreichte das Roadsterfieber epidemische Ausmaße. Nicht nur bei Mazda, wo die Lieferzeiten für MX-5 immer länger wurden. Auch viele Wettbewerber setzten auf den Charme kultiger kleiner Cabrios, die allerdings nicht selten kurzlebig waren wie bunte Schmetterlinge. Allein der Mazda scheint sich ewiger Jugend zu erfreuen.

Platz 2: Lamborghini Miura von 1966. Ihm verdankt Lamborghini den Aufstieg in den Olymp der ultimativen Tempoboliden, denn mit quer eingebautem V12-Mittelmotor klopfte der bis zu 323 kW/440 PS starke Miura an der 300-km/h-Schallmauer. Viel wichtiger war jedoch für den früheren Traktorenhersteller Ferruccio Lamborghini der persönliche Triumph gegenüber dem Erzrivalen Enzo Ferrari.

Gezeichnet vom Designvirtuosen Marcello Gandini und benannt nach einem legendären Kampstierzüchter schaffte es der bis 1973 produzierte Miura der V12-Konkurrenz aus Maranello Paroli zu bieten und die V8-Rivalen von Maserati, Iso-Rivolta und De Tomaso in Schach zu halten.

Platz 1: Jaguar E-Type von 1961. Er ist der Übersportwagen in der 125-jährigen Geschichte des Automobils – das Urmaß fast aller modernen Sportcoupés und Roadster. Ein urbritischer Bolide mit schier endlos langer Motorhaube und muskulösen Kurven, Formen die sogar ein halbes Jahrhundert nach dem Debüt auf dem Genfer Salon noch Begehren bei den meisten Männern auslösen.

Zumal sich unter dem aufregenden Blechkleid ein kräftiges Herz mit bis zu 232 kW/315 SAE-PS verbirgt, genug für ein fröhliches Katz- und Maus-Spiel mit allen zeitgenössischen Supersportwagen. So verwundert es nicht, dass der E-Type Vorbild vieler Roadster und Racer wurde, die er allerdings im Preis meist weit unterbot. Erst als Klassiker ist er kein Sonderangebot mehr.

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