Bilderserie
Mittwoch, 02. Juni 2010

Auto-Klassiker: Mercedes 280 SEC: Nobler Achtundsechziger

Bild 1 von 26
Mondän kommt er daher, der Mercedes 280 SEC. Ein Auto aus einer Blütezeit des Automobilbaus, wo Handarbeit noch nicht als verwerflich, weil unprofitabel galt. (Foto: Markus Mechnich)

Mondän kommt er daher, der Mercedes 280 SEC. Ein Auto aus einer Blütezeit des Automobilbaus, wo Handarbeit noch nicht als verwerflich, weil unprofitabel galt.

Mondän kommt er daher, der Mercedes 280 SEC. Ein Auto aus einer Blütezeit des Automobilbaus, wo Handarbeit noch nicht als verwerflich, weil unprofitabel galt.

Unser Oldie stammt aus dem Jahr 1968. Da werden die Gedanken gleich in Richtung Studentenproteste und freie Liebe gelenkt. Dieses Auto steht aber eher für das Establishment, gegen das die 68er revoltierten.

Die sechziger Jahre waren geprägt von opulenten Automobilen, wie sie in den USA zum Beispiel Cadillac oder in Europa Opel baute.

Kennzeichen der Baureihe W111, wie sie intern bezeichnet wurde, waren die Heckflosse. Beim Coupé gibt es sie allerdings nur in abgeschwächter Form.

Das Coupé der Baureihe wurde ab 1961 gebaut. Damals allerdings zunächst die kleine Version namens 220 SEC.

Ab 1967 wurde der 2,8-Liter-Motor eingeführt. Er trumpfte mit einer, für damalige Zeiten, opulenten Leistung von 160 PS auf.

Die Blechteile bei den Cabrios und Coupés der Baureihe W111 waren großteils in Handarbeit gefertigt. In heutigen Zeiten undenkbar, weil viel zu kostspielig. Damals war Handarbeit aber durchaus noch bezahlbar. Zumindest in der Oberklasse.

Nachteil aber war, dass kein einziges Teil der Rohbaukarosse der Limousine auf das Coupé oder Cabrio passte.

Im Innenraum hat man den 280 SEC aufgewertet. Leder überspannt das Armaturenbrett, Furnierholz umschmeichelt die Instrumente. Nicht nur damals ein ausgesprochen ansprechendes Ambiente.

Das Hufeisen am Kühlergrill soll Glück bringen. Was heute zumindest antiquiert scheint, war damals nicht unüblich.

Das Dach des Coupés wirkt fast aufgesetzt. Abnehmbar, wie beim SL, der so genannten Pagode, ist es nicht.

Die abgeschwächten Heckflossen wurden von Herstellerseite auch Peilstege genannt. Damit war das Auto relativ leicht einzuparken für seine Größe.

Chrom blitzt in der Sonne. Doch der W111 konnte vor allem auch durch passive Sicherheit glänzen. Als erster Mercedes hatte die Baureihe W111 eine stabile Fahrgastzelle und eine wirksame Knautschzone.

Damit konnte er, für damalige Zeiten, spektakuläre Crashtests bestehen. Beispielsweise einen Überschlag bei 80 Stundenkilometern.

Bei späteren Modellen, wie dem hier vorgestellten, stabilisierte eine hydropneumatische Ausgleichsfeder die Hinterachse.

An der Vorderachse hatte das Fahrzeug als erster Mercedes serienmäßig Scheibenbremsen, die die bis dahin üblichen Trommelbremsen ablösten.

Das hier vorgestellte Fahrzeug hat den üblichen 2,8-Liter-Motor an Bord. Ab 1969 war auch ein 3,5-Liter-V8-Motor erhältlich. Diese Modelle sind heute gesuchte Oldtimer.

Mit einer Länge von 4,82 Meter ist der 280 SEC sicher kein Kleinwagen. Vielmehr war er damals ein stattliches Statussymbol, das der eigentlichen S-Klasse den Weg bereitete.

Diese startete ihren Siegeszug aber erst mit dem W116 ab 1972. Der W111 gilt aber als Vorläufer und geheime erste S-Klasse.

Preislich bewegte sich das Coupé dennoch in der Oberklasse. Für 25.950 D-Mark war das Cabrio anfangs zu haben. Später stieg der Preis deutlich über 30.000 D-Mark.

Ein stolzes Sümmchen in den sechziger Jahren. Das Coupé war rund zehn Prozent billiger.

Bis auf sensationelle 190 Stundenkilometer schaffte es das Coupé. In 10,5 Sekunden wurden die 100 km/h erreicht.

Noch sportlicher war natürlich der 3,5-Liter-Benziner, der in neun Sekunden auf 100 km/h gelangte und sogar 210 Stundenkilometer lief.

Insgesamt wurden von der Baureihe W111 mehr als 370.000 Autos gefertigt.

Davon entfallen auf die Karosserievarianten Coupé insgesamt 28.918 Autos. Das Cabrio erreichte hingegen insgesamt nur 7013 gebaute Fahrzeuge. Der 280 SEC kam auf eine Stückzahl von 3797 Exemplare.

Der hier gezeigte Mercedes 280 SEC stammt aus dem Baujahr 1968 und hat den Reihensechszylinder mit 2,8 Litern an Bord. (Text: Markus Mechnich)

weitere Bilderserien