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Mittwoch, 28. Oktober 2015

Vom Nerd zum reichsten Mann der Welt: Computerpionier Bill Gates wird 60

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Er gilt als Mann der leisen Töne, der öffentliche Auftritte eher scheut. (Foto: picture alliance / dpa)

Er gilt als Mann der leisen Töne, der öffentliche Auftritte eher scheut.

Er gilt als Mann der leisen Töne, der öffentliche Auftritte eher scheut.

Auch heute hält sich Bill Gates gern im Hintergrund auf, sollte er einmal gemeinsam mit seiner Frau Melinda im Rampenlicht stehen.

Das US-amerikanische Magazin "Forbes" listet William "Bill" Henry Gates III. aktuell als reichsten Mann der Welt. Gates' Vermögen wird auf 79,2 Milliarden Dollar geschätzt.

Zu verdanken hat Gates das vor allem dem Erfolg von Microsoft.

Nun wird der Software-Architekt und Philanthrop 60 Jahre alt.

Mit der Firmengründung ebnet Gates in den 70er-Jahren maßgeblich den Weg in das Computer-Zeitalter.

Zusammen mit seinem Freund Paul Allen entdeckt Gates das Potenzial der Software.

Gates begründet nicht nur den Aufstieg von Microsoft, sondern erfindet letztlich die Software-Branche.

Anders als der charismatisch auftretende Apple-Gründer Steve Jobs …

… gilt Gates eher als zurückhaltender Computer-Nerd.

Doch seine große Vision hat er zumindest in den entwickelten Staaten realisiert: Ein PC steht heute in nahezu jedem Haushalt. Vor 40 Jahren war diese Vision noch ein sehr ehrgeiziges Ziel.

Bei der mobilen Revolution müssen Gates und seine Mitstreiter jedoch dem Erzrivalen Apple und dem iPhone hinterher laufen, …

… obwohl Gates schon vor Steve Jobs mobile Taschencomputer …

… und Smartphones mit Windows im Programm hatte.

Das Leben von Bill Gates dreht sich inzwischen nicht mehr vorrangig um PCs, Smartphones und Software: …

… Seit 2008 widmet er seine Arbeit fast ausschließlich wohltätigen Zwecken.

Gates zählt zu den Menschen mit der größten Spendenbereitschaft der Welt. 1,3 Milliarden Dollar gab Gates laut "Forbes" gemeinsam mit seiner Frau Melinda im Jahr 2014 für gemeinnützige Zwecke ab und wird damit auf dem zweiten Platz gelistet.

Überboten wird er nur noch von dem US-Großinvestor Warren Buffett, der auf eine Spenden in Höhe von 2,8 Milliarden Dollar kam.

Zu den ersten Stiftungsprojekten von Bill Gates und seiner Frau Melinda French Gates gehört in den 90er-Jahren die Ausstattung von öffentlichen Bibliotheken in den USA mit Internetzugängen über die Gates Library Foundation.

Gates habe über seine Firma Microsoft gelernt, wie wichtig ein PC-Zugang für die Bildung sei, heißt es. Schon bald darauf soll sich das Engagement des Paares auf andere Bereiche weltweit erweitern, etwa der Bekämpfung von Krankheiten wie Malaria, Aids oder Kinderlähmung sowie der Kampf gegen den Klimawandel.

2010 stellen sie für die folgende Dekade 10 Milliarden Dollar allein für die Erforschung und Verteilung von Impfstoffen für die ärmsten Länder zur Verfügung.

Doch es gibt auch immer wieder Kritik an der Stiftungspolitik der Foundation. So soll die Stiftung laut "Guardian" im Steuerjahr 2013 etwa 1,4 Milliarden Dollar in Firmen investiert haben, die Öl, Gas oder Kohle fördern und für einige große Umweltkatastrophen verantwortlich seien, wie etwa die britische BP oder der US-Konzern Exxon.

Auch wird der Foundation eine enge Bindung an Saatgut-Konzern Monsanto vorgeworfen. Mit entsprechenden Investitionen fördere die Stiftung den Lebensmittel-Konzern, der in der Kritik steht, in Afrika die Armut zu verfestigen und die landeseigene Landwirtschaft etwa mit Patentierungen auf Pflanzen in Abhängigkeit zu halten.

Die Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung soll über ein Vermögen von fast 30 Milliarden Dollar verfügen.

Die Erfolgsgeschichte nimmt 1955 ihren Lauf. Bill Gates wird am 28. Oktober in der Nähe von Seattle im Bundesstaat Washington geboren.

Schon in der Schule lernt er den etwas älteren Paul Allen, den späteren Mitbegründer von Microsoft, kennen und verbringt mit ihm jede freie Minute mit Computern, auf denen man sich damals noch Rechenleistung mieten konnte. 1975 bricht Gates sein Studium ab, um sich mehr seiner kleinen Firma Micro-Soft zu widmen und das Unternehmen aufzubauen. Als Gründungsdatum gilt der 4. April 1975.

1977 muss er wegen eines Verkehrsdelikts für den Polizeifotografen posieren, ...

... doch dann beginnt seine Bilderbuchkarriere mit einem Großauftrag von IBM. Er soll 1980 für deren PC ein Betriebssystem liefern.

Gates nimmt den Auftrag an und kauft für rund 50.000 Dollar die Rechte an dem System QDOS (Quick and Dirty OS), entwickelt es weiter und benennt es in MS-DOS (Microsoft Disc Operating System) um. Damit beginnt das PC-Zeitalter.

Zum Weltkonzern steigt Microsoft dann ...

... mit dem Betriebssystem Windows auf.

Als Anführer der Microsoft-Truppen im "Browser-Krieg" gegen Netscape steht Gates auch immer wieder in der Kritik. Letztlich setzt er sich aber durch.

Auf dem Höhepunkt seines Erfolgs tritt Gates Anfang 2000 den Rückzug an. Zunächst gibt er die Position als Chief Executive Officer an seinen langjährigen Freund Steve Ballmer ab.

Offiziell verabschiedet er sich im September 2007, ...

... im Juni 2008 zieht sich der damals 53-Jährige dann fast ganz aus dem Software-Konzern zurück.

Seither nimmt er nur noch als Aufsichtsratsvorsitzender Einfluss.

Der 60-Jährige lebt mit seiner Frau und drei Kindern in einem High-Tech-Anwesen in der Nähe von Seattle.

Trotz allen Reichtums können die Kinder jedoch nicht auf ein großes Erbe hoffen. Der Großteil solle der Gesellschaft zugutekommen, erklärte Melinda Gates einmal in einem Interview. (cri/dpa)

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