Er galt als obszön, anrüchig und ...Bild 1 von 39 ... als skandalträchtiges Phallussymbol:Bild 2 von 39 ... der Lippenstift.Bild 3 von 39 Lange Zeit war er verpönt. Doch heute, 2008, 125 Jahre nach seiner Erfindung, ist der Lippenstift das meistverkaufte Kosmetikprodukt der Welt.Bild 4 von 39 Jede Sekunde gehen weltweit 23 Stück über die Ladentheken.Bild 5 von 39 Mit wenig Aufwand können sich Frauen "in ein schüchternes Mädchen ...Bild 6 von 39 ... oder einen männermordenden Vamp verwandeln", so der Visagist René Koch.Bild 7 von 39 "Volle und gepflegte Lippen gelten als wichtiges Attraktivitätsmerkmal, das mit einem Lippenstift ganz klar betont werden kann", erklärt der Biopsychologe Peter Walschburger.Bild 8 von 39 Lippen hätten eine sehr sinnliche und erotische Komponente, die vor allem Männer anspricht.Bild 9 von 39 Laut der Farbpsychologie verstärke Rot diese Wirkung, wie hier bei Florian Silbereisen ganz deutlich zu sehen ist.Bild 10 von 39 Denn Rot ist eine der erregendsten Farben, die gleichzeitig eine Signalwirkung hat.Bild 11 von 39 Angemalte rote Lippen gab es daher schon vor Tausenden von Jahren. Bereits Nofretete malte sich wie andere Ägypterinnen und Griechinnen ihrer Zeit die Lippen an.Bild 12 von 39 Die Farbe wurde damals allerdings in kleinen Döschen aufbewahrt und - wie bei dem Model Monique Lhuillier - mit dem Finger oder Pinsel aufgetragen.Bild 13 von 39 Ende des 19. Jahrhunderts hatten zwei Franzosen dann die Idee, diese Pomade in eine handlichere Form zu bringen. Welch ein Glück für die nordrhein-westfälische Ministerin für Wirtschaft, Mittelstand und Energie Christa Thoben ...Bild 14 von 39 ... oder die Bundesbildungsministerin Annette Schavan.Bild 15 von 39 Die Erfinder versetzten die Farbe mit Hirschtalg und Bienenwachs, wickelten schmale Rollen in Seidenpapier und präsentierten den Lippenstift auf der am 1. Mai 1883 eröffneten Weltausstellung in Amsterdam.Bild 16 von 39 "Das war aber alles andere als erfolgreich", berichtet der Visagist Koch, der selber Lippenstifte und Lippenstiftabdrücke prominenter Männer (Guildo Horn) ...Bild 17 von 39 ... äh, Frauen sammelt, wie zum Beispiel von Jennifer Lopez.Bild 18 von 39 Der Lippenstift von 1883 war daher nicht erfolgreich, weil es mit dem geschmolzenen Stift häufig große Sauereien in den Handtaschen gab. Außerdem war das kleine Utensil schnell als anrüchig verrufen.Bild 19 von 39 "Der Lippenstift war ein Phallussymbol, das man sich dann auch noch an den Mund halten sollte - ein Skandal!", berichtet Koch.Bild 20 von 39 Deswegen verwendeten ihn anfangs nur Tänzerinnen und Huren.Bild 21 von 39 Die berühmte französische Schauspielerin Sarah Bernhardt gab ihm sogar den frivolen Beinamen "Stylo d'Amour" - ...Bild 22 von 39 ... "Stift der Liebe".Bild 23 von 39 Erfolgreich und populär wurde der Lippenstift dann erst mit der Verbreitung des Films in den 1920ern - heute nicht mehr nur durch Frauen.Bild 24 von 39 So malten sich die Frauen zuerst brombeerrote, kleine Münder - sogenannte Bienenstichmünder - wie ihre Vorbilder in den Stummfilmen.Bild 25 von 39 Später wurden die Lippen wie im Ton- und Farbfilm breiter und auch die Farbe greller.Bild 26 von 39 Der vollständige Durchbruch in Westdeutschland kam nach dem Krieg, als die Amerikaner den Drehlippenstift mitbrachten und Hildegard Knef für den "Volkslippenstift" (VL) für schlappe 1,50 Mark warb.Bild 27 von 39 "Die Männer hatten ihren VW, ...Bild 28 von 39 ... die Frauen - wie hier die Justizministerin Brigitte Zypries - den VL", fasst Visagist Koch diese Entwicklung zusammen.Bild 29 von 39 Mittlerweile benutzen täglich sowohl mehrere Millionen Frauen, wie Sängerin Senna der Popgruppe "Monrose", ...Bild 30 von 39 ... als auch Männer, wie Thomas Gottschalk ...Bild 31 von 39 ... oder der schweizerische Bundespräsident Pascal Couchepin, einen Lippenstift. Na gut, manche davon sind farblos und nur zur Pflege gedacht.Bild 32 von 39 Pro Jahr werden rund 600 Millionen Dollar (383,5 Millionen Euro) für Lippenstifte ausgegeben.Bild 33 von 39 Weitere 150 Millionen für die glänzenderen Varianten des Lipgloss', auf den auch "Atomic Kitten" stehen.Bild 34 von 39 In den USA benutzen einer Umfrage zufolge sogar schon 55 Prozent der sechs- bis neunjährigen Mädchen regelmäßig Lippenstift.Bild 35 von 39 Auch wenn der Lippenstift damit zum Massenphänomen geworden ist: "Provozieren kann man mit ihm noch immer", so die Kulturwissenschaftlerin Annette Bitsch.Bild 36 von 39 So stehen schwarz angemalte Lippen der Punks oder Anhänger von Wave Gotik für eine deutliche Ablehnung der gesellschaftlichen Konventionen.Bild 37 von 39 Nacktmodell Dita von Teese räkelte sich dagegen vor einiger Zeit um den "Lipteese", einer phallisch anmutenden Großversion des Lippenstifts.Bild 38 von 39 Obszön und anrüchig eben.Bild 39 von 39