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Donnerstag, 21. Juli 2016

Anhänger feiern Erdogan : In der Türkei herrscht Volksfeststimmung

Von Katharina Schol

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Auf dem Taksim-Platz in Istanbul feiern Erdogan-Anhänger ihren Präsidenten. (Foto: REUTERS)

Auf dem Taksim-Platz in Istanbul feiern Erdogan-Anhänger ihren Präsidenten.

Auf dem Taksim-Platz in Istanbul feiern Erdogan-Anhänger ihren Präsidenten.

Seit Tagen gehen die Leute auf die Straße, um den Sieg über die Putschisten zu bejubeln.

Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte dazu aufgerufen, "Präsenz" zu zeigen.

"Demokratie für immer" ist auf den Schildern der Erdogan-Anhänger zu lesen.

"Gott ist groß"-Rufe hallen über den Taksim-Platz.

Fast alle Anwesenden haben Türkei-Flaggen dabei.

Es werden Gedichte von einem Tonband abgespielt, die Präsident Erdogan in der Vergangenheit vorgetragen hat.

Die Stimmung ist ausgelassen, ähnlich wie bei Volksfesten.

Aber die Demonstranten beziehen auch klar Stellung.

Staatsfeind Nummer eins ist Fethullah Gülen, ein islamischer Prediger. Zunächst war er ein Weggefährte Erdogans, später dann sein Erzfeind. Gülen wird für den Putschversuch verantwortlich gemacht. Er lebt seit 1999 im Exil in den USA.

Gülen-Anhänger leben in Angst. Es gab bereits gewalttätige Übergriffe.

Stundenlang warten Erdogans Anhänger auf die von ihm angekündigte Entscheidung.

Die Ansprache des Präsidenten wird live auf den Taksim-Platz übertragen.

Er verkündet den Ausnahmezustand und setzt ihn auch gleich in Kraft.

Präsident Erdogan sagt, der Ausnahmezustand sei "definitiv nicht gegen Rechte und Freiheiten gerichtet". Kein Bürger habe etwas zu befürchten, es gehe um den Schutz der Menschen.

Doch die rechtliche Grundlage erlaubt nun, Grundrechte einzuschränken oder sie sogar auszusetzen.

Für drei Monate kann Präsident Erdogan weitgehend per Dekret regieren. Er kann also im Schnellverfahren Gesetze erlassen.

Außerdem ist es im Ausnahmezustand möglich, Personen- und Hauskontrollen durchzuführen, Ausgangssperren zu verhängen und die Medien zu zensieren.

Die Menschen nehmen die Nachricht positiv auf.

Präsident Erdogan will mit dem Ausnahmezustand sicherstellen "alle Elemente entfernen zu können", die am Putschversuch beteiligt waren, sagt er.

In den vergangenen Tagen seit dem Putsch gab es bereits eine Welle der "Säuberung".

Die Regierung hat zehntausende Soldaten festgenommen.

Außerdem wurden Polizisten, Richter und Lehrer inhaftiert oder suspendiert. Mehr als 1500 Dekane an Universitäten mussten ihre Ämter niederlegen.

Akademiker dürfen bis auf weiteres die Türkei nicht verlassen.

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