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Montag, 18. Dezember 2006

"Land des Donnerdrachens": Machtwechsel in Bhutan

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Der König tritt ab - es lebe der König! Im kleinen Himalaya-Staat Bhutan hat König Jigme Singye Wangchuk (rechts) im Dezember 2006 überraschend seine Abdankung bekanntgegeben. Nachfolger wurde sein Sohn Jigme Khesar Namgyel Wangchuk (links). In der Bildmitte: Indiens Präsident Abdul Kalam.

Der König tritt ab - es lebe der König! Im kleinen Himalaya-Staat Bhutan hat König Jigme Singye Wangchuk (rechts) im Dezember 2006 überraschend seine Abdankung bekanntgegeben. Nachfolger wurde sein Sohn Jigme Khesar Namgyel Wangchuk (links). In der Bildmitte: Indiens Präsident Abdul Kalam.

Der König tritt ab - es lebe der König! Im kleinen Himalaya-Staat Bhutan hat König Jigme Singye Wangchuk (rechts) im Dezember 2006 überraschend seine Abdankung bekanntgegeben. Nachfolger wurde sein Sohn Jigme Khesar Namgyel Wangchuk (links). In der Bildmitte: Indiens Präsident Abdul Kalam.

Sein Sohn solle jetzt Erfahrungen als Staatsoberhaupt sammeln, ließ Jigme Singye Wangchuk - immerhin erst 51 Jahre alt - in einem Dekret lapidar verlauten.

Der 26-jährige Jigme Khesar Namgyel Wangchuk sagte, er wolle sein Land stark machen und die demokratische Entwicklung voranbringen.

Der neue Monarch hatte bereits in den vergangenen Jahren viele offizielle Termine wahrgenommen. Jigme Khesar Namgyel Wangchuk hat an der britischen Universität Oxford unter anderem Politik studiert.

Im benachbarten Ausland wird er wegen seines Auftretens gegenüber Frauen auch "der charmante Prinz" genannt.

Jigme Singye Wangchuk war nach dem Tod seines Vaters Jigme Dorje Wangchuk zum König ausgerufen worden. Seine offizielle Krönung erfolgte im Juni 1974.

Ein Foto aus dem Jahre 1971.

Die Krönungsfeiern waren durch ein Attentat auf den König durch Exil-Tibeter überschattet worden.

Bhutan - auf Deutsch "Land des Donnerdrachens" - hat sich erst in den vergangenen drei Jahrzehnten langsam geöffnet. Es ist mit 47.000 Quadratkilometern etwa so groß wie Niedersachsen.

Das Relief des kleinen Königreichs ist vom Himalaya geprägt. Mehr als 80 Prozent der Fläche liegen in mehr als 2000 Metern Höhe.

Schätzungen über die Zahl der Einwohner schwanken zwischen 650.000 und 2,4 Millionen.

Bhutan verzeichnet ein kräftiges Bevölkerungswachstum. Etwa drei Viertel der Bevölkerung gehören zum tibetischen Völkerkreis.

Seit 1988 betreibt die Regierung eine Politik der "Bhutanisierung". Sie besteht in einer Betonung der Einheit der drei Elemente König, Regierung und Land. Die Sprache der Ngalongs, Dzongkha, wurde alleinige Staatssprache.

Der Vajrayana-Buddhismus ist die Staatsreligion in Bhutan. Ihm gehören 75 Prozent der Bevölkerung an.

Die Klöster sind existenziell gesichert. Sie erhalten Mittel aus dem Staatshaushalt.

Ein kleiner Mönch im Kloster Samdrup Jongkar

Ökonomisch ist Bhutan unterentwickelt. Die Landwirtschaft produziert keinen Reisüberschuss. Die Regierung ist zu Importen gezwungen.

In Bhutan gibt es erst seit 1999 Fernsehen und seit 2000 Internet-Zugänge.

Der Nationalsport in dem kleinen Königreich ist das Bogenschießen.

Trotz aller Öffnungsbemühungen des abgetretenen Königs ist Bhutan noch weitgehend abgeschottet. Es wird jedes Jahr nur eine begrenzte Zahl ausländischer Besucher ins Land gelassen.

Ein Polizist in der Hauptstadt Thimphu. In der "Metropole" leben derzeit rund 70.000 Menschen.

Politische Parteien sind in Bhutan bislang verboten.

Gegen die Regierung gerichtete Oppositionsgruppen haben sich in Nepal und Indien gebildet.

Sie gingen nach der Nachricht über den Wechsel auf dem Thron auf die Straße.

Demonstration von Exil-Bhutanesen in der Nähe der indisch-nepalesischen Grenze.

Dennoch hat der abgetretene König Jigme Singye Wangchuk für einige Fortschritte gesorgt. Für Ende 2008 sind sogar Parlamentswahlen geplant.

Außenpolitisch war sein Handlungsspielraum sehr eng begrenzt. Bhutan ist von den Großmächten Indien und China umgeben.

Mit Jigme Singye Wangchuk tritt auch dessen Ehefrau Ashi Dorji Wangmo Wangchuk in die zweite Reihe (links ihre Tochter, Prinzessin Ashi Sonam Dechen Wangchuk).

Der neue König ist zum Lavieren gezwungen. Die Beziehungen zu Indien sind nicht ohne Spannungen. Die Grenzen zu China sind geschlossen.

Außenpolitisch versucht sich Bhutan zu emanzipieren. Das Königreich ist Mitglied der UNO, der Blockfreien-Bewegung und der Weltbank.

Auch auf internationalen Konferenzen ist Bhutan präsent. Hier eine Delegation auf dem Weltklima-Gipfel in der kenianischen Hauptstadt Nairobi.

In Asien sucht Bhutan Anschluss an die so genannten "Tigerstaaten". Jigme Khesar Namgyel Wangchuk bei einem Treffen mit dem Premierminister Singapurs, Lee Hsien Loong.

Aber auch die Beziehungen mit Indien müssen gepflegt werden. Bhutan ist vom übermächtigen Nachbarn ökonomisch abhängig.

Innenpolitisch will der neue Monarch den Demokratisierungs- und Öffnungsprozess seines Vaters fortsetzen.

Bhutan geht dennoch einer ungewissen Zukunft entgegen.

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