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Freitag, 09. Mai 2014

Tag der Panzer und der Veteranen: Russland feiert den "Tag des Sieges"

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Den Tag des Sieges lässt sich Russland jedes Jahr eine Menge kosten. Zehntausende Soldaten, ... (Foto: REUTERS)

Den Tag des Sieges lässt sich Russland jedes Jahr eine Menge kosten. Zehntausende Soldaten, ...

Den Tag des Sieges lässt sich Russland jedes Jahr eine Menge kosten. Zehntausende Soldaten, ...

... aufpolierte Panzer, ...

... auf denen ebenso herausgeputzte Soldaten sitzen und salutieren, ...

... und Flugzeuge, die auf den blauen Himmel über dem Roten Platz bunte Streifen malen.

Über der Basilius-Kathedrale kreisen Hubschrauber.

Gefeiert wird der Sieg über Nazi-Deutschland im Jahr 1945.

Dabei ist in diesem Jahr nicht einmal ein runder Jahrestag.

Am 8. Mai 1945, vor 69 Jahren also, unterzeichnete Deutschland im französischen Reims die bedingungslose Kapitulation gegenüber den USA, Großbritannien, Frankreich und Russland.

Doch weil der Vertrag vom 8. Mai 1945 erst spätabends von allen unterzeichnet war und in Russland um diese Stunde schon ein neuer Tag angebrochen war, feiern die Russen erst am 9. Mai.

In diesem Jahr erfährt die alljährliche Parade besondere Aufmerksamkeit - spielt doch Russlands Präsident Wladimir Putin ...

... zurzeit den bösen Buben in der Weltpolitik.

Große Teile der russischen Armee stehen an der Grenze zur Ukraine, die in einen Bürgerkrieg abzugleiten droht.

Doch den Konflikt in der Ukraine erwähnt Putin an diesem Tag nicht.

Noch vor wenigen Jahren lockte der Tag des Sieges - damals zum 60. Jahrestag der Befreiung - ...

... Politikpromis aus aller Welt zu Gastgeber Putin, darunter der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder und US-Präsident George W. Bush.

Seite an Seite standen Schröder, Frankreichs damaliger Präsident Jaques Chirac, Putin und Bush in Moskau und bewunderten die bis dato aufwendigste und teuerste Parade der Russen zum Kriegsende.

Am heutigen 69. Jahrestag muss Putin mit weniger weitgereisten Gästen Vorlieb nehmen. Er nimmt die Parade mit Ministerpräsident Dmitri Medwedew und Offizieren an seiner Seite ab.

Tagelang wurde geprobt. Seit einigen Jahren gehört auch ein Wagen mit der atomar bestückbaren Interkontinentalrakete "Topol" zum festen Inventar der Show.

Bei Wind und Wetter wurde geübt, bis jeder Schritt saß.

Auch mit dabei: Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu, der in einem offenen Wagen über den Roten Platz gleitet.

Sicherheitsexperte Horst Teltschick sagt dazu bei n-tv: "Russland war in der Vergangenheit auch schon mal weiter. Bereits Gorbatschow verzichtete auf Militärparaden am 9. Mai und machte aus diesem Tag gewissermaßen ein Volksfest."

"Ich glaube, es wäre viel angemessener, an einem solchen Tag keine Kraftprotzerei zu demonstrieren. Wir wissen alle, dass Russland nach wie vor eine große Nuklearmacht ist. Das muss man nicht dauernd vorführen", so Teltschick bei n-tv.

Vor der Kulisse der Basilius-Kathedrale und des Kreml ...

... nutzt Wladimir Putin die Gelegenheit für eine Rede an die Russen.

"Der eiserne Wille des sowjetischen Volkes, seine Furchtlosigkeit und Ausdauer haben Europa vor der Sklaverei bewahrt", sagt er ...

... unter den wachsamen Blicken von Scharfschützen, die den Präsidenten und die Veranstaltung absichern.

Nicht nur in Moskau ist der 9. Mai ein besonderer Tag.

Im ganzen Land feiern Menschen den Sieg über die Nazis. Und immer noch leben Zeitzeugen, wie hier ein Veteran im südostrussischen Wladiwostok.

Auch in anderen Ländern der früheren Sowjetunion wird traditionell an dieses historische Datum erinnert.

Wie etwa im kasachischen Almaty. Hier spendet ein Junge einem alten Mann Schatten, damit er an der Feier teilnehmen kann.

Im ukrainischen Slowjansk spielt eine Kapelle vor der Lenin-Statue.

30 Millionen Menschen starben auf russischer Seite während des Zweiten Weltkrieges.

Damit hatte Russland mit Abstand die meisten Toten in dem verheerenden Krieg zu beklagen.

Auch die Jahrzehnte später Geborenen nehmen an den Umzügen zum Gedenken teil.

Alte Menschen legen ein ums andere Jahr ihre Uniformen von damals an und tragen ihre Abzeichen und Orden spazieren.

Der 9. Mai ist einer der wichtigsten Feiertage in Russland.

Aber auch einer, an dem der Welt gezeigt werden soll, was die Großmacht militärisch immer noch zu bieten hat.

Ob in Gestalt der Marine, die nun wieder die gesamte Krim nutzen kann, ...

... des Heeres, das rund 400.000 Mann stark ist ...

... oder der Luftwaffe.

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