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Montag, 15. Februar 2016

Panenka-Geniestreich und Pires-Lachnummer: Messis Coup und andere legendäre Elfmeter

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Die Fußballprofis Lionel Messi und Luis Suarez haben mit ihrem  Strafstoßtrick gegen Celta Vigo für Aufsehen gesorgt. (Foto: AP)

Die Fußballprofis Lionel Messi und Luis Suarez haben mit ihrem Strafstoßtrick gegen Celta Vigo für Aufsehen gesorgt.

Die Fußballprofis Lionel Messi und Luis Suarez haben mit ihrem Strafstoßtrick gegen Celta Vigo für Aufsehen gesorgt.

Beim 6:1-Sieg des FC Barcelona legte Messi den Ball quer, Suarez verwandelte.

Doch Barças Stars sind nicht die ersten, sie haben spektakuläre Vorbilder.

Wir haben einige legendär-kuriose Elfmeter zusammengestellt: Antonin Panenka, 20. Juni 1976, CSSR gegen Deutschland, EM-Finale, 6:4 nach Elfmeterschießen.

Die Mutter aller Zauber-Elfmeter. Im Endspiel von Belgrad hatten die Tschechen Matchball, führten im Elfmeterschießen 4:3, ein Treffer von Panenka würde den ersten großen Titel für den zweimaligen Vize-Weltmeister bringen.

Anstatt den Ball aber mit Wucht gen Netz zu jagen, guckte Panenka den deutschen Keeper Sepp Maier aus und schaufelte die Kugel über den verdutzten Weltmeister ins Tor. Bis heute ist der "Panenka-Heber" eine beliebte Variante in der Grauzone zwischen Genialität und Arroganz.

Uli Hoeneß, 20. Juni 1976, CSSR gegen Deutschland, EM-Finale, 6:4 nach Elfmeterschießen.

Panenka zauberte, Hoeneß hatte kurz zuvor geholzt. Beim Stande von 3:4 im Elfmeterschießen jagte der Angreifer des FC Bayern deb Ball in den Nachthimmel von Belgrad. Eine Formulierung übrigens, die ebenso bekannt ist wie das Missgeschick selbst.

Der Legende nach wurde der Ball nie wieder gefunden, nach dem bittersten Elfer der deutschen Fußball-Geschichte machte Panenkas Coup die Tschechen zum Europameister.

Johan Cruyff, 5. Dezember 1982, Ajax Amsterdam gegen Helmond Sport (5:0).

Der berühmteste Zwei-Mann-Elfmeter der Fußball-Geschichte. Die bereits 35 Jahre alte Klub-Legende Cruyff lief beim Stand von 1:0 zum Strafstoß an, passte aber kurz auf Dänen-Youngster Jesper Olsen, der den Doppelpass mit Cruyff komplettierte.

"König Johan" musste nur noch ins Tor schieben und meinte hinterher: "Es war kurz vor Weihnachten, und wir wollten unseren Fans ein Geschenk machen!" Erfinder der Variante ist Cruyff dennoch nicht: 1958 hatten die Belgier Rik Coppens, hier im Bild, und Andre Piters derart in der WM-Qualifikation gegen Island getroffen.

Pierre Littbarski und Stephan Engels, 17. Oktober 1987, Eintracht Frankfurt gegen den 1. FC Köln (1:1).

Besonders pfiffig wollten die Kölner im Bundesliga-Duell im Waldstadion sein, stellten sich dabei aber besonders ungeschickt an. In der achten Minute legt sich Littbarski den Ball zum Elfmeter zurecht, doch er schießt nicht selbst. Stattdessen läuft Engels von links in den Strafraum und verwandelt.

Schiedsrichter Bodo Kriegelstein erkennt den Treffer zunächst an, nimmt dies aber auf vehementen Einspruch der Frankfurter zurück. Mit Recht: Der ausführende Schütze muss klar erkennbar sein. Der Elfmeter wird wiederholt, Engels ist diesmal als ausführende Instanz klar ersichtlich - scheitert aber an Eintracht-Keeper Hansi Gundelach.

Robert Pires und Thierry Henry, 22. Oktober 2005, FC Arsenal gegen Manchester City (1:0).

Jeder für sich gehörten Pires und Henry zu den genialsten Fußballern ihrer Zeit, an jenem Herbstnachmittag in Highbury wirkten die beiden Franzosen im Zusammenspiel aber eher wie Laurel und Hardy. Beim Versuch, die legendäre Cruyff/Olsen-Variante zu wiederholen, täuschte Pires den Schuss an, …

… berührte aber nicht den Ball, und Henry preschte in vollem Lauf an der Kugel vorbei. Für ManCity gab es Freistoß, für Pires jede Menge Spott. Immerhin: Arsenal gewann - durch einen Pires-Elfmeter.

Zinedine Zidane, 9. Juli 2006, Italien gegen Frankreich, WM-Finale, 6:4 nach Elfmeterschießen.

Noch ein Genie, noch ein großes Vorbild - doch diesmal sogar noch besser als das Original: Im Endspiel von Berlin …

… packt der große Zizou in der zehnten Minute den Panenka aus, setzt den Ball an die Unterlatte, …

… von da aus landet er einen halben Meter hinter der Linie.

Trotz der Führung verliert Frankreich an jenem Juli-Tag alles - das Finale ebenso wie den späteren Rotsünder Zidane, der Marco Materazzi mit einem Kopfstoß niederstreckt. Es war das letzte Spiel in der Karriere des Meisters.

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