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Sonntag, 20. November 2016

Die Bundesliga in Wort und Witz: "Nichts Geileres, als den FC Bayern zu schlagen"

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Bayer 04 Leverkusen - RB Leipzig 2:3 (2:1) (Foto: imago/Jan Huebner)

Bayer 04 Leverkusen - RB Leipzig 2:3 (2:1)

Bayer 04 Leverkusen - RB Leipzig 2:3 (2:1)

"Ich bin stolz auf diese Mannschaft". Kann Leipzigs Trainer Ralph Hasenhüttl auch sein. Schließlich kickt sein Team erstmals seit 39 Spieltagen den FC Bayern vom Tabellenthron.

Nicht nur "tut das der Liga gut" (Einschätzung Hasenhüttl), sondern auch den Rasenballern aus Leipzig.

War auch nicht mal unverdient: "Der Sieg für uns gegen einen Top-Gegner war gar nicht mal unverdient. Es war einfach geil."

Klingt trotzdem fast ein bisschen überrascht, dieser frisch gekürte Liga-Primus Hasenhüttl. Er sollte sich daran gewöhnen.

An Niederlagen ist man in Leverkusen dagegen gewohnt (mehr als manch einem lieb ist).

"Wir werden die Hinrunde nicht so abschließen, wie wir sie gern abgeschlossen hätten. Das ist bis jetzt ein bisschen verkorkst", stellt Rudi Völler säuerlich fest.

Trainer Roger Schmidt weiß immerhin, dass das so nicht noch mal vorkommen wird.

"Bernd kriegt ein Tor rein, was er wahrscheinlich in seinem ganzen Leben noch nicht reingekriegt hat und auch nicht mehr reinkriegen wird", kommentiert Schmidt den Fehlgriff seines Keepers Leno.

Der verschossene Elfmeter von Calhanoglu schnürt dann das Fehlerpaket "für das wir bestraft worden sind".

Apropos Zielwasser: Das fehlt nicht nur Calhanoglu, sondern auch dem Farbbeutel-Werfer, der den Leipziger Bus aus zwei Metern Entfernung nicht trifft.

"Der soll vielleicht beim nächsten Mal von der Seite kommen, da ist der Bus breiter". (Dieser pfiffige Hasenhüttl hat wirklich für alles eine Strategie parat).

Borussia Mönchengladbach - 1. FC Köln 1:2 (1:0)

"Das Momentum ist derzeit nicht auf unserer Seite".

Gladbachs Sportdirektor Max Eberl erklärt die Situation nach sechs Bundesligaspielen ohne Sieg.

Da muss Gladbach den Gürtel (die Ansprüche an sich selbst) momentan enger schnallen.

"Jetzt heißt es eben ein bisschen mehr Butterbrot als Wurstbrot kauen." Eberl weiß allerdings aus eigener Erfahrung, dass Wurstbrot besser schmeckt.

Dabei macht es die Borussia aus Mönchengladbach den Gästen aus Köln alles andere als leicht.

"Wir haben alles abgerufen, was man vom 1. FC Köln verlangen kann", lobt Trainer Peter Stöger.

"Das Spiel mit so einem Sonntagsschuss zu gewinnen, ist für uns außergewöhnlich", so Stöger.

"Das Schlimme ist ja, dass er das viel öfter kann." Risse sorgt mit seinem Traum-Freistoßtor aus 34 Metern für den ersten Kölner Sieg im Borussia-Park seit acht Jahren und Ersatztorhüter Thomas Kessler klagt sein Leid im Trainingsalltag.

FSV Mainz 05 - SC Freiburg 4:2 (2:0)

"Das war kein schöner Tag".

Nein, das sieht Freiburgs Trainer Christian Streich ganz richtig.

Ist aber auch frustrierend: Freiburg ist die bessere Mannschaft, kassiert trotzdem drei Gegentore nach Standards, hadert mit den Schiedsrichter-Entscheidungen ...

... und verliert dazu noch zwei Spielern. "Die restlichen Statistiken kann man in den Papierkorb werfen", winkt Streich resigniert ab.

Gute Laune dagegen bei Mainz-Trainer Martin Schmidt: "Die Gegner erwarten längst nicht mehr Mainz 0,5, sondern Mainz 05".

"Jeder, der hier kein Ticket kauft, hat eigentlich schon verloren". In der Tat hat Schmidt nicht ganz unrecht, denn nirgendwo fallen mehr Tore als beim FSV 05.

VfL Wolfsburg - FC Schalke 04 0:1 (0:0)

"Wir hatten heute zwei oder drei Möglichkeiten nach Standards und das war's": Mario Gomez weiß, dass man so kein Spiel gewinnen kann.

Nach neun Punkten und einer Tordifferenz von minus fünf schrillen bei den Niedersachsen die Alarmglocken.

Auch Trainer Valerien Ismael ist enttäuscht: "Ich erwarte von meiner Mannschaft, dass sie alles reinwirft, um das Tor zu verhindern. Das war nicht der Fall."

Falls es nach dem Trainerwechsel so etwas wie Aufbruchsstimmung bei den Wölfen gab, ist die jedenfalls verpufft.

Wenn´s denn sein muss kann der VfL aber auch Abstiegskampf: "Ich sehe nicht das Problem, dass wir eigentlich Schöngeister sind und jetzt arbeiten müssen". Manager Allofs wappnet sich Fall schon mal für Schlimmeres.

Was nach einem Katastrophenstart möglich ist, zeigt dagegen Schalke 04.

"Das, was wir an Pech in den ersten fünf Spielen hatten, holen wir uns momentan ein Stück weit zurück". S04-Manager Christian Heidel kann mit der Leistungssteigerung durchaus zufrieden sein.

"Im Winter wollen wir wieder auf Tuchfühlung sein", kommentiert Heidel den neuen Kuschelkurs auf Schalke.

FC Augsburg - Hertha BSC 0:0

0:0, 0:0, 1:0, 1:0, 0:1, 0:0 - und jetzt wieder 0:0 lauten die vergangenen sieben Ergebnisse in der torärmsten Paarung in der Fußball-Bundesliga. Woran liegt´s?

In der Analyse lässt Augsburgs Schuster seinem Trainerkollegen Pal Dardai den Vortritt.

"Augsburg ist eine organisierte Mannschaft, Hertha ist eine organisierte Mannschaft".

War da nicht noch was?

"Berlin ist eine sehr gute, eklige Mannschaft, sie brauchen sehr wenige Chancen", Der ehemalige Berliner und jetzige Augsburger Verteidiger Christoph Janker weiß wovon er redet.

"Wir sind auch eklig, vielleicht hat sich das aufgehoben."

SV Darmstadt 98 - FC Ingolstadt 0:1 (0:0)

"Die Durststrecke war schon schwierig für alle, umso größer ist die Freude."

Ingolstadts neuer Trainer Maik Walpurgis hat schon nach einem Spiel mehr Siege auf dem Konto als Vorgänger Markus Kauczinski.

Walpurgis teilt die Erfolgslorbeeren aber gerne: "Ich habe eine Mannschaft übernommen, die in einem sehr guten körperlichen Zustand war und Fußball spielen kann."

"Ich werde Papa im Januar und durfte endlich mal den Jubel machen", erklärte der in der bisherigen Saison eher bescheiden erfolgreiche Angreifer Moritz Hartmann seinen Torjubel.

Darmstadts Torwaert Michael Esser (hier in der Knie-Ansicht) "hat sich das natürlich anders vorgestellt"..

"Wir sind weiter mittendrin im Abstiegskampf". Marcel Heller weiß, dass es bei den Lilien momentan wenig schönzureden gibt.

Borussia Dortmund - FC Bayern München 1:0 (1:0)

"Das ist doch schön für die Liga, das haben sich doch alle gewünscht." Bayern-Kapitän Philipp Lahm reagiert leicht säuerlich auf die Frage nach dem neuen Spitzenreiter RB Leipzig.

Schmallippig reagiert er dann auch auf seine Auswechslung in der 68. Minute: "Da müssen sie den Trainer fragen, ich bin nicht für Ein- oder Auswechslungen zuständig."

Ein frustrierter Mats Hummels hat "schon genug geredet", ...

... Robert Lewandowski überzeugt indes mit Bayern-Logik: "Wir haben es nicht verdient, hier keinen Punkt zu holen."

"Das war echter Männerfußball."

André Schürrle bringt es auf den Punkt.

"Wenn man mit den Bayern in den Ring steigt, dann kann man nicht erwarten, dass man ohne blaue Augen rauskommt. Man muss nur stehenbleiben." Thomas Tuchel kann sich ein wenig Schadenfreude nicht verkneifen.

"Es gibt nichts Geileres, als Bayern München zu schlagen." (Hans Joachim Watzke fasst zusammen, was sich an diesem Abend wohl jeder Dortmunder dachte).

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