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Sonntag, 20. April 2014

Der 31. Bundesliga-Spieltag in Wort und Witz: "Nur Gott kann uns noch helfen"

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Eintracht Braunschweig - FC Bayern München 0:2 (0:0) (Foto: imago/Christian Schroedter)

Eintracht Braunschweig - FC Bayern München 0:2 (0:0)

Eintracht Braunschweig - FC Bayern München 0:2 (0:0)

Lange hält Braunschweig bravourös mit dem Meister mit - bis zur 75. Minute, in der Claudio Pizarro die Verhältnisse geraderückt.

Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge zeigt Verständnis für das holprige Spiel seiner Bayern: "Der Gegner kämpft gegen den Abstieg. Da ist jeder Zweikampf Krieg."

Rummenigge geht sogar so weit, zu sagen, das Spiel im Stadion an der Hamburger Straße sei "ein guter Test" für Real Madrid gewesen.

Auch Trainer Josep Guardiola blickt bereits voraus: "Wir haben gewonnen und sind damit zufrieden. Wir werden aber nicht ins Finale der Champions League kommen, wenn wir gegen Real Madrid keine überragende Leistung zeigen."

Für Torsten Lieberknecht und seine Eintracht stehen noch drei Endspiele um den Abstieg an: "Wir werden mit Optimismus in die letzten drei Spiele gehen. Wenn man sieht, wie wir uns präsentieren, dann gibt das natürlich Grund zum Optimismus, dass wir bis zum Schluss dabeisein können."

Borussia Dortmund - FSV Mainz 05 4:2 (2:1)

Dortmund und Mainz bieten den Zuschauern beste Fußball-Unterhaltung. Am Ende behält der BVB die drei Punkte zu Hause.

Nuri Sahin leistet sich einen folgenschweren Rückpass zum zwischenzeitlichen 2:2-Ausgleich für Mainz: "Was mache ich jetzt? Versinke ich im Erdboden oder spiele ich weiter?", beschreibt er seine Gedanken später.

Die Champions-League-Qualifikation geschafft, ein Sieg gegen den Ex-Klub, wie fühlt sich das an, Jürgen Klopp? "Ich bin so gut drauf."

Kollege Thomas Tuchel wird aufgrund der klaren Leistungsunterschiede grundsätzlich: "So ist es definitiv nicht unsere Liga. Wir mussten unsere Bestleistung abrufen, um überhaupt mitzuhalten."

Hamburger SV - VfL Wolfsburg 1:3 (0:2)

Oh weh, HSV! Wenigstens die Heimspiele müssen die notorisch auswärtsschwachen Hanseaten eigentlich gewinnen, um die Klasse zu halten. Doch starken "Wölfen" hat Hamburg nichts entgegenzusetzen.

Welche Hoffnung bleibt noch? "Ich werde zu Gott beten, dass wir in der Liga bleiben. Nur Gott kann uns jetzt noch helfen", sagt Spielmacher Hakan Calhanoglu. Und das wiederum sagt alles.

Heiko Westermann sucht nicht nach Ausreden: "Wir haben in der ersten Hälfte viele katastrophale Fehler gemacht. Wolfsburg war von der 1. bis zur 90. Minute besser."

Enttäuscht von seinem ehemaligen Verein zeigt sich der Wolfsburger Torschütze Ivica Olic: "Sie haben nichts gezeigt. Ich habe nicht viel Optimismus für die HSV-Rettung."

HSV-Sportdirektor Oliver Kreuzer möchte auch angesichts der Verletzungsseuche nicht die Lanze über sein Team brechen: "Wolfsburg ist eine Weltklassemannschaft. Da war nicht mehr drin."

Coach Mirko Slomka beschäftigt sich schon mit dem Worst Case: "Wenn ich als erster HSV-Trainer in die Geschichtsbücher eingehe, der absteigt, werde ich vielleicht auch der erste sein, der mit dem HSV aufsteigt."

Dieter Hecking muss sich so langsam Gedanken darüber machen, dass er in der nächsten Saison vielleicht Anzüge tragen muss - in der Champions League. "Ich soll darin ganz gut aussehen, sagen viele."

Maximilian Arnold wird ein Trikot tragen, so viel ist klar: "Wir spielen nächstes Jahr international. Ich freue mich einen Keks."

Werder Bremen - TSG 1899 Hoffenheim 3:1 (1:1)

Endlich durch mit dieser schwierigen Saison - Bremen feiert mit einem überzeugenden Sieg den Klassenerhalt.

"Wir sind jetzt auf der Pole Position. Wenn wir uns die noch nehmen lassen, sind wir zu blöd für die Bundesliga", erklärt Sebastian Prödl (links).

"Wir mussten gegen 12 Mann kämpfen", sagt Hoffenheims Trainer Markus Gisdol anschließend. "Damit meine ich nicht den Schiedsrichter, sondern das Bremer Publikum."

Ganz österlich bedankt sich Werders Franco di Santo beim Himmelsvater: "Der, der da oben sieht, hat sich für unsere Seite entschieden."

Besonders gefeiert wird Torwart Raphael Wolf, der einen Strafstoß pariert: "Ich hatte beim Hinspiel ja schon zweimal das Vergnügen gegen Salihovic, den dritten Elfer musste ich jetzt mal halten", erklärt Wolf. "Zuerst wollte ich in die andere Ecke springen, habe es mir dann aber noch einmal anders überlegt."

FC Augsburg - Hertha BSC Berlin 0:0

Für den Aufsteiger Hertha BSC beginnt die Partie mit einem Schock. Beim Aufwärmen verletzt sich Kapitän Fabian Lustenberger, der sein Comeback nach zwei Monaten Verletzung geben wollte - wohl das WM-Aus für den Schweizer. "Es tut mir leid für ihn", sagt Hertha-Kollege Sandro Wagner.

Den Auftritt der Berliner empfindet Wagner als gelungen: "Das war kämpferisch ein super Spiel von uns. Von der Mentalität her kann uns keiner was vorwerfen."

Der FCA gerät dagegen zu Saisonende außer Tritt. Maskenmann Tobias Werner reagiert dementsprechend zerknirscht auf den Hinweis, dass der Europapokal-Konkurrent Mainz verloren hat: "Wir haben einen Punkt aufgeholt ... Wahnsinn."

Keine Motivationsprobleme hat Augsburgs Torhüter Marwin Hitz: "So lange es um was geht, geht's um was."

Coach Markus Weinzierl hat eine Erklärung dafür, warum sein Team Probleme hat: "Es ist positiv für uns, dass wir jetzt Mann gegen Mann gedeckt werden".

SC Freiburg - Borussia Mönchengladbach 4:2 (0:1)

Mit einem Weckruf rüttelt Christian Streich zur Halbzeit seine Mannschaft auf. "Der Trainer wurde ganz, ganz laut in der Kabine", erzählt Admir Mehmedi nach der schwachen ersten Hälfte des SC Freiburg. Es hat gewirkt, und der SC ist die Abstiegssorgen los.

Der SC-Coach beweist mal wieder seinen Hang zur Philosophie: "Dann kam das Tor, dann war 'Angst essen Seele auf'", sagt er über die schwere Phase, als Gladbach in Führung ging.

Mitentscheidend für den Sieg der Freiburger: Der Elfmeter-Fehlschuss von Gladbachs Filip Daems in der 65. Minute beim Stand von 1:1. "Mein Elfmeter muss einfach rein, aber auch danach haben wir die Tore hinten zu leicht hergeschenkt", sagt der Kapitän.

SC-Torwart Oliver Baumann will seinen Anteil nicht zu hoch bewerten. "Ich hatte eine Information von unserem Torwarttrainer, die zum Glück gestimmt hat. Aber ausschlaggebend für den Sieg war unsere Leidenschaft."

Lucien Favre verspürt nach dem Spiel wenig Lust auf den Osterbraten: "Es ist schwer für uns, diese Niederlage zu verdauen."

Eintracht Frankfurt - Hannover 96 2:3 (1:3)

Mit dem zweiten Sieg in Folge verschafft Hannover 96 sich eine Menge Luft im Abstiegskampf. Feiern wollen die Niedersachsen aber noch nicht. "Es fehlt noch ein Schritt - und den müssen wir so schnell wie möglich machen", fordert Trainer Tayfun Korkut.

Leon Andreasen verspürt vor allem Genugtuung: "Wir haben sehr viel auf die Schnauze bekommen - von der Presse und von unseren eigenen Fans."

Eigentlich müsste er sich ja gar nicht mehr so aufregen, aber Frankfurts Coach ist so richtig bedient: "Ich bin hier der einzige Rufer in der Wüste", sagt Armin Veh und legt nach: Seine Mannschaft sei diese Partie angegangen "wie ein Freundschaftsspiel. Wir haben so gespielt, als wenn wir schon durch wären. Die ganze Stimmung hier ist so, als ob alles schon gelaufen wäre. Aber das ist es noch nicht. Das passt mir nicht."

VfB Stuttgart - Schalke 04 3:1 (1:0)

Endlich wieder ein Tor von Cacau, endlich einen Vorsprung sicher über die Zeit gebracht: Stuttgart macht einen riesigen Schritt Richtung Klassenerhalt.

Gegen seinen Herzensclub sieht VfB-Trainer Huub Stevens eine engagierte Vorstellung seiner Truppe: "Wir haben heute gezeigt, dass eine Mannschaft, die kämpft und zusammenhält, auch gegen einen besseren Gegner gewinnen kann", analysiert er danach zufrieden.

Jens Keller kann die Niederlage gar nicht recht fassen: "Ich habe nach 20 Minuten nicht das Gefühl gehabt, dass wir hier verlieren können. Aber wir haben nicht zwingend genug nach vorne gespielt und waren nicht durchschlagkräftig."

1. FC Nürnberg - Bayer Leverkusen 1:4 (1:1)

So langsam wird es zappenduster für den "Club". Bei der Heimklatsche gegen Bayer liefern die Franken einen Offenbarungseid.

"Wir haben zur Zeit einfach nicht die Qualität, um solche Spiele zu gewinnen. Am Ende haben wir wohl auch nicht mehr an uns geglaubt", konstatiert Torhüter Raphael Schäfer.

Im Gegensatz zu einigen Fans kapituliert der Kapitän aber noch nicht: "Wir haben noch drei Spiele und werden alles versuchen."

Gertjan Verbeek wirkt etwas ratlos: "Wir mussten das Spiel machen. Für Leverkusen war es einfacher, da sie sich auf Konter verlegen konnten. Wenn wir in Führung gehen, dann sieht es vielleicht besser aus. Wir müssen jetzt aber weitermachen und müssen es nächste Woche besser machen."

Sein Gegenüber Sascha Lewandowski schwört sein Team auf einen harten Kampf um Platz vier ein: "Insgesamt geht der Sieg für uns in Ordnung. In der zweiten Hälfte haben wir unsere Konter gut zu Ende gebracht, das hätte ich mir schon in der ersten Hälfte gewünscht. Wir haben nach einer langen Durststrecke mal wieder zwei Spiele hintereinander gewonnen. Deshalb müssen wir den Ball flach halten."

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