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Mittwoch, 14. Mai 2014

Die Königin von Hollywood: Cate Blanchett

Von Markus Lippold

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Sie ist die starke Frau von Hollywood. (Foto: imago stock&people)

Sie ist die starke Frau von Hollywood.

Sie ist die starke Frau von Hollywood.

Zwei Oscars hat sie und eine Menge weiterer Preise.

Sie spielt gebrochene Charaktere ("The Good German") und ...

... starke Frauen ("The Missing").

Und das schon seit Jahren.

Bereits ihr dritter Film bringt Cate Blanchett den internationalen Durchbruch und den Sprung in die US-amerikanische Filmmetropole.

Als britische Herrscherin "Elizabeth" - natürlich die I. - wird sie nicht nur Hollywoods Darling, …

… sondern auch gleich mit einem Golden Globe und einer Oscar-Nominierung bedacht.

Es ist ein Durchbruch über Nacht, auch wenn Blanchett davor natürlich nicht untätig war.

Die 1969 in Melbourne Geborene mit australischer Mutter und texanischem Vater (der starb, als sie zehn war) …

… hatte in Sydney Schauspiel studiert und war schon Anfang der 90er-Jahre auf Theaterbühnen und in Fernsehserien aufgetreten.

Bald folgte mit dem Kriegsdrama "Paradise Road" (r., mit Frances McDormand) über britische Frauen in japanischer Gefangenschaft der erste Kinoauftritt.

Dann kommt "Elizabeth", in dem Blanchett eine noch junge, aber zielstrebige Monarchin spielt, und …

… der Beginn einer eindrucksvollen Karriere.

Blanchett, die nun 45 wird, lässt sich dabei selten festlegen.

Zwar wird sie als mächtige Elbin Galadriel in den drei "Herr der Ringe"-Streifen und …

… den drei "Hobbit"-Verfilmungen (Im Vordergrund Ian McKellen) weltberühmt und …

… steht auch für Hochglanzproduktionen wie "Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels" vor der Kamera.

Doch daneben spielt sie permanent in kleinen Dramen, …

… auch europäischer Regisseure - wie in "Heaven" von Tom Tykwer an der Seite von Giovanni Ribisi.

Blanchett bevorzugt starke - mitunter auch schwierige - Frauenrollen, die Klischees widerlegen, …

… ob nun im Wilden Westen in "The Missing", …

… im Mysterythriller "The Gift" oder …

… als unerschrockene irische Ermittlerin in "Die Journalistin" (mit Colin Farrell).

Da ist es nur folgerichtig, dass ausgerechnet ihre Darstellung der stets gegen die Normen rebellierenden Hollywood-Ikone Katherine Hepburn …

… im Biopic "Aviator" von Martin Scorsese und mit Leonardo DiCaprio …

… mit einem Oscar prämiert wird.

Das hat sich Blanchett bereits als Charakterdarstellerin einen Namen gemacht.

Dass sie nebenbei in solch vergleichsweise großen Produktionen oder eben Fantasy-Epen mitspielt, dürfte ihrer Neugier und Experimentierlust geschuldet sein.

Nach dem Oscar-Gewinn macht sie allerdings weiter wie zuvor und steht für etliche namhafte Arthouse-Regisseure vor der Kamera.

In "Die Tiefseetaucher" von Wes Anderson begibt sie sich mit Bill Murray (Bild), Owen Wilson und …

… vielen weiteren Stars auf die Suche nach dem ominösen Jaguarhai.

In "Babel" von Alejandro González Iñárritu spielt sie neben Brad Pitt …

… eine US-Amerikanerin, die bei einem (vermeintlichen) Anschlag verletzt wird.

"The Good German" zeigt sie als Holocaust-Überlebende im Nachkriegsdeutschland.

In dem Film von Steven Soderbergh steht sie mit George Clooney vor der Kamera.

Die Liste lässt sich fortsetzen: In "Tagebuch eines Skandals" spielt sie mit Judy Dench und wird dafür Oscar-nominiert.

In dem Musikfilm "I'm Not There" ist sie eine von sechs Verkörperungen von Bob Dylan und …

… bekommt dafür den Darstellerpreis bei den Filmfestspielen von Venedig und einen Golden Globe.

Blanchett hat das Glück, sich ihre Rollen aussuchen zu dürfen - vor Risiken schreckt sie dabei selten zurück.

So wählt sie 2007 wieder die Rolle der Elizabeth. "Das goldene Königreich" zeigt sie erneut als britische Monarchin - …

… diesmal gealtert, im Kampf gegen die spanische Armada.

Der Film wird nicht so begeistert aufgenommen wie der erste.

Vielleicht fehlt die Unbekümmertheit der jungen Königin.

Oscar- und Golden-Globe-Nominierungen erhält Blanchett trotzdem.

Bei der Oscar-Verleihung, bei der sie hochschwanger erscheint, schafft sie das seltene Kunststück, …

… sowohl als Hauptdarstellerin ("Elizabeth"), als auch als Nebendarstellerin ("I'm Not There") nominiert zu sein - doch sie geht zweimal leer aus.

2007, in dem beide Filme ins Kino kommen, ist aber auch das Jahr, …

… in dem Blanchett mit ihrem Mann Andrew Upton, einem Bühnen- und Drehbuchautoren, und den drei Söhnen zurück nach Australien geht.

Nicht nur wolle sie ihren Kindern eine Heimat nahe den Familien beider Eltern bieten, sagt sie in einem Interview, …

… sie fühle sich auch nach wie vor dem australischen Theater verbunden (hier in dem Stück "Big and Small").

Kein Wunder, dass sie mit ihrem Mann ab 2009 die künstlerische Leitung der Sydney Theatre Company übernimmt, die sie erst 2013 wieder abgibt.

Dabei steht sie selbst auf der Bühne des Ensembles, etwa als Blanche in "Endstation Sehnsucht" (Bild), überredet aber auch Hollywood-Kollegen wie Steven Soderbergh oder Philip Seymour Hoffman zu Engagements.

Zudem engagiert sie sich politisch, fordert etwa eine Steuer auf den Ausstoß von CO2 in Australien (hier in einem Video des WWF), oder …

… setzt sich für die Rechte von Frauen ein.

Zudem ist sie Schirmherrin von SolarAid - die Organisation fördert die Verbreitung von Solarenergie in Entwicklungsländern.

In dieser Zeit dreht sie seltener fürs Kino - und wenn doch, sucht sich eher große Produktionen aus.

Zunächst gibt sie in "Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels" unter der Regie von Steven Spielberg eine fiese sowjetische Agentin - …

… angesichts der bisherigen Rollen eine eher ungewöhnliche Wahl, …

… die sie jedoch als fiese CIA-Agentin in "Wer ist Hanna?" wiederholt.

Zwischendurch tritt sie erneut an der Seite von Brad Pitt auf, …

… in dem Fantasy-Drama "Der seltsame Fall des Benjamin Button", der übrigens einen Oscar für sein Make-up bekommt.

Zudem steht sie mit ihrem Landsmann Russell Crowe für "Robin Hood" von Ridley Scott vor der Kamera.

In der grimmigen Neuinterpretation der Legende spielt sie Lady Marion, die dem Titelhelden den Kopf verdreht.

Den Kopf verdreht sie dann auch einem jener US-Soldaten, …

… die im Zweiten Weltkrieg europäische Kunstschätze vor der Zerstörung durch die Nationalsozialisten retten wollen.

"The Monuments Man" bringt sie erneut mit George Clooney, der Regie und Hauptrolle übernimmt, zusammen.

Daneben wiederholt sie ihre vermutlich bekannteste Rolle als Elbin Galadriel, die sie in den drei "Hobbit"-Filmen von Peter Jackson darstellt.

Dass sie immer noch Arthouse kann, beweist sie dagegen 2013 mit "Blue Jasmine" von Woody Allen.

Die Rolle als seelisch schwer angeschlagene Geschäftsfrau beschert ihr begeisterte Kritiken, …

… einen Golden Globe, den zweiten Oscar (diesmal als Hauptdarstellerin) sowie eine Handvoll weiterer Preise.

Blanchett wird zur Königin von Hollywood gekrönt - und das, …

… obwohl kurz vor der Oscar-Verleihung Woody Allen beschuldigt wird, seine Adoptivtochter sexuell missbraucht zu haben und der Film dadurch negative Schlagzeilen bekommt.

Für Blanchett ist der Oscar ein Sahnehäubchen auf einer auch so schon beeindruckenden Karriere.

Die Rolle der blutjungen Königin spielt sie nun mit 45 Jahren nicht mehr. Dafür kann man sie demnächst als böse Stiefmutter in einer Neuverfilmung von Disneys "Cinderella" erleben.

Danach spielt sie in einer Verfilmung des Romans "The Price of Salt" von Patricia Highsmith mit: "Carol" von Todd Haynes ("I'm Not There") erzählt eine lesbische Liebesbeziehung, …

… in der neben Blanchett Rooney Mara eine Hauptrolle übernimmt.

Angekündigt sind zudem zwei Filme von Regisseur Terence Malick, einerseits "Knight of Cups" unter anderem mit Blanchett, Christian Bale und Natalie Portman, …

… andererseits ein Musical-Drama, in das neben der Australierin etwa Ryan Gosling, Rooney Mara, Bale und Portman involviert sein sollen.

Eins kann man ihr also weiterhin bescheinigen: Blanchett sucht sich ihre Rollen immer noch sehr sorgsam aus.

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