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Montag, 16. Januar 2012

Golden Globes 2012: Ohne Worte - "The Artist" räumt ab

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Ist das ein Hundeleben! (Foto: REUTERS)

Ist das ein Hundeleben!

Ist das ein Hundeleben!

Der momentane First Dog - Uggie - bei den Golden Globes mit einem ebensolchen.

Denn: Der französische Stummfilm "The Artist" ist der große Gewinner der Verleihung der Golden Globes.

Der sechs Mal nominierte Schwarz-Weiß-Streifen heimste am Sonntagabend in drei Kategorien eine Trophäe ein.

Wie die Crew des Films ...

... dürfen auch Meryl Streep ...

... und George Clooney als beste Darsteller in einem Drama nun von einem Oscar träumen, ...

... für den die Golden Globes als wichtiges Stimmungsbarometer gelten.

"The Artist" war als großer Favorit in das Rennen um die Golden Globes gegangen, die jedes Jahr von der Auslandspresse in Hollywood vergeben werden.

Der Film erzählt die Geschichte des Stummfilmstars George Valentin, der mit der Einführung des Tonfilms in Vergessenheit gerät, ...

... und gewann die Preise in den Kategorien beste Komödie und beste Filmmusik.

Geehrt wurde zudem der französische Hauptdarsteller, Jean Dujardin, als bester Komödiendarsteller.

Insgesamt war "The Artist" in sechs Kategorien nominiert.

Der 39-jährige Dujardin, der in dem Schwarz-Weiß-Film fast kein Wort sagt, sprudelte in seiner Danksagung förmlich über.

Als Begleitung auf dem roten Teppich und auf die Bühne trippelte Uggie mit - der Jack Russell Terrier ist durch seine Filmtricks in "The Artist" zu Hollywoods Top-Dog geworden.

Dujardin (mit Frau Alexandra Lamy) wäre der erste moderne "Stummfilm-Star", der seit dem Ende der wortlosen Hollywood-Ära in den 1920er Jahren einen Oscar holen könnte.

Nach seinem Globe-Gewinn ist es so gut wie sicher, dass der in den USA bisher unbekannte Franzose Ende Februar bei den Oscars mitmischt.

Der Preis für die beste Regie ging jedoch an US-Filmemacher Martin Scorsese.

Er gewann die Trophäe für den aufwendigen 3D-Film "Hugo Cabret". Das Fantasy-Märchen dreht sich um einen Waisenjungen im Paris der 1930er Jahre. Es ist auch eine Hommage an die Anfänge des Films um den Trickfilmpionier Georges Méliès.

Für das beste Drehbuch wurde Woody Allen für "Midnight in Paris" geehrt.

Beste Nebendarstellerin war in den Augen der Auslandspresse Octavia Spencer ("The Help").

Die zweifache Oscar-Preisträgerin Meryl Streep ...

... ergatterte den Preis als beste Drama-Darstellerin für ihren Film "Die Eiserne Lady".

George Clooney erhielt die Auszeichnung für das männliche Pendant ...

... für seine Rolle in Alexander Paynes "The Descendants - Familie und andere Angelegenheiten".

Clooney spielt darin einen gestressten Vater, der sich nach dem schweren Unfall seiner Frau um seine beiden Töchter kümmern muss.

Als überforderter Vater in kitschigen Hawaii-Hemden macht Clooney, der in seinem zweiten, momentan laufenden Film ("The Ides of March") einen Präsidentschaftskandidaten mimt, keine sexy Figur, aber gerade das war den Juroren anscheinend eine Ehrung wert.

Mit Freundin Stacy Keibler alberte er dann auch - wie immer - auf dem roten Teppich herum, ...

... und bewies als vermeintlich "kleinerer Mann" ...

... mal wieder Größe.

Mit der Trophäe in der Hand war Clooney dann auch zu weiteren Scherzen aufgelegt.

Er bedankte sich grinsend bei seinem Mitstreiter Michael Fassbender: Der hätte es ihm abgenommen, sich gänzlich nackt vor der Kamera zu zeigen.

Der 34-jährige Fassbender, gebürtiger Heidelberger mit deutschem Vater und einer irischen Mutter, hatte für seine Rolle als Sexsüchtiger in "Shame" die Hüllen fallen lassen und war ebenfalls als bester Darsteller nominiert gewesen.

Er war in diesem Jahr Deutschlands einzige Hoffnung auf einen Globe-Gewinn.

Nicht nur der Darsteller, auch der Film "Descendants" setzte sich gegen eine starke Konkurrenz durch: "The Help", "Hugo Cabret", "The Ides of March - Tage des Verrats", "Moneyball" und "War Horse - Gefährten" durch.

In der Kategorie beste Komödiendarstellerin wurde die 31-jährige US-Schauspielerin Michelle Williams ...

.... für ihre Darstellung von Hollywood-Ikone Marilyn Monroe ("My Week With Marilyn") geehrt.

Der iranische Film "Nader und Simin - Eine Trennung" ist als bester ausländischer Film mit dem Golden Globe ausgezeichnet worden.

Der Streifen von Regisseur Asghar Farhadi setzte sich unter anderem gegen das Regiedebüt von Angelina Jolie durch: ...

"In the Land of Blood and Honey" wurde sowohl in Englisch als auch in Serbo-Kroatisch gedreht und trat deshalb auch in dieser Kategorie an.

Mit Spannung blickt die Filmbranche nun auf die Bekanntgabe der Oscar-Nominierungen am 24. Januar.

Die Verleihung der Academy Awards am 26. Februar ...

... ist dann der Höhepunkt der Filmpreis-Saison.

Aber zurück zu den Globes: Auch Kate Winslet hat mal wieder was gewonnen.

Die 36-Jährige erhielt die Auszeichnung für ihre Rolle der Mutter Mildred Pierce, in der fünfteiligen, gleichnamigen TV-Serie.

Die müht sich darum, ihre Familie durch die Große Depression der 1930er zu bringen.

"Mildred Pierce" von Regisseur Todd Haynes wurde in den USA beim Sender HBO gezeigt; in Deutschland lief die Miniserie noch nicht im Fernsehen.

Die Serie "Homeland" gewann gleich zwei Golden Globes: einen für die beste Fernsehserie in der Kategorie "Drama" ...

... und einen für Claire Danes als beste Schauspielerin.

Die 32-Jährige ("Romeo und Julia") spielt darin die CIA-Agentin Carrie Mathison, die gegen mutmaßliche Terroristen in den USA ermittelt.

"Homeland" (mit dem Kollegen Damian Lewis) wird in den USA seit Oktober vom Sender Showtime ausgestrahlt, eine zweite Staffel ist bereits in Planung. In Deutschland ist "Homeland" derzeit nicht im Fernsehen zu sehen.

Und mal wieder gab es Spott für einen deutschen Filmschaffenden.

Der für seinen bissigen Humor bekannte britische Komiker Ricky Gervais teilte als Show-Moderator einen Seitenhieb an Regisseur Florian Henckel von Donnersmarck aus, ...

... der für seinen Flop-Film "The Tourist" schon im vorigen Jahr Zielscheibe gewesen war.

Gervais bedrängte "The Tourist"-Star Johnny Depp mit der Frage, ob der den Film denn schon gesehen habe. Depp verneinte, das Publikum lachte.

Gervais nahm auch die Globes auf die Schippe. Sie seien eigentlich so etwas wie die Oscars, "nur ohne das ganze Ansehen", lästerte der Komiker. Nur eine kleine Gruppe von rund 90 meist freiberuflichen Auslandsjournalisten stimmen über die Preise ab, verglichen mit der prestigeträchtigen Oscar-Akademie mit 6000 Mitgliedern.

Dafür werben die Globe-Verleiher mit prickelnder Fröhlichkeit.

Über 9000 Gläser Champagner werden serviert, gaben sie stolz auf ihrer Webseite an.

Nicht erst bei den Partys danach, ...

... sondern schon während der Show wurde eingeschüttet.

Dennoch - der nächste rote Teppich wartet.

Und der Fokus wird auf die wirklich wichtigen Dinge gerichtet.

Was zieh ich bloß ...

... zur Oscar-Verleihung an?

Kein Problem für stets so elegante Erscheinungen wie P. Diddy ...

... oder Kate Beckinsale.

Schwarz geht ja immer noch, wie hier bei Jessica Lange, die einen Globe für eine Nebenrolle in einer Mini-TV-Serie mit nach Hause nehmen darf, ...

... genau wie der schon lange nicht mehr gesehene Kollege und ehemalige "Friends"-Star Matt LeBlanc, der einen Preis für "Episodes" in sein Regal stellen darf.

LeBlanc war übrigens mehr als überrascht über seinen Gewinn, aber: "Für einen guten Witz mache ich eben alles!"

Garantiert wieder mit von der Party, äh, Partie: Die Hilton-Schwestern.

Und auch sonst bleibt es bunt und spannend, selbst Skandalnüdelchen Lindsay Lohan war dabei.

Alle zeigten sich bei den Globes!

Französischer Akzent, britischer Humor und Klänge aus Hawaii: ...

... Eine exotische Mischung eben.

Hoffentlich findet auch Madonna ihre Sprache bis dahin wieder.

Der 53-Jährigen verschlug es diese nämlich glatt, als sie auf der Bühne den Globe für den besten Song "Masterpiece" in ihrem Film "W.E." in Empfang nahm.

Die Sängerin, die bei der Liebesgeschichte auch Regie führte, druckste eine Weile herum. "Ich bin nicht aus Frankreich, ich habe keine Ausrede", entschuldigte sich der Star, mit Blick auf die charmant gestammelten Dankesreden der "The Artist"-Gewinner.

Französische Akzente wird Hollywood in dieser Preissaison bestimmt noch oft zu hören bekommen. (soe/dpa/AP)

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