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Mittwoch, 02. Februar 2011

Nadelöhr der Globalisierung: Der Suezkanal

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Wie andere ägyptische Städte ist auch die Hafenstadt Suez  Schauplatz heftiger Zusammenstöße zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten, die eine Absetzung von Präsident Husni Mubarak fordern. (Foto: REUTERS)

Wie andere ägyptische Städte ist auch die Hafenstadt Suez Schauplatz heftiger Zusammenstöße zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten, die eine Absetzung von Präsident Husni Mubarak fordern.

Wie andere ägyptische Städte ist auch die Hafenstadt Suez Schauplatz heftiger Zusammenstöße zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten, die eine Absetzung von Präsident Husni Mubarak fordern.

Das gibt der Sorge neue Nahrung, der für die Weltwirtschaft wichtige Suezkanal könnte geschlossen werden.

Der Suezkanal ist eine der am meisten befahrenen Schiffsrouten und eine wichtige Einnahmequelle für Ägyptens Wirtschaft. Nur der Tourismus bringt dem Land mehr Geld. Im vergangenen Jahr beliefen sich die Gebühren umgerechnet auf deutlich mehr als 3 Mrd. Euro.

Der Wasserweg ist 192 Kilometer lang und die kürzeste Schifffahrtsroute zwischen Europa und Asien, da er den Seeweg um Afrika unnötig macht.

Der Kanal in seinem heutigen Verlauf als künstlicher Wasserweg zwischen den Hafenstädten Port Said am Mittelmeer und Suez wurde von dem Franzosen Ferdinand de Lesseps geplant.

Nach Baubeginn im Jahr 1859 dauerte es zehn Jahre bis zur Eröffnung.

An der Suezkanal-Gesellschaft waren zunächst Frankreich und Ägypten beteiligt. 1875 übernahm Großbritannien den ägyptischen Anteil. 1882 besetzte Großbritannien Ägypten und die Kanalzone.

1888 wurde die Suezkanal-Konvention geschlossen. Sie garantiert die Freiheit der Schifffahrt im Kanal – und gilt auch für Kriegschiffe aller Nationen.

1956 verstaatlichte Ägypten den Suezkanal. Kurz zuvor hatten die letzten britischen Truppen die Kanalzone verlassen.

Im Oktober1956 kam es daraufhin zur Suezkrise. Britische, französische und israelische Truppen griffen Ägypten an. Wegen der Intervention der USA und der Sowjetunion kam es im Dezember zu einem Waffenstillstand.

Die Kanalzone wurde geräumt. Der Seeweg war allerdings bis zum Frühjahr 1957 durch versenkte Schiffe unpassierbar.

Der Sechstagekrieg zwischen Israel und Ägypten, Jordanien sowie Syrien im Juni 1967 sorgte für eine lange Schließung des Kanals. Israel besetzte das Ostufer, der Kanal bildete nunmehr die Grenze zwischen Israel und Ägypten.

Erst nach dem Jom-Kipppur-Krieg 1973 geriet der Kanal wieder unter die Kontrolle Ägyptens. Der Seeweg wurde 1975 wiedereröffnet.

Der Kanal wurde zu einer der weltweit am stärksten befahrenen Schiffsrouten. Nicht nur für den Containerverkehr zwischen Ostasien und Europa ist er von herausragender Bedeutung.

Über den Suezkanal läuft fast ein Zehntel des weltweiten Seehandels, darunter ein erheblicher Teil an Öllieferungen.

Eine Schließung des Suez-Kanals würde Schiffe zu einem Umweg um das Kap der Guten Hoffnung zwingen. Dies entspricht einer Extra-Strecke von mehr als 9600 Kilometern.

Der Umweg würde die Transporte nicht nur spürbar verteuern, sondern hätte weitreichende Folgen für die Logistikketten der Industrie.

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