Panorama

Coronavirus-Liveticker +++ 20:52 Ungarn verhängt Notstand und nächtliche Ausgangssperre +++

Wegen der zunehmenden Zahl von Ansteckungen mit dem Coronavirus verhängt Ungarn den Gefahrennotstand und eine nächtliche Ausgangssperre. Gaststätten und Clubs müssen schließen, Theater, Kinos und andere Veranstalter dürfen nur ein Drittel der verfügbaren Plätze vergeben, gab Ministerpräsident Viktor Orban in einem Video bekannt, das auf seiner Facebook-Seite erschien. "Die Ausbreitung der Pandemie hat sich beschleunigt", sagte Orban. "Es ist an der Zeit, dass wir neue Schritte setzen, mit denen wir die Funktionsfähigkeit der Krankenhäuser und das Leben der älteren Mitbürger schützen." Die Ausgangssperre gelte jeweils von 0 bis 5 Uhr. Der Gefahrennotstand erlaubt es der Regierung, außerordentliche Maßnahmen auf dem Verordnungsweg zu erlassen. Er tritt am Mittwoch 0 Uhr in Kraft und gilt zunächst für 15 Tage.

+++ 20:36 Frankreich verzeichnet 850 weitere Todesfälle +++
Frankreich meldet weniger Neuinfektionen als am Montag, aber mehr als doppelt so viele Todesfälle wie am Tag zuvor. In den vergangenen 24 Stunden seien 36.330 neue Ansteckungen registriert worden, teilen die Behörden mit. Am Montag war mit 52.518 Neuinfektionen ein neuer Höchststand erreicht worden. Insgesamt sind in Frankreich jetzt mehr als 1,5 Millionen Corona-Infizierte bekannt, die fünfthöchste Zahl weltweit. Die Zahl der Todesfälle lag am Dienstag mit 854 so hoch wie seit dem 15. April nicht mehr. Am Montag wurden noch 416 Patienten gemeldet, die im Zusammenhang mit Corona gestorben waren. Insgesamt sind es nunmehr 38.289.

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+++ 20:09 Niederlande verschärfen Teil-Lockdown drastisch +++
Die Niederlande haben die Maßnahmen im Teil-Lockdown weiter drastisch verschärft. "Bleiben Sie so viel wie möglich zu Hause", mahnte der niederländische Premier Mark Rutte am Abend. Bewegungen im Land müssten möglichst reduziert werden. "Gehen Sie nicht zum Spaß shoppen", sagte Rutte. Alle öffentlichen Gebäude werden geschlossen. Außerdem sollen Bürger bis Mitte Januar nicht ins Ausland reisen. Deutschland wurde zum Risikogebiet erklärt und von nicht dringend notwendigen Reisen abgeraten. Reisende aus Deutschland müssen nach ihrer Heimkehr für zehn Tage in Heim-Quarantäne. Seit drei Wochen gilt bereits der Teil-Lockdown. Nun werden nach den Gaststätten auch Museen, Theater, Schwimmbäder, Vergnügungsparks und Zoos geschlossen. Auch der persönliche Kontakt wird stark reduziert. In der Öffentlichkeit sind nur noch Treffen von maximal zwei Personen erlaubt, bisher waren das noch vier. Auch privat sollen nur noch zwei Gäste am Tag empfangen werden. Die Verschärfungen sollen vorerst zwei Wochen gelten. Bei der Bekämpfung der Pandemie gebe es zwar vorsichtige positive Tendenzen, sagte der Premier. "Aber das ist sicher noch nicht genug."

+++ 19:47 Altmaier kündigt Unternehmenshilfe bis Ende November an +++
Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat rasche Hilfen für die von Corona-Beschränkungen betroffenen Unternehmen bis Ende des Monats angekündigt. Sein Ziel sei es, dass vor Ende November mindestens Abschlagzahlungen gemacht werden könnten, sagte Altmaier in einer Online-Sitzung der Unionsfraktion im Bundestag. Dazu werde man notfalls auch neue Wege etwa über die Sparkassen- und Volksbanken gehen, damit das Geld rasch verfügbar sei. Viele Unternehmen hätten keine Reserven mehr. Zuvor hatte die Tourismusbranche von der Bundesregierung sofortige Abschlagszahlungen für notleidende Betriebe gefordert.

+++ 19:22 Virologin: Nur Risikogruppen zu schützen nicht machbar +++
Nur Risikogruppen vor dem Coronavirus zu schützen, ist aus Sicht der Frankfurter Virologin Sandra Ciesek weder möglich noch machbar. Das Robert Koch-Institut liste Vorerkrankungen auf, die ein Risiko für einen besonders schweren Verlauf haben. Lege man diese Liste zugrunde, seien das 21,9 Millionen Menschen, sagte Ciesek im NDR-Podcast "Coronavirus-Update". Über ein Viertel der Deutschen hatte demnach mindestens eine der berücksichtigten Vorerkrankungen und somit ein Risiko für einen besonders schweren Verlauf. "Wenn man sich jetzt mal überlegt was das bedeutet: 21,9 Millionen Menschen sollen geschützt werden vor den restlichen 60 Millionen, dann glaube ich merkt man, wie irrsinnig und wie schwierig das ist."

+++ 19:09 Italien vor Teil-Lockdown +++
Italien steht im Anti-Corona-Kampf vor Teil-Lockdowns in mehreren Regionen. Nach gleichlautenden Medienberichten vom Dienstag könnten unter anderem die Lombardei und das Piemont im Norden zu sogenannten roten Zonen mit besonders hohem Risiko erklärt werden. Die autonome Provinz Südtirol nahm erhebliche Verschärfungen bereits vorweg und macht viele Läden ab Mittwoch dicht. Ministerpräsident Giuseppe Conte hatte am Montag in Rom ein Dekret angekündigt, wonach der Corona-Schutz in bestimmten Stark-Risiko-Zonen hochgefahren werden soll. Außerdem plant Rom landesweite nächtliche Ausgangssperren. Die letzten Verhandlungen mit den 20 Regionen und mit Experten zu dem Dekret liefen am Dienstag noch. Der Erlass wurde für den Abend oder für Mittwoch erwartet.

+++ 18:43 Maskenpflicht soll in Düsseldorf fast überall gelten +++
Die Stadt Düsseldorf weitet die Maskenpflicht zum Schutz vor dem Coronavirus ab Mittwoch fast auf das gesamte Stadtgebiet aus. Nur in nicht bebauten Gegenden wie Parks und Grünanlagen müssen Fußgänger dann keinen Mund-Nasen-Schutz tragen, wie die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt mitteilte.

+++ 18:24 Regierung präzisiert gesetzliche Grundlage für Corona-Maßnahmen +++
Kanzlerin Angela Merkel hat in der Sitzung der Unions-Bundestagsfraktion nach Teilnehmerangaben bestätigt, dass die Bundesregierung die gesetzliche Grundlage für Maßnahmen zur Virus-Eindämmung präzisiert hat. In einem zusätzlichen Paragraphen 28a werden in dem überarbeiteten Entwurf für das Bevölkerungsschutzgesetz nun Schutzmaßnahmen aufgelistet, die Bund und Länder im Falle einer Pandemie verhängen können. Dies soll mehr Rechtssicherheit bei Klagen vor Gerichten bringen und dem Wunsch der Bundestagfraktionen entgegenkommen, dass der Gesetzgeber klarere Vorgaben für mögliche Einschränkungen per Verordnung und auch zeitlich begrenzte Grundrechtseingriffe machen solle. Am Freitag soll der Bundestag den Gesetzentwurf in erster Lesung beraten.

+++ 18:03 Infektionszahl in den Niederlanden sinkt unter 8000 +++
In den Niederlanden ist die Zahl der Neuinfektionen innerhalb eines Tages erstmals seit knapp drei Wochen unter 8000 gesunken. Bei den Behörden wurden 7776 Fälle in 24 Stunden gemeldet, wie das Institut für Gesundheit und Umwelt RIVM in Bilthoven bei Utrecht mitteilte. Das sind 529 Fälle weniger als am Vortag. Damit bestätigt sich nach Angaben des RIVM der positive Trend der vergangenen Tage. Die Tendenz zeige sich auch im Wochenvergleich. In den vergangenen sieben Tagen waren etwa fünf Prozent weniger Infektionen gemeldet worden als in der Vorwoche. Entwarnung geben die niederländischen Behörden jedoch noch nicht. Der Druck auf die Krankenhäuser nehme weiter zu. In den vergangenen 24 Stunden waren 364 neue Patienten aufgenommen worden, 125 mehr als am Vortag. Seit dem 13. Oktober gilt ein Teil-Lockdown in den Niederlanden.

+++ 17:46 Bundespolizei ermahnt knapp 3000 Bürger wegen Verstößen +++
Die Bundespolizei hat am ersten Tag der neuen Kontaktbeschränkungen 2989 Bürger wegen Verstößen gegen die Verordnungen zur Eindämmung des Coronavirus ermahnt. Wie das Bundespolizeipräsidium in Potsdam am Dienstag mitteilte, informierten die Einsatzkräfte am Montag bundesweit in 26 Fällen die örtlichen Gesundheitsämter, um ein Bußgeldverfahren einzuleiten. Insgesamt seien rund 6000 Bundespolizisten unterwegs gewesen, um an den Landesgrenzen, in Zügen, in Bahnhöfen und auf Flughäfen auf Quarantänevorschriften hinzuweisen und Menschen ohne Mund-Nase-Schutz anzusprechen.

+++ 17:23 Dortmunder Amtsgericht erklärt Corona-Schutzverordnung für ungültig +++
Ein Richter hat drei Männer freigesprochen, die im Frühjahr gegen die damals geltenden Kontaktbeschränkungen verstoßen haben sollen. Seine Begründung: Ein derart gravierender Grundrechtseingriff bedürfe eines förmlichen Gesetzes durch das Parlament - und nicht nur einer Verordnung durch die Regierung. Das Urteil (Az. 733 Owi 64/20) ist noch nicht rechtskräftig. Laut Amtsgericht hat die Staatsanwaltschaft bereits Beschwerde eingelegt, über die jetzt das Oberlandesgericht Hamm entscheiden muss. In Foren von Coronaschutz-Gegnern wurde der Richterspruch als bahnbrechend bewertet. Mit der Corona-Schutzverordnung vom 22. März, auf die sich das Urteil bezieht, wurde der erste Lockdown in Deutschland rechtlich begründet. In der Verordnung hieß es: "Zusammenkünfte und Ansammlungen im öffentlichen Raum von mehr als zwei Personen sind untersagt."

+++ 17:07 Spahn lehnt Durchtesten der gesamten Bevölkerung ab +++
Gesundheitsminister Jens Spahn lehnt den Einsatz von Corona-Schnelltests zum Durchtesten der gesamten Bevölkerung wie in der Slowakei ab. Bei 80 Millionen Einwohnern werde dies zu lange dauern und sei ohnehin nur eine Momentaufnahme, sagt er. Auch Melanie Brinkmann, Arbeitsgruppenleiterin des Helmholtz Zentrum für Infektionsforschung, sowie Michael Müller, Vorstandsvorsitzender des Vereins der Labormediziner ALM, lehnen eine Durchtestung der Gesamtbevölkerung ab. Brinkmann nennt dies eine Maßnahme der Verzweiflung in der Slowakei angesichts sehr hoher Corona-Infektionszahlen.

+++ 16:46 Quarantäneregeln für Einreisende in Berlin leicht entschärft +++
Die Berliner Quarantäneregeln für Einreisende aus Corona-Risikogebieten im Ausland werden leicht entschärft. In Zukunft müssen Betroffene nur noch 10 statt bisher 14 Tage in häusliche Isolation. Zudem endet die Quarantäne ab dem fünften Tag vorzeitig, wenn ein Test zu dem Zeitpunkt negativ ausfällt. Die neue Regelung sieht eine Reihe von Ausnahmen vor, etwa für Menschen, die aus beruflichen Gründen reisen. In Kraft tritt sie voraussichtlich am kommenden Samstag, wie die Gesundheitsverwaltung mitteilte.

+++ 16:31 Bahrain gibt Impfstoff für medizinisches Personal frei +++
Der Golfstaat Bahrain hat den eingeschränkten Einsatz eines Impfstoffs gegen das Coronavirus für Mitarbeiter des Gesundheitswesens zugelassen. Der Impfstoff solle in dringenden Fällen diejenigen "beim Erfüllen ihrer Pflichten vor Risiken schützen", die am stärksten Kontakt zu Corona-Patienten haben, sagte Gesundheitsministerin Fika al-Salih. Der Impfstoff stehe ab sofort zur Verfügung, seine Nutzung sei freiwillig. Das Königreich am Persischen Golf hatte vergangene Woche eine klinische Studie für einen Impfstoff des chinesischen Pharmaunternehmens Sinopharm abgeschlossen. Rund 7700 Freiwillige hatten teilgenommen.

+++ 16:17 Bundesverkehrsminister fordert milliardenschweres Rettungspaket für Flughäfen +++
Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer strebt angesichts der angespannten Lage von Flughäfen in der Corona-Krise ein milliardenschweres Rettungspaket an. Scheuer sagte, es gehe um eine Summe von rund einer Milliarde Euro. Es müssten Strukturen erhalten werden. Scheuer sprach wenige Tage vor einem "Luftverkehrsgipfel" am Freitag von dramatischen Zahlen bei Flughäfen, die unter einem massiv gesunkenen Passagieraufkommen leiden. Er sei zu den Nothilfen im Gespräch mit Bundesfinanzminister Olaf Scholz. Ziel sei es, bis zum Freitag eine Lösung zu finden. "Die Zeit drängt", sagte Scheuer.

+++ 16:04 Deutschland will Infizierte aus Frankreich aufnehmen +++
Wie bereits im Frühjahr sollen französische Corona-Patienten nach Deutschland verlegt werden: Dies sei "in den kommenden Tagen geplant", sagte der Präsident des französischen Krankenhausverbandes FHF, Frédéric Valletoux, in Paris. Er begründete dies mit dem "extrem hohen Druck" auf die Krankenhäuser vor allem im Norden sowie im Südosten Frankreichs. Im Frühjahr hatten Nordrhein-Westfalen und andere deutsche Bundesländer insgesamt rund 130 französische Corona-Patienten aufgenommen. Die französische Regierung und Gesundheitsexperten erwarten, dass die Krankenhäuser bis Mitte November wieder an ihre Belastungsgrenzen stoßen. Zuletzt wurden gut 3700 Corona-Intensivpatienten in den öffentlichen Kliniken behandelt. Bis Montagabend wurden dort 416 neue Todesfälle registriert, die Gesamtzahl seit Beginn der Pandemie stieg damit auf 37.435. Die Zahl der täglichen Neuinfektionen stieg auf einen neuen Höchststand von 52.518.

+++ 15:48 Schweizer Intensivstationen vor Engpass +++
In der Schweiz droht angesichts der weiterhin stark steigenden Zahl von Ansteckungen ein Engpass auf den Intensivstationen der Krankenhäuser. Wenn sich die Fallzahlen so weiterentwickelten wie bisher, könnte es sein, dass die Auslastung dort in fünf Tagen erreicht werde, sagte Virginie Masserey, Leiterin des Bereichs Infektionskontrolle im Bundesamt für Gesundheit. Momentan widerspiegle sich das zuletzt verlangsamte Wachstum bei den Neuinfektionen bei den Krankenhauseinweisungen und Todesfällen noch nicht. Die Regierung in Bern hatte wegen der rasant zunehmenden Infektionen jüngst neue Beschränkungen für das öffentliche Leben erlassen.

+++ 15:33 Auch Schweden kündigt strengere Beschränkungen an +++
Nach einer schnellen Zunahme der Corona-Infektionen in Schweden kündigt Ministerpräsident Stefan Löfven strengere Maßnahmen in drei weiteren Regionen des skandinavischen Landes an. Die Lage sei "sehr ernst", sagt er auf einer Pressekonferenz. Mehr und mehr Intensivbetten würden nun zur Behandlung von Covid-19-Patienten genutzt. "Die Pause, die wir diesen Sommer hatten, ist vorbei." Unter anderem würden Feiern in Restaurants auf acht Personen beschränkt. Fast 6000 Menschen sind in Schweden seit Beginn der Pandemie im Zusammenhang mit Corona-Infektionen gestorben. Es gab bislang knapp 135.000 Infektionen, in den vergangenen Tagen hat die Zahl der Neuinfektionen deutlich zugenommen. Es wird allerdings auch deutlich mehr getestet als etwa in der ersten Corona-Hochphase im Frühjahr. Schweden ist in der Corona-Krise einen viel beachteten Sonderweg mit weniger strikten Beschränkungen gegangen.

+++ 15:17 Scheuer will Sonntagsfahrverbot für Lkw lockern +++
Wegen der erneuten Einschränkungen im öffentlichen Leben will Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer das Sonn- und Feiertagsfahrverbot für Lkw wieder lockern. Er könne derzeit zwar keine Lieferengpässe ausmachen, sagt der CSU-Politiker. Es gehe aber darum, mehr Flexibilität zu gewinnen. Man habe mit der Lockerung in der Corona-Krise im Frühjahr gute Erfahrungen gemacht. "Wir müssen Deutschland am Laufen halten."

+++ 15:01 Impfstrategie von Bund und Ländern steht +++
Bund und Länder haben sich laut einem Medienbericht auf ein einheitliches Vorgehen beim Impfen gegen das Coronavirus verständigt. Das geht aus einer Beschlussvorlage der Gesundheitsministerkonferenz hervor, die dem Redaktionsnetzwerk Deutschland vorliegt. Demnach soll der Bund die Beschaffung des Impfstoffes finanzieren. Die Länder sollen Impfzentren einrichten. Während der Bund die Kosten für den Impfstoff übernimmt, sollen die Länder Zubehör beschaffen und finanzieren. Welche Bevölkerungsgruppen wann ihre Impfungen bekommen können, soll bundeseinheitlich geregelt werden.

+++ 14:47 Berlins Regierungschef Müller führt Amtsgeschäfte von zu Hause aus +++
Nach dem positiven Corona-Test von Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke führt sein Berliner Kollege Michael Müller als mögliche Kontaktperson die Amtsgeschäfte vorerst von zu Hause aus. Das teilte Vize-Regierungschef und Kultursenator Klaus Lederer mit. Laut Senatskanzlei begab sich Müller vorsorglich in Selbstisolation und unterzog sich einem Corona-Test, dessen Ergebnis spätestens am Mittwoch vorliegen soll. Zudem müsse im Zusammenwirken mit dem Gesundheitsamt geklärt werden, ob Müller, der mit Woidke am Samstag an der Eröffnung des Flughafens BER in Schönefeld teilnahm, als Kontaktperson ersten Grades einzustufen ist. Dann müsste er auch im Falle eines negativen Tests erst einmal in häusliche Quarantäne. Lederer zufolge gehen Müller selbst und der Senat aber bislang nicht davon aus. Die Entscheidung habe das Gesundheitsamt zu treffen.

+++ 14:00 Woidke infiziert: Kontaktsuche läuft auf Hochtouren +++
Nach dem Bekanntwerden einer Infektion von Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke läuft die Suche nach Kontaktpersonen auf Hochtouren. Bisher sei nicht nachvollziehbar, wann und wo sich Woidke angesteckt habe, sagt Regierungssprecher Florian Engels. Es gehe bei der Rückverfolgung von Kontakten um Termine ab dem vergangenen Freitag. Woidke erhielt dem Sprecher zufolge am Dienstag die Nachricht, dass sein Test positiv war. Am Samstag war Woidke bei der Eröffnung des Flughafens BER dabei. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer, der auch dort war, geht laut einer Sprecherin in Quarantäne. Ein Schnelltest bei Scheuer sei negativ gewesen. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller - ebenfalls bei der Eröffnung anwesend - verließ am Dienstag die laufende Senatssitzung. Er wollte sich nach Angaben aus Senatskreisen testen lassen.

+++ 13:47 RKI passt Kriterien für Corona-Tests an +++
Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat auf die Grenzen der Testmöglichkeiten in Deutschland hingewiesen. Je höher die Fallzahlen seien, desto schwieriger werde es, alle Menschen mit Erkältungssymptomen zu testen, sagt RKI-Vizechef Lars Schaade. Nötig wären dann mehr als drei Millionen Tests pro Woche - dies sei weder nötig noch erforderlich. Deshalb habe das RKI die Empfehlungen an Ärzte hinsichtlich der Testkriterien angepasst, sagt Schaade. Faktoren seien etwa die Symptome, die Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe und die Wahrscheinlichkeit, dem Virus ausgesetzt gewesen zu sein.

+++ 13:17 Spahn appelliert an Bürger: "Es kommt auf jeden Einzelnen an" +++
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sieht Corona als enorme Herausforderung sowohl für die Staatsführung als auch für die Bürger. "Diese Pandemie ist eine echte Mammutaufgabe für uns als Regierung und für jede und jeden Einzelnen in der Gesellschaft." Der "Höhepunkt" dieser Aufgabe sei noch nicht erreicht. "Wir sind in einer entscheidenden Phase", betont Spahn. "Die Lage ist ernst." Die Zahl der Infizierten steige "exponentiell", auch die Zahl derjenigen, die wegen einer Covid-19-Erkrankung beatmet werden müssen, steige "stark - zu stark". "Um die Pandemie in Griff zu behalten, mussten wir die Notbremse ziehen", sagt Spahn mit Blick auf die neuen Beschränkungen. Es werde ein schwieriger November sein. Auch nach Ablauf dieses Monats würden alle weiterhin "vorsichtig sein müssen". Spahn appelliert direkt an die Bürger, die Bemühungen zur Eindämmung der Pandemie zu unterstützen. "Am Ende kommt es auf jeden Einzelnen an, auf Sie ganz persönlich." Jeder könne einen Unterschied machen. "Wir wissen, wie es geht."

+++ 13:01 Johnson kündigt Massentests für Liverpool an +++
In einem britischen Pilotprojekt sollen alle Einwohner von Liverpool nach dem Willen der Regierung in London auf eine Ansteckung getestet werden. Ab Freitag würden die rund 500.000 Einwohner der nordwestenglischen Stadt sowie Berufspendler auf das Virus getestet, kündigt Premierminister Boris Johnson an. Sollte sich die Ausbreitung des Virus damit tatsächlich bremsen lassen, könnte die Maßnahme demnach bis Weihnachten auf weitere Gemeinden ausgeweitet werden. Mit insgesamt 47.000 Todesopfern ist Großbritannien das am schwersten von der Pandemie betroffene Land in Europa. Im ganzen Land, insbesondere aber in Liverpool, sind die Neuinfektionen in letzter Zeit wieder massiv angestiegen.

+++ 12:34 Flughafen-Chef: BER-Eröffnung war kein Superspreader-Event +++
Trotz Bekanntwerdens der Infektion von Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke geht Berlins Airport-Chef nicht davon aus, dass die Eröffnungsfeier des Großflughafens BER zu einem Ausbreitungsherd der Pandemie werden könnte. "Wir haben das getan, was wir tun können, um die Ausbreitung zu vermeiden", sagt Engelbert Lütke Daldrup. Er erwarte nicht, "dass daraus große Konsequenzen resultieren". Zur Sicherheit werde man aber alle rund 50 Gäste informieren. Er selbst werde sich testen lassen und in Quarantäne gehen. Woidke hatte am Samstag an der Veranstaltung teilgenommen und ist inzwischen positiv getestet worden. Mehr dazu lesen Sie hier.

+++ 12:13 Pandemie führt zu Fiasko für Spaniens Tourismusbranche +++
Die Tourismusbranche in Spanien muss im Zuge der Pandemie weiter dramatische Geschäftseinbrüche verkraften. Die Zahl der ausländischen Besucher sank im September im Vergleich zum Vorjahr um 87 Prozent, wie das Statistikamt INE meldet. Die Touristen gaben zugleich 90 Prozent weniger aus als im Vorjahresmonat. Das Jahr 2020 ist bislang für die Reisebranche zwischen Barcelona und Fuerteventura ein Fiasko. Von Januar bis September kamen nur 16,8 Millionen Reisende ins Land. Das sind rund 75 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

+++ 11:37 Testkapazität komplett ausgereizt: Labore warnen vor Überlastung +++
Angesichts stark steigender Infektionszahlen warnen Labore vor einer Überlastung beim Auswerten von Corona-Tests. Die Testkapazität sei bundesweit erstmalig zu 100 Prozent ausgereizt, teilte der Verband der Akkreditierten Labore in der Medizin auf Basis von Daten aus 162 Laboren mit. Inzwischen sei "die rote Ampel überfahren" worden. Bei Fortsetzung einer solchen Überflutung mit Proben oder einem möglichen Geräte- oder Personalausfall drohe ein Zusammenbruch der Versorgung. Nötig sei, die Testkapazitäten deutlich stärker auf besonders dringliche Fälle zu konzentrieren. Verbandschef Michael Müller sprach von "gefährlichen und so nicht mehr akzeptablen Zuständen". Wie für die Kliniken brauche es auch für fachärztliche Labore Mechanismen gegen solche Überlastungsszenarien. Der Verband kritisierte, immer noch würden zu viele PCR-Tests auch ohne Symptome gemacht und damit Personen mit sehr niedriger Priorität getestet.

+++ 11:14 Deutsche drosseln Konsum in Pandemie deutlich +++
Fast neun von zehn Deutschen (86 Prozent) haben in der Pandemie ihre Konsumausgaben spürbar eingeschränkt, wie eine Umfrage des Verbands der Privaten Bausparkassen unter gut 2000 Bundesbürgern zum Konsumverhalten der vergangenen drei Monate zeigt. Fast zwei Drittel geben an, dass sie bei Kino, Theater, Konzerten und anderen Kulturveranstaltungen gespart haben. Ebenfalls stark betroffen sind die Reisebranche und die Gastronomie (jeweils 57 Prozent). Knapp die Hälfte (46 Prozent) nennt den Bereich Einkaufen/Shopping. Bei den Fahrtkosten haben 29 Prozent der Bundesbürger Ausgaben gespart und bei größeren Anschaffungen 24 Prozent.

+++ 10:48 Ministerpräsident Hans fürchtet Zustände wie im Frühjahr in Italien +++
Angesichts der Pandemie-Lage hat der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans vor chaotischen Zuständen gewarnt. "Die Lage droht uns zu entgleiten", sagte er in einer Regierungserklärung. "Es drohen uns Verhältnisse, wie wir sie im Frühjahr etwa in Bergamo gesehen haben: überfüllte Krankenhäuser; zu Notlazaretten eingerichtete Turnhallen; Ärzte, die entscheiden müssen, wer behandelt werden kann und wer nicht; Personal weit über der Belastungsgrenze." Nichts sei mehr undenkbar. "Im Gegenteil, wir sind leider sehr viel näher an diesen Zuständen, als viele noch glauben", sagte er im Landtag. Noch gebe es "die Chance, das Schlimmste zu vermeiden" - durch die neuen verschärften Maßnahmen zur Kontaktreduzierung. Sollten diese nach vier Wochen nicht ausreichen, "dann müssen wir gegebenenfalls unseren Kurs noch ein Stück weit verschärfen. Etwas anderes wird uns dann nicht übrig bleiben", sagte Hans.

+++ 10:27 Russland meldet erneut mehr als 18.000 Neuinfektionen +++
In Russland registrieren die Behörden 18.648 neue Positiv-Tests binnen 24 Stunden. Damit steigt die Zahl der nachgewiesenen Fälle auf über 1,67 Millionen. Weltweit rangiert Russland damit hinter den USA, Indien und Brasilien. Im Vergleich zu diesen Ländern verzeichnet Russland aber deutlich weniger Todesfälle. Ihre Zahl stieg binnen eines Tages um 355 auf 28.828.

+++ 10:00 Brandenburgs Regierungschef Woidke positiv getestet +++
Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke ist positiv auf das Virus getestet worden. Er habe nach ersten Erkältungserscheinungen am Sonntag keine Diensttermine mehr wahrgenommen, teilt ein Regierungssprecher mit. Nun würden Kontaktpersonen identifiziert. Woidke hatte am Samstag bei der Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens BER teilgenommen. Dabei waren auch Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller und Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer. Mehr dazu lesen Sie hier.

+++ 09:53 Scholz zu Lockdown-Hilfen: "Es wird schon an alle gedacht" +++
Bundesfinanzminister Olaf Scholz hat bekräftigt, dass die Hilfen im Zusammenhang mit dem Teil-Lockdown möglichst vielen Betroffenen zugute kommen sollen. "Es wird schon an alle gedacht", sagte er im ZDF-"Morgenmagazin". Er verwies auf flexible Regelungen etwa für Solo-Selbstständige mit schwankendem Einkommen. Sie sollen auch ihren durchschnittlichen Jahresumsatz zugrunde legen können. Menschen, die ihr Geschäft erst später gegründet haben, sollen statt des Novembers 2019 auch einen Bezugsmonat aus dem laufenden Jahr festlegen können. Für die neuen Hilfen im November hat der Bund bis zu zehn Milliarden Euro vorgesehen. Ab wann sie zur Verfügung stehen werden, konkretisierte Scholz nicht. "Wir versuchen, alle Klärungen in dieser Woche zustande zu kriegen."

+++ 09:29 Intensivmediziner: Mehr Junge schwer an Corona erkrankt +++
Der Direktor der Intensivmedizin am Hamburger Universitätskrankenhaus Eppendorf (UKE), Stefan Kluge, berichtet von immer mehr jungen Patienten auf der Intensivstation. Anders als bei der ersten Welle der Virusausbreitung im Frühjahr seien dieses Mal viele Jüngere betroffen, sagte der Professor dem Radiosender Bayern 2. "Wir betreuen mehrere Patienten deutlich unter 50 Jahren und teilweise ohne Vorerkrankungen."

+++ 08:54 Mehr als 90.000 Neuinfektionen und 500 Tote in den USA +++
In den USA sind mindestens 93.223 Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet worden. Insgesamt haben sich damit etwa 9,38 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt, wie die aktuelle Datenerhebung der "New York Times" ergibt. Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus steigt um mindestens 533 auf rund 231.400.

+++ 08:20 Globale Impfstoff-Allianz unterstützt chinesischen Hersteller +++
Die internationale Impfstoffinitiative CEPI kündigt die Finanzierung eines chinesischen Impfstoffkandidaten von Clover Pharmaceuticals an. Rund 328 Millionen Dollar werde CEPI in globale Studien noch vor Ende des Jahres und in die Lizenzierung investieren, erklärt die Impfstoff-Allianz, die von 14 Staaten sowie der Bill und Melinda Gates Stiftung unterstützt wird.

+++ 07:49 Verdi fordert Verschiebung von Operationen +++
Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi fordert wegen wachsender Personalnot auf den Intensivstationen Bund und Länder auf, umgehend die rechtlichen und finanziellen Voraussetzungen für eine Verschiebung planbarer Operationen zu schaffen. "Die Krankenhäuser müssen angesichts der rasanten Zunahme der Zahl von Covid-19-Erkrankungen Eingriffe verschieben, die jetzt nicht dringend erforderlich sind. Nur so können sie Kapazitäten für die Versorgung von Corona-Patienten bereithalten", sagt Bundesvorstandsmitglied Sylvia Bühler dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland". Beschäftigte im Gesundheitswesen müssten vor Überlastung geschützt werden und wirtschaftliche Erwägungen dürften während einer Pandemie keine Rolle spielen.

+++ 07:23 Palmer bekräftigt Appell: Senioren sollen Busse meiden +++
Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer hat seinen Appell an ältere Menschen verteidigt und sieht darin keine Ausgrenzung von Senioren. "Wir müssen uns einfach klarmachen: Bei Menschen über 80 gab es 500 Mal mehr Todesfälle als bei denen unter 40. Dieses Virus ist extrem altersdiskriminierend. Darüber klagen nutzt nichts", sagte der Grünen-Politiker der "Passauer Neuen Presse". Man müsse die Chance nutzen, die Intensivstationen vor Überlastung zu bewahren, indem man vor allem den Älteren dabei helfe, sich vor dem Virus zu schützen. "Appelle und Angebote isolieren niemanden", betonte Palmer. In seinem "Tübinger Appell" hatte er Senioren gebeten, angesichts der steigenden Infektionszahlen den Stadtbus nicht zu nutzen und aufs Fahrrad oder auf das bereits seit April zur Verfügung stehende Anrufsammeltaxi zum Stadtbus-Preis umzusteigen. Zudem wurden junge Menschen gebeten, zwischen 9.30 und 11 Uhr nicht einkaufen zu gehen und diese Zeit den Senioren überlassen. Außerdem sollen alle über 65-Jährigen in Tübingen kostenlos mit hochwertigen FFP2-Masken versorgt werden. Beim Landesseniorenrat war Palmers Appell zum Bus-Verzicht auf Kritik gestoßen.

+++ 06:31 Verbandschef: Zahlen zu Intensivbetten teils nicht korrekt +++
Die Angaben der Kliniken zur Zahl belegbarer Intensivbetten sind der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) zufolge nicht immer korrekt. Hinweise und Stichproben zeigten, dass mitunter auch Betten als frei gemeldet würden, für die gar kein Pflegepersonal verfügbar sei, sagte DIVI-Präsident Uwe Janssens der Deutschen Presse-Agentur. Das Ausmaß der fehlerhaften Meldungen sei unklar. Krankenhäuser sind seit dem Frühjahr verpflichtet, die Zahl belegbarer Intensivbetten täglich an die DIVI zu melden.

+++ 06:18 Panamas Präsident in Quarantäne +++
Panamas Präsident Laurentino Cortizo begibt sich nach Bekanntwerden einer Coronavirus-Infektion eines engen Mitarbeiters in häusliche Quarantäne. Zwei Coronavirus-Tests seien negativ ausgefallen, Cortizo werde sich aber weiterhin isolieren, "bis er die Tests in wenigen Tagen wiederholt", schreibt das Präsidialamt auf Twitter.

+++ 06:03 RKI meldet 131 Todesfälle +++ Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet 15.352 neue Infektionen binnen 24 Stunden. Insgesamt haben sich 560.379 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus angesteckt. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Infektion steigt um 131 auf 10.661. Mehr dazu lesen Sie hier.

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+++ 05:15 "Maßnahmen sind richtig": Ärztepräsident warnt: "Müssen jetzt die Notbremse ziehen" +++
Ärztepräsident Klaus Reinhardt hat wegen der steigenden Corona-Zahlen vor einer Überlastung des Gesundheitswesens gewarnt. "Wir müssen jetzt die Notbremse ziehen, damit die Dynamik der Neuinfektionen nachlässt", sagte Reinhardt der "Passauer Neue Presse". "Tun wir das nicht, droht eine Überlastung unseres Gesundheitswesens." Insbesondere die steigende Zahl an Corona-Patienten auf den Intensivstationen sei besorgniserregend, sagte Reinhardt weiter. Die Zahl habe sich in den vergangenen zwei Wochen fast verdreifacht. Auch der Anteil der älteren Patienten habe wieder zugenommen. "Damit werden wir auch wieder mehr schwerere Verläufe und Todesfälle haben." In etwa vier Wochen werde man wissen, ob die neuen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie gegriffen haben oder ob man nachjustieren müsse. "Aktuell geht es darum, die Pandemie unter Kontrolle zu halten. Dafür sind die beschlossenen Maßnahmen angemessen und richtig."

+++ 04:37 "Kapazitätsprobleme": Verkehrsunternehmer wollen gestaffelten Schulstart +++
Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) hat in der Corona-Pandemie eine Entzerrung der Schulanfangszeiten gefordert, um Busse und Bahnen zu entlasten. "Die Beeinträchtigung des Schulbetriebes wäre minimal, wenn die jüngeren Kinder gegen 8 Uhr starten würden und die älteren zeitversetzt - beispielsweise eine Stunde - später", sagte der VDV-Präsident Ingo Wortmann den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Ministerien und Behörden müssten sich mehr mit dem Thema der Schülerbeförderung auseinandersetzen. "Die Planungen enden dort zu oft am Schultor und scheitern an verschiedenen Zuständigkeiten. Das löst aber die tatsächlichen Kapazitätsprobleme bei der Schülerbeförderung nicht", sagte Wortmann den Zeitungen. Die Nachfrage und Auslastung des öffentlichen Nahverkehrs sei rund um den Schulbeginn am stärksten. Die Verkehrsunternehmen setzten in dieser Zeit aber bereits das volle Angebot an Bus und Bahn ein, sagte Wortmann. "Es fährt alles, was fahren kann."

+++ 03:37 Trotz Corona: Kinder können weiter an den Nikolaus schreiben +++
Auch wenn in der Corona-Pandemie einiges Vorweihnachtliches wie der Besuch von Weihnachtsmärkten wegfällt - an den Nikolaus können die Kinder auch in diesem Jahr schreiben: "Daran ändert sich gar nichts", sagte der Vorsitzende vom Festausschuss St. Nikolaus, Peter Gerecke, im saarländischen St. Nikolaus. Die Post von Tausenden von Kindern aus aller Welt werde beim Nikolauspostamt wie auch sonst von den freiwilligen Helfern des Nikolauses beantwortet. Es seien bereits rund 2000 Briefe von Kindern an den Nikolaus eingegangen, sagte Sabine Gerecke als Leiterin der Kinderbriefaktion in St. Nikolaus. Die Corona-Pandemie sei in den Schreiben auch Thema: Manche Kinder fragten, wie es dem Nikolaus gehe und wünschten ihm, dass er gesund bleibe, erzählte sie. Andere berichteten, dass es wegen Corona nicht so ein tolles Jahr gewesen sei. Seit mehr als 50 Jahren schreiben Kinder "An den Nikolaus" in dem kleinen Ort in der Gemeinde Großrosseln nahe der französischen Grenze. Nach Angaben der Deutschen Post ist es das älteste Nikolauspostamt in Deutschland.

+++ 02:23 "Impfstoffe alleine retten keine Leben": EU-Staaten sollen sich auf Impfungen vorbereiten +++
Im Kampf gegen das Coronavirus fordert die EU-Kommission von den Mitgliedstaaten, sich zügig auf Impfungen vorzubereiten. "Während wir den Abschluss klinischer Studien erwarten und weiterhin Evaluierungen und strenge Kontrollen durchführen, ist es dringend erforderlich, dass die Mitgliedstaaten vorbereitet sind und sich um die nötige Infrastruktur und das notwendige Personal für Impfungen kümmern", sagt EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides der Zeitung "Welt". "Wenn ein Impfstoff gefunden ist, müssen wir schnell mit dem Impfen beginnen. Jeder muss sich jetzt vorbereiten, damit wir dann sofort voll einsatzfähig sind", fügt sie hinzu. Impfstoffe allein würden keine Leben retten, sondern nur die Impfungen von Menschen.

+++ 01:45 72 neue Todesfälle in Deutschland +++

+++ 00:30 Zahl der Corona-Fälle in der NFL steigt weiter +++
In der NFL gibt es nach den Spielen am Sonntag in mehreren Mannschaften neue Coronafälle. Betroffen sind die Baltimore Ravens und die Green Bay Packers mit je einem Football-Profi und die zuletzt spielfreien Arizona Cardinals mit zwei Sportlern. Das teilten die Mannschaften aus der NFL im Laufe des Montags mit. Die Cleveland Browns hielten am Montag zudem all ihre Besprechungen virtuell ab, weil ein Profi am Tag nach dem Spiel gegen die Las Vegas Raiders von Corona-Symptomen berichtet hatte. Vor wenigen Wochen gab es schon mal mehrere Fälle bei unterschiedlichen Teams, Partien mussten deswegen verlegt werden. Am stärksten betroffen waren die Tennessee Titans mit mehr als einem Dutzend infizierter Spieler. Die Titans wurden mit einer Geldstrafe belegt, weil sie sich nicht an alle Corona-Regeln gehalten hatten. Die Profis in der stärksten Football-Liga der Welt leben in ihren normalen Umgebungen und werden derzeit täglich auf das Coronavirus getestet. Ergebnisse gibt es normalerweise am folgenden Tag. Mit Stand vergangener Woche sind in der NFL seit dem 1. August bislang insgesamt 55 Spieler und 82 weitere Personen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die NFL veröffentlicht die Zahlen normalerweise dienstags.

+++ 23:38 Corona-Demo als Gottesdienst getarnt: Bayern verschärft Kontrollen +++
Nach einer zum Gottesdienst erklärten Protestversammlung gegen die verschärften Corona-Vorschriften hat der bayerische Innenminister Joachim Herrmann strenge Kontrollen angekündigt. "In Zukunft werden Polizei und Versammlungsbehörden solche Ablenkungsmanöver von Beginn an unterbinden", sagte Herrmann der "Bild". Die Einhaltung der Infektionsschutz-Verordnung habe "oberste Priorität und wird durch die Polizei zusammen mit den weiteren zuständigen Behörden konsequent überwacht". Auf der Münchner Theresienwiese hatten am Sonntag fast 2000 Menschen gegen den neuen Teil-Lockdown protestiert. Der Veranstalter hatte die Versammlung zu einem Gottesdienst erklärt. Die Polizei brach die Veranstaltung ab, "als sich die Veranstaltung immer stärker in die Zielrichtung eines Konzerts entwickelte". Herrmann sagte, der Einsatz auf der Theresienwiese werde behördenintern eingehend nachbereitet.

+++ 23:07 Lettland steht womöglich erneuter Notstand bevor +++
Lettlands Regierungschef Krisjanis Karins erwägt im Kampf gegen die Corona-Pandemie einen neuerlichen Notstand in dem baltischen EU-Land. Angesichts deutlich steigender Infektionszahlen sei es an der Zeit, wieder über die Ausrufung eines Ausnahmezustands nachzudenken, sagte er nach einem Treffen der Spitzen der regierenden Fünferkoalition in Riga. Damit könnte die Regierung Maßnahmen zur Eindämmung des Virus ergreifen, zu der sie ansonsten gesetzlich nicht befugt sei. Die täglichen Infektionszahlen hatten zuletzt klar zugenommen - rund 70 Prozent aller Corona-Fälle seit Beginn der Pandemie wurden im Oktober registriert. Dazu gilt das lettische Gesundheitssystem seit Jahren als chronisch unterfinanziert.

+++ 22:34 Weil: Bürger sollten Corona-Regelbrecher melden +++
Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil hat die Bürger dazu aufgerufen, Verstöße gegen die Corona-Auflagen zu melden. "Das macht keiner gerne. Und dann kommt auch schnell der Gedanke auf, "Mensch, bin ich jetzt eine Petze oder gar ein Denunziant?", aber ehrlich gesagt: Im Moment geht es um richtig viel", sagte der SPD-Politiker NDR Niedersachsen, wo er sich Fragen von Hörern und Zuschauern stellte. "Und deswegen können wir eine solche Mithilfe aus der Bevölkerung auch gut gebrauchen." Der SPD-Politiker unterstrich: "Jetzt haben wir es mit Infektionsschutz zu tun, und da ist es einfach auch richtig, wenn wir alle auch mitwirken."

+++ 22:06 Frankreich meldet 52.000 Neuinfektionen und Hunderte weitere Tote +++
In Frankreich sind binnen 24 Stunden erneut mehr als 50.000 neue Corona-Infektionen registriert worden. Die Gesundheitsbehörde meldete 52.518 neu erfasste Ansteckungen. Der bisherige Höchstwert lag bei 52.010 gemeldeten Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden. Die Behörden zählten außerdem mehr als 400 Corona-Todesfälle innerhalb eines Tages in den Krankenhäusern. Insgesamt sind bereits mehr als 37.400 Menschen im Land im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung gestorben. Rund 20,6 Prozent der Corona-Tests sind aktuell positiv.

+++ 21:35 Mehrere Infektionen auf Fluss-Kreuzfahrtschiff in Brandenburg +++
Zehn Crew-Mitglieder eines in Potsdam liegenden Fluss-Kreuzfahrtschiffes sind positiv auf Corona getestet worden. Für sie habe das Gesundheitsamt Quarantäne bis zum 10. November angeordnet, die sie an Bord des Schiffes verbringen müssen, wie die Stadt mitteilte. Sie seien alle symptomfrei. Das Amt sei am Samstag über ein positives Testergebnis bei einem Crew-Mitglied informiert worden. Die 18 negativ getesteten Kollegen durften abreisen, ebenso die 26 Passagiere. Diese gelten als Kontaktpersonen 2. Grades. Die jeweiligen Gesundheitsämter wurden informiert. Das Schiff war am Freitag in Potsdam eingelaufen.

+++ 21:07 Deutschland verzeichnet mehr als 14.000 Neuinfektionen +++
Die Zahl der gemeldeten Coronavirus-Infektionen in Deutschland ist auf 551.982 gestiegen. Wie aus den von ntv.de ausgewerteten Angaben der Landesbehörden hervorgeht, kamen damit binnen 24 Stunden 14.618 neue Fälle hinzu. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Infektion stieg um 72 auf 10.579. Als aktuell infiziert gelten rund 182.200 Personen.

Die Ansteckungsrate (R-Wert) wird vom Robert-Koch-Institut (RKI) mit 1,07 angegeben (Vortag: 1,13). Das bedeutet, dass im Durchschnitt 100 Infizierte 107 weitere Menschen mit Sars-CoV-2 anstecken. Der 7-Tage-R-Wert liegt aktuell bei 1,04. Laut Divi-Register werden in Deutschland derzeit 2243 Covid-19-Patienten intensivmedizinisch behandelt, 182 mehr als am Vortag. 1167 Patienten werden beatmet, hier kamen seit gestern 81 hinzu. Rund 7900 Intensivbetten sind in den deutschen Kliniken derzeit noch frei.

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Die wichtigsten Entwicklungen zur bisherigen Lage rund um die weltweite Coronavirus-Pandemie können Sie hier nachlesen.

Quelle: ntv.de, ino/dpa/rts/AFP