Politik

Afghanistan-Liveticker +++ 22:10 US-General schildert riskante Körperkontrollen +++

Das US-Militär sieht trotz des verheerenden Anschlags vor den Toren des Flughafens in Kabul keine Alternative für risikoreiche Körperkontrollen bei der Abfertigung von Passagieren für Evakuierungsflüge. US-Kräfte müssten die Menschen durchsuchen, bevor sie auf das Flughafengelände gelassen würden, sagte General Kenneth McKenzie, der das US-Zentralkommando Centcom führt, am Donnerstag in einer Videoschalte mit Journalisten im Pentagon. "Das geht aus der Ferne nicht." Er betonte, US-Kräfte müssten sicherstellen, dass sich niemand mit einer Bombe auf das Gelände und in ein Evakuierungsflugzeug schmuggeln und mit einer Detonation dort noch weit mehr Menschen töten könne. Daher seien die intensiven Kontrollen an den Flughafentoren unerlässlich. "Es gibt wirklich keinen anderen Weg, das zu machen." US-Soldaten müssten dieses Risiko eingehen.

+++ 21:47 IS reklamiert Anschlag für sich +++
Der in Afghanistan aktive Ableger der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat den Anschlag am Flughafen von Kabul für sich reklamiert. Dies verlautbarte IS-Khorasan, wie der IS sich in Afghanistan und Pakistan nennt, am Abend mit einer über das Internet verbreiteten Nachricht des IS-Sprachrohrs Amak.

+++ 21:37 NATO und EU fordern weitere Evakuierungsflüge +++
Nach den Anschlägen am Flughafen Kabul haben die NATO und die Europäische Union die Fortsetzung der Evakuierungen aus Kabul gefordert. NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg erklärte auf Twitter, er verurteile den "furchtbaren terroristischen Anschlag". Zugleich betonte er, die "Priorität" der westlichen Allianz liege darin, "so viele Menschen wie möglich so schnell wie möglich in eine sichere Umgebung" zu bringen. EU-Ratspräsident Charles Michel zeigte sich "extrem besorgt", forderte aber ebenfalls, die Evakuierungen fortzusetzen. Einen gesicherten Zugang zum Flughafen zu gewährleisten, sei von lebenswichtiger Bedeutung, erklärte Michel. Die derzeitige Lage dürfe nicht dazu führen, dass der "Terrorismus" in Afghanistan wieder um sich greife.
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+++ 21:27 US-General rechnet mit weiteren Terrorattacken +++
Nach dem Anschlag außerhalb des Flughafens von Kabul rechnet das US-Militär mit weiteren Angriffen der Terroristen. "Wir glauben, es ist ihr Wunsch, diese Angriffe fortzusetzen, und wir rechnen damit, dass sich diese Angriffe fortsetzen werden", sagte US-General Kenneth McKenzie, der das US-Zentralkommando Centcom führt, im Pentagon. "Wir tun alles, was wir können, um auf diese Angriffe vorbereitet zu sein", sagte er. Dazu gebe es auch Gespräche mit den Taliban, die für die Sicherheit außerhalb des Flughafens verantwortlich seien. Es handle sich um eine "extrem aktive Bedrohungssituation" in der mit weiteren Angriffen zu rechnen sei, sagte der General weiter. Das US-Militär machte die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) für den Angriff in Kabul verantwortlich.

+++ 21:10 US-Streitkräfte: Evakuierungen gehen trotz Anschlag weiter +++
Die US-Streitkräfte setzen die Evakuierungsmission in Kabul auch nach dem verheerenden Terrorangriff am Flughafen der afghanischen Hauptstadt fort. "Wir führen den Auftrag weiter aus", sagte US-General Kenneth McKenzie, der das US-Zentralkommando Centcom führt, in einer Videoschalte im Pentagon.

+++ 21:07 Pentagon: Zwölf US-Soldaten tot, 15 verletzt +++
Bei dem Anschlag außerhalb des Flughafens von Kabul sind nach Angaben der US-Regierung zwölf amerikanische Soldaten getötet worden. Das sagte US-General Kenneth McKenzie, der das US-Zentralkommando Centcom führt, in einer Videoschalte mit Journalisten im Pentagon. 15 US-Soldaten seien verletzt worden.

+++ 20:40 BBC: 60 Tote und 140 Verletzte bei Anschlägen in Kabul +++
Bei den Explosionen am Flughafen Kabul wurden mindestens 60 Menschen getötet und 140 weitere verletzt, sagte ein hochrangiger afghanischer Gesundheitsbeamter der BBC. Nach ersten Erkenntnissen sind bei den Explosionen in Kabul mindestens zehn US-Soldaten getötet worden. Das erfährt die Nachrichtenagentur Reuters aus US-Kreisen.

+++ 20:30 Auch Frankreich setzt Mission fort +++
Trotz der Anschläge am Flughafen von Kabul will Frankreich seinen Evakuierungseinsatz in der afghanischen Hauptstadt fortsetzen. Der Einsatz werde so lange fortgesetzt, bis alle französischen Soldaten das Land verlassen hätten, sagte der Sprecher des französischen Generalstabs, Pascal Ianni. Der Einsatz sei nicht unterbrochen worden, es seien auch noch weitere Flüge nach Kabul geplant.

+++ 20:10 Boris Johnson: Britische Evakuierung geht weiter +++
Die britischen Streitkräfte wollen ihre Evakuierungsmission trotz des tödlichen Anschlags am Flughafen in Kabul fortsetzen. Das sagte Premierminister Boris Johnson nach einer Sitzung des Sicherheitskabinetts am Abend. Der Premier verurteilte die Tat als "barbarisch" und sprach den USA sowie "dem afghanischen Volk" sein Beileid aus. Es habe sich wohl um eine Serie von Attacken gehandelt, so Johnson weiter. Zu geheimdienstlichen Erkenntnissen über die Hintergründe wollte er sich nicht äußern. Es sei aber "beinahe sicher", dass auch Mitglieder der Taliban unter den Opfern seien, so Johnson. Mit dem Fortschritt der Evakuierungen zeigte sich Johnson zufrieden. Der größte Teil derjenigen, die evakuiert werden sollten, sei bereits außer Landes gebracht.
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+++ 19:50 Außenminister Maas reist nach Pakistan +++
Bundesaußenminister Heiko Maas reist in den kommenden Tagen nach Pakistan, Usbekistan und Tadschikistan. Das teilte der SPD-Politiker in einem Statement zu den Anschlägen von Kabul mit. Es sei von vorneherein klar gewesen, dass das Zeitfenster für die Evakuierung von Ortskräften sich bald schließe, sagte Maas. Deshalb habe die Bundesregierung bereits die Schritte für die Zeit nach dem Ende des Bundeswehreinsatzes geplant. Deutsche Diplomaten führten derzeit Gespräche mit den Taliban, um den Weiterbetrieb des Flughafens zu ermöglichen. Deutschland werde das Personal in den Botschaften der Nachbarstaaten verstärken. Alle Ortskräfte könnten bei ihren früheren Arbeitgeber eine Gefährdungsanzeige stellen. Visa würden dann unbürokratisch erteilt, versprach der Außenminister.

+++ 19:35 Pentagon: Mehrere US-Soldaten getötet +++
Bei dem Anschlag außerhalb des Flughafens von Kabul sind nach Angaben der US-Regierung mehrere amerikanische Soldaten getötet worden. Das teilte der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums, John Kirby, mit, ohne eine genaue Zahl zu nennen. Mehrere US-Soldaten seien verletzt worden, auch mehrere Afghanen seien der Attacke zum Opfer gefallen. Der Taliban-Sprecher Sabihullah Mudschahid sagte, nach ersten Informationen seien "zwischen 13 und 20" Menschen getötet worden.

+++ 19:15 AKK: "Alle deutschen Soldaten unversehrt ausgeflogen" +++
Die Mission der Bundeswehr in Afghanistan ist beendet. "Alle deutschen Soldaten sind aus Kabul ausgeflogen worden", erläuterte Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer in einem ersten Statement nach den Anschlägen vor dem Flughafen in Kabul. Die Attentate hätten deutlich gemacht, dass die Warnungen berechtigt waren und dass die Evakuierungsflüge nicht fortgesetzt werden konnten, sagte die CDU-Politikerin. Die Anschläge nannte AKK "feige". In US-Kreisen wird derweil die Befürchtung geäußert, dass es zu weiteren Anschlägen am Flughafen von Kabul kommen könnte.

+++ 18:40 Merkel: "Anschlag absolut niederträchtig" +++
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Attentate vor dem Flughafen von Kabul als "absolut niederträchtigen Anschlag" verurteilt. Sie lobte das beispiellose Engagement besonders des US-Militärs und bedauerte, dass wohl auch US-Soldaten unter den Opfern seien. Den in Afghanistan zurückgebliebenen Ortskräften versicherte sie, ihre Rettung würde auch nach dem Abzug der Bundeswehr nicht vergessen werden, sagte die Kanzlerin in einem ersten Statement zu den Ereignissen in Kabul.
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+++ 18:40 Bundeswehr-Flugzeug außerplanmäßig in Kabul gelandet +++
Nach dem Anschlag in Kabul hat die Bundeswehr am Abend ein für die Versorgung von Verletzten ausgerüstetes Transportflugzeug A400M zurück zum Flughafen der afghanischen Hauptstadt geschickt. Die für mögliche Notfälle im Luftraum über Kabul bereitgehaltene Maschine landete am Abend nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur außerplanmäßig und bot den US-Amerikanern Hilfe bei der Versorgung an. Zudem wurden zwei deutsche Soldaten aufgenommen, die während des Chaos nach der Explosion vor dem Flughafen noch am Boden geblieben waren.

+++ 18:18 USA sehen IS-Khorasan als Drahtzieher +++
Die US-Behörden gehen davon aus, dass die Extremisten-Gruppe IS-Chorassan hinter dem Angriff am Kabuler Flughafen steckt. Das sagt ein Insider, der mit Unterrichtungen des Kongresses vertraut ist. Dieser afghanische Ableger des Islamischen Staates operiert seit 2015 in Afghanistan und nennt sich nach der zentralasiatischen Region Khorasan, die Teile des Iran, Zentralasiens und Pakistans umfasst. Als der IS begann, sein Territorium in Syrien und im Irak zu verlieren, sollte Afghanistan eine neue Basis für ein weltweites Kalifat werden. Der IS habe seitdem Hunderttausende Dollar in Aufbau und Organisation seiner Netzwerke in dieser Region gesteckt, schreibt das "Center for Strategic and International Studies".

+++ 17:50 Kabuler Krankenhaus behandelt 60 Verletzte +++
Ein Krankenhaus in Kabul berichtet von etwa 60 Verletzten, die bislang nach den Explosionen am Flughafen eingeliefert worden seien. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Rom befinden sich unter den Opfern der Explosion keine italienischen Staatsbürger.

+++ 17:30 Noch 20 Busse mit Franzosen und Ortskräften am Flughafentor +++
Nach Angaben von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron stehen in Afghanistan noch 20 Busse mit französischen Staatsbürgern und anderen Personen, die geschützt werden sollen. Einige dieser Busse befänden sich am Tor des Flughafens. Eine erfolgreiche Evakuierung könne jedoch nicht garantiert werden, sagt er weiter. Darüber liefen gegenwärtig Diskussionen mit den Taliban. Ungeachtet der Anschläge wolle Frankreich seine Evakuierungsflüge nach Möglichkeit fortsetzen, sagte Macron in Dublin.

+++ 17:15 Pentagon bestätigt zweite Explosion +++
Bei einem Anschlag außerhalb des Flughafens von Kabul sind nach Angaben der US-Regierung auch Amerikaner zu Schaden gekommen. Das schrieb der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums, John Kirby, auf Twitter und bezeichnete den Angriff an einem der Flughafen-Tore als "komplexe Attacke". Eine Zahl von Toten oder Verletzten nannte er nicht. Kirby bestätigte außerdem, dass es zu einer weiteren Explosion bei einem nahe gelegenen Hotel gekommen sei. Die erste Explosion fand demnach am Flughafenzugang Abbey Gate statt.

+++ 17:10 Frankreich holt Botschafter aus Kabul zurück +++
Frankreichs Botschafter in Afghanistan wird nicht im Land bleiben. Das gibt der französische Präsident Emmanuel Macron bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Irlands Ministerpräsident Micheal Martin bekannt.

+++ 16:55 USA rechnen mit wachsender Zahl von Toten +++
Die Zahl der Opfer der Explosion dürfte US-Kreisen zufolge noch zunehmen. Dies könne aus ersten Informationen geschlossen werden, sagt ein Insider. Unter den Opfern der Explosion seien keine Briten, schreibt die Verteidigungskorrespondentin der "Times", Larisa Brown, ohne Angabe einer Quelle auf Twitter.

+++ 16:50 Augenzeugen: Explosion, Schüsse und Tränengas +++
Der gut vernetzte afghanische Journalist Bilal Sarwari schrieb auf Twitter, ein Selbstmordattentäter habe sich in einer großen Menschenmenge in die Luft gesprengt. Mindestens ein weiterer Angreifer habe danach das Feuer eröffnet. Sarwari berief sich auf mehrere Augenzeugen in dem Gebiet. Nach der Explosion hätten US-Soldaten an einem anderen Flughafengate Tränengas eingesetzt, um die Menschen auseinander zu treiben, sagte ein Bewohner Kabuls, der an diesem Gate war. Er schätzte, zu dem Zeitpunkt seien dort 2000 bis 4000 Menschen gestanden. Mehrere Frauen und Mädchen seien durch das Tränengas verletzt worden.

+++ 16:42 Deutsche Mission beendet: Letzte Bundeswehr-Maschinen gestartet +++
Die letzten deutschen Militärflugzeuge haben nach Informationen aus Sicherheitskreisen den Flughafen Kabul verlassen. Damit sei der Evakuierungseinsatz dort abgeschlossen, sagt ein Insider. Drei Flugzeuge starteten am frühen Abend (Ortszeit) vom Flughafen Kabul aus mit dem Ziel Taschkent in Usbekistan.
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+++ 16:40 Taliban: Mindestens elf Tote, auch Kinder +++
Der Sender Al-Jazeera berichtet unter Berufung auf Taliban-Sicherheitskreise von elf Toten und Verwundeten bei der Explosion. Darunter seien Ausländer. Ein Taliban-Vertreter sprach von mindestens 13 Menschen, die getötet worden. Darunter seien Kinder und viele Wachen der Taliban.

+++ 16:33 US-Kreise: Selbstmordattentäter verübte Anschlag +++
Die Explosion am Flughafen Kabul geht US-Kreisen zufolge offenbar auf ein Selbstmordattentat zurück. Dies gehe aus einem ersten Bericht hervor, die Erkenntnisse könnten sich noch ändern. Ein US-Insider sagt Reuters, dass es Opfer gegeben habe. Es sei unklar, wie viele und welcher Nationalität sie seien. Deutsche Soldaten sind von der Explosion vor dem Flughafen nicht betroffen. Das erfährt Reuters aus Sicherheitskreisen.

+++ 16:28 Ankara: Zwei Explosionen in Kabul +++
Das türkische Verteidigungsministerium berichtet von zwei Explosionen außerhalb des Flughafens. Türkische Einheiten seien nicht zu Schaden gekommen. Unter den Verletzten nach der Explosion sind aber möglicherweise bis zu drei Mitglieder der US-Streitkräfte, wie Reuters von einem Insider unter Berufung auf vorläufige Angaben erfährt. Ein afghanischer Journalist will gesehen haben, dass "mindestens 11 ausländische Soldaten und viele Zivilisten verletzt und getötet wurden". Das schrieb der afghanische Herausgeber Zaki Daryabi auf Twitter.

+++ 16:20 Frankreichs Botschafter befürchtet zweiten Anschlag +++
Der französische Botschafter in Afghanistan, David Martinon, warnte auf Twitter vor einer womöglich drohenden zweiten Explosion. Wer sich an den Zugängen zum Flughafen aufhalte, solle sich so schnell wie möglich in Sicherheit bringen.

+++ 16:10 Deutsche Kreise: Anschlag außerhalb des Airports +++
Auch in deutschen Sicherheitskreisen wurde von einem Anschlag am Flughafen von Kabul gesprochen. Ob deutsche Staatsbürger oder Bundeswehrsoldaten betroffen sind, war zunächst unklar. Es gebe Verletzte. Unklar sei noch, ob und wenn ja wie viele Tote es gegeben habe. Es herrsche Chaos. Das Attentat sei von außerhalb des Flughafens verübt worden, nicht von einer oder mehreren Personen, die sich auf das Gelände des Flughafens geschmuggelt hätten, hieß es weiter.

+++ 15:58 Pentagon meldet Explosion am Flughafen von Kabul +++
Vor dem Flughafen der afghanischen Hauptstadt Kabul hat sich eine Explosion ereignet. "Wir können eine Explosion außerhalb des Kabuler Flughafens bestätigen", erklärte Pentagon-Sprecher John Kirby. Angaben zu möglichen Toten oder Verletzten könne er noch nicht machen.

+++ 15:50 Russischer Botschafter: Bereits 50 Zivilisten im Gedränge am Flughafen getötet +++
Am Flughafen in der afghanischen Hauptstadt Kabul sind nach Angaben des russischen Botschafters vor Ort in den vergangenen Tagen circa 50 Menschen ums Leben gekommen. "Am Kabuler Flughafen herrscht Chaos, die Amerikaner können dort tatsächlich nichts sicherstellen", sagte Dmitri Schirnow im russischen Staatsfernsehen. "Es gibt dort Opfer. Etwa 50 gewöhnliche Menschen sind gestorben."

+++ 15:43 Geheimdienst: Schüsse auf Menschenmenge - nicht auf Flugzeug +++
Die Schüsse beim Start eines italienischen Militärflugzeugs vom Flughafen in Kabul hätten nicht dem Flugzeug gegolten, verlautet aus Regierungskreisen in Rom. Vielmehr seien sie nach Einschätzung des italienischen Geheimdienstes wohl abgefeuert worden, um die Menschenmenge nahe des Flughafens auseinanderzutreiben.

+++ 15:31 Italienisches Flugzeug am Flughafen von Kabul beschossen +++
Ein italienisches Militärflugzeug ist beim Start vom Flughafen Kabul laut italienischen Sicherheitskreisen beschossen worden. Das Flugzeug sei dabei aber nicht beschädigt worden. Ein italienischer Journalist an Bord sagt dem Sender Sky 24 TG, das Flugzeug habe 100 afghanische Zivilisten ausgeflogen.

+++ 15:01 Kanada beendet Evakuierungsflüge +++
Vor dem Abzug der US-Truppen aus der afghanischen Hauptstadt Kabul haben die kanadischen Streitkräfte ihre Evakuierungsmission beendet. Dies verkündete der befehlshabende General Wayne Eyre, wie das kanadische Verteidigungsministerium bestätigte. Etwa 3700 Menschen seien vom Militär in den vergangenen Tagen außer Landes gebracht worden. Kanada hatte wie auch europäische Staaten auf eine Verlängerung der Evakuierungsaktion gepocht, die amerikanische Abzugsankündigung zwingt das Land jedoch zum Ende der Operation.

+++ 14:31 Russland bei Haltung zu Taliban noch unschlüssig +++
Russland hat gestern laut Nachrichtenagentur Interfax rund 360 eigene Staatsbürger aus Kabul ausgeflogen. Rund 100 Russen hätten entschieden, zunächst in Afghanistan zu bleiben, meldet zudem die Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf den russischen Botschafter. Die russische Regierung will ihre Haltung zu den Taliban in Afghanistan noch nicht festlegen. Zunächst solle der Umgang der Islamisten mit der Bevölkerung und den russischen Diplomaten beobachtet werden, sagt ein Sprecher von Präsident Wladimir Putin. Russland wolle Frieden und Stabilität in Afghanistan.

+++ 13:58 Taliban schlagen Journalisten in Kabul +++
Taliban haben zwei Mitarbeiter des beliebten afghanischen Fernsehsenders ToloNews misshandelt, wie die beiden berichten. Der Reporter Siar Jad und sein Kameramann seien in Kabul geschlagen worden, als sie gerade an einem Bericht arbeiteten, teilt Tolo-News mit. Die Mitarbeiter hätten gerade Tagelöhner und Arbeitslose gefilmt. Der Reporter Jad selbst schreibt, die Taliban seien plötzlich aus ihrem gepanzerten Landcruiser ausgestiegen und hätten ihn mit vorgehaltener Waffe geschlagen. Ein Vertreter der Taliban habe zu Tolo-News gesagt, der Fall werde "ernsthaft" untersucht.

+++ 13:45 AKK: Terrordrohungen haben sich massiv verschärft +++
Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer warnt vor einer immer weiter wachsenden Terrorgefahr am Flughafen Kabul. "Wir wissen, dass die Terrordrohungen sich massiv verschärft haben, dass sie deutlich konkreter geworden sind", sagt sie. "Wir befinden uns jetzt in der sicherlich hektischsten, in der gefährlichsten, in der sensibelsten Phase." Der Evakuierungseinsatz der Bundeswehr soll in Kürze enden.

+++ 13:29 Brite bittet Taliban um sicheres Geleit für Katzen und Hunde +++
Für mehr als 150 Katzen und Hunde bittet ein Brite in Afghanistan um sicheres Geleit für die Ausreise aus Kabul. "Mein Team und meine Tiere stecken am Umfeld des Flughafens fest. Wir haben einen Flug, der auf uns wartet", schreibt Paul "Pen" Farthing auf Twitter an Taliban-Sprecher Suhail Schahin. Der ehemalige Soldat hat in Kabul ein Tierheim aufgebaut und will nun mit seinen knapp 70 Mitarbeitern und den Tieren nach Großbritannien ausfliegen. Nachdem Verteidigungsminister Ben Wallace zunächst abgelehnt hatte, gab er schließlich nach. Farthing hat eine Social-Media-Kampagne gestartet und mithilfe von Unterstützern in der Heimat ein Flugzeug gechartert. Er bietet an, darin weitere Menschen mitzunehmen.
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+++ 13:13 Über 14.500 Evakuierte landen in Ramstein +++
Bis jetzt sind mehr als 14.500 Evakuierte aus Afghanistan auf der Air Base Ramstein gelandet. Das teilt der weltgrößte US-Luftwaffenstützpunkt außerhalb Amerikas mit. Ramstein nahe Kaiserslautern ist seit Freitag ein Drehkreuz für Geflüchtete. Etwa 55 Flugzeuge der United States Air Force seien eingetroffen, berichtet ein Sprecher. Mehr als 3500 Evakuierte seien mit etwa 16 Flügen in die USA weitergereist. "Die Flüge werden voraussichtlich das ganze Wochenende über fortgesetzt."

+++ 13:02 AfD lehnt zivile Luftbrücke ab +++
Die AfD sieht zivile Flüge zur Evakuierung skeptisch. "Wir müssen aufpassen, dass nach dem absehbaren Ende der militärischen Evakuierungsflüge nicht eine permanente zivile Luftbrücke von Kabul nach Deutschland eingerichtet wird", sagt Alexander Gauland, Vorsitzender der AfD-Bundestagsfraktion. Deutschland würde dadurch die Kontrolle darüber verlieren, wer ins Land kommt. Die Unterbringung von Afghanen, die nicht unter den Taliban leben könnten oder wollten, müsse vornehmlich in der Region erfolgen.

+++ 12:44 Südkorea will für afghanische Flüchtlinge Gesetz ändern +++
In Südkorea kommen knapp 400 Afghanen an. Die Regierung in Seoul kündigt Gesetzesänderungen an, damit Mitarbeiter von südkoreanischen Projekten in Afghanistan ein langfristiges Bleiberecht erhalten. Einwanderung ist in Südkorea ein heikles Thema. Vielen Koreanern ist wichtig, eine weitgehend ethnisch homogene Bevölkerung zu bilden. Justizminister Park Beom Kye erinnert daran, dass viele Koreaner während des Korea-Krieges 1950 bis 1953 internationale Hilfen erhalten hätten.

+++ 12:26 Draghi: Afghanische Frauen kurz davor, Würde zu verlieren+++
Italiens Regierungschef fordert von den G20-Staaten, alles zu tun, um die Rechte von Frauen in Afghanistan zu schützen. "Afghanische Frauen und Mädchen stehen kurz davor, Freiheit und Würde zu verlieren", lässt Mario Draghi anlässlich der Konferenz der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) zur Stärkung der Rolle von Frauen mitteilen. Die G20 müssten vor allem deren Recht auf Bildung wahren sowie den Fortschritt, der in den vergangenen 20 Jahren erreicht worden sei.

+++ 12:06 Sicherung des Flughafens durch die Türkei nicht vom Tisch +++
Trotz des Abzugs der türkischen Streitkräfte ist die Sicherung des Flughafens in Kabul durch die Türkei noch nicht vom Tisch. "Die Gespräche laufen weiter", sagt Präsidentensprecher Ibrahim Kalin ntv. Der Airport wurde bisher unter anderem von türkischen Soldaten gesichert, teils wurde auch der Service für den Flugbetrieb bereitgestellt. Bereits vor der Machtübernahme waren Gespräche geführt worden, ob die Türkei den Flughafen weiter sichern und betreiben könnte. Das Land hatte sich mehrmals bereit erklärt, die Taliban hatten das aber abgelehnt.

+++ 11:51 Grüne zweifeln an deutschen Plänen für zivile Evakuierung +++
Die Grünen äußern Zweifel am Vorhaben der Bundesregierung, nach Ende der militärischen Luftbrücke zivile Evakuierungsmöglichkeiten zu organisieren. "Es gibt natürlich zwei Probleme: Das eine ist, es gibt ja keinen zivilen Flughafen mehr in Kabul - der ist schwer demoliert", sagt Grünen-Sicherheitspolitiker Tobias Lindner im Inforadio. Als zweiten Punkt führt er eine Formulierung an, die die Taliban als Voraussetzung für die Ausreise von Afghanen nach Ende der Militäraktion genannt haben sollen: "Personen mit legalen Dokumenten können ausreisen." Es stelle sich die Frage, was mit legalen Dokumenten gemeint sei.

+++ 11:33 BND unterstützt Evakuierung in Kabul +++
Die Evakuierungsaktion der Bundeswehr wird seit Beginn von einem Team des Bundesnachrichtendienstes (BND) unterstützt. Der deutsche Auslandsgeheimdienst ist nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur ohne Unterbrechung auch nach der Einnahme Kabuls vor Ort aktiv. In der Zwischenzeit habe der Dienst sein Team ausgetauscht, um die Evakuierung mit frischen Kräften zu unterstützen, hieß es. Die BND-Agenten klärten unter anderem die Sicherheitslage auf und hielten Verbindung zu anderen Geheimdiensten.

+++ 11:21 Belgien, Polen und Niederlande beenden Evakuierung +++
Belgien und Polen schließen ihre Evakuierung ab. Der letzte belgische Flug verließ den Flughafen in Kabul am Mittwochabend, wie Premierminister Alexander de Croo mitteilt. Insgesamt seien mehr als 1400 Menschen mit 23 Flügen außer Landes gebracht worden. Polen flog mit 14 Flugzeugen 1300 Menschen aus, 200 davon auf Bitten anderer Länder und Organisationen, wie Vize-Außenminister Marcin Przydacz berichtet. Am Vormittag traf das letzte Flugzeug in Warschau ein. Die niederländische Regierung rechnet damit, dass im Laufe des Tages die letzte ihrer Maschinen abheben wird, wie es in einer Unterrichtung des Parlaments in Den Haag heißt.

+++ 11:11 Albanien und Kosovo wollen Tausende Afghanen aufnehmen +++
Albanien und Kosovo bekräftigen ihre Bereitschaft, Tausende Afghanen zumindest vorübergehend aufzunehmen. Albanien werde etwa 4000 Menschen, die als Ortskräfte für die NATO-Mission tätig gewesen seien, sowie ihren Angehörigen Aufenthalt gewähren, erklärt Ministerpräsident Edi Rama CNN. Grundsätzlich sei geplant, dass die Menschen in den USA dauerhaft Asyl fänden. Albanien werde aber niemandem die Tür weisen, der wegen seiner Tätigkeit Schutz benötige. Auch das Kosovo will 2000 evakuierte Afghanen aufnehmen. Dies erklärt Innenminister Xhelal Svecla laut Medienberichten. Sie könnten bis zu einem Jahr bleiben, bis für sie eine dauerhafte Lösung gefunden sei.

+++ 11:00 A400M der Bundeswehr auf dem Weg nach Taschkent +++
Mit mehr als 150 Schutzbedürftigen an Bord ist der A400M, der um 8.35 Uhr unserer Zeit in Kabul gelandet ist, inzwischen unterwegs nach Taschkent in Usbekistan. Das teilt die Bundeswehr mit. Start war demnach um 9.42 Uhr.

+++ 10:41 Britische Regierung: Anschlag binnen Stunden möglich +++
Ein Vertreter der britischen Regierung hält einen Terroranschlag am Flughafen in Kabul binnen Stunden für möglich. Auf die Frage des Senders Sky News, ob sich ein Anschlag innerhalb der nächsten Stunden ereignen könne, sagt Verteidigungsstaatssekretär James Heappey ausdrücklich "Ja". Im Laufe der Woche seien sich die Geheimdienste immer sicherer geworden, dass ein "ernsthafter, unmittelbarer, tödlicher Angriff" auf den Flughafen oder die von westlichen Truppen genutzten Zentren drohe.

+++ 10:30 Generalinspekteur: Sammelpunkte in Kabul nach einmaliger Nutzung quasi verbrannt +++
Bei der Evakuierung ist höchste Vorsicht geboten, wie der Generalinspekteur der Bundeswehr, Eberhard Zorn, erklärt. Die Treffpunkte, an denen etwa Soldaten des KSK kleine Gruppen in Kabul abholen, sprechen sich rasend schnell herum, wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtet. Im Grunde könne man jeden Treffpunkt nur einmal nutzen. Zorn: "Alle Sammelpunkte sind nach einmaliger Nutzung quasi verbrannt.“

+++ 10:11 Deutsche Evakuierung nähert sich schnell dem Ende +++
Die militärische Evakuierungsmission für Deutsche und einheimische Mitarbeiter steuert auf ein Ende zu. Die Bundeswehr will nochmals mit vier Flugzeugen Menschen ausfliegen. Bis morgen sollen nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur auch militärische Kräfte weitgehend abgezogen sein.

+++ 09:55 Dänemark beendet Evakuierung schon jetzt +++
Dänemark schließt die Evakuierung der Botschaftsmitarbeiter und ihrer Familien bereits jetzt ab. "Es ist nicht mehr sicher, vom Flughafen Kabul zu fliegen", sagt Verteidigungsministerin Trine Bramsen. Die letzte Maschine sei in Islamabad gelandet. Dänemark hat in den letzten Tagen rund 1000 Menschen evakuiert.

+++ 09:35 Taliban fordern Frauen auf, zu Hause zu bleiben +++
Frauen sollten zu ihrer eigenen Sicherheit nicht arbeiten gehen, sagt Taliban-Sprecher Zabiullah Mudschahid, wie der "Spiegel" berichtet. Die Anweisung sei nur vorübergehend und ermögliche es den Taliban, Wege zu finden, um sicherzustellen, dass Frauen nicht "respektlos behandelt" oder "Gott bewahre, verletzt" würden. Die Maßnahme sei notwendig, weil sich die Soldaten der Taliban "ständig verändern und nicht ausgebildet sind". Mudschahid führt aus: "Wir freuen uns, wenn sie die Gebäude betreten, aber wir wollen sichergehen, dass sie sich keine Sorgen machen müssen. Deshalb haben wir sie gebeten, eine Auszeit von der Arbeit zu nehmen, bis sich die Situation wieder normalisiert hat."

+++ 09:20 Frankreich beendet Evakuierungen morgen Nachmittag +++
Frankreich wird die Evakuierungen am Freitagnachmittag beenden. Das kündigt Ministerpräsident Jean Castex bei RTL Radio an.

+++ 09:01 Großbritannien hat Hinweise auf unmittelbar bevorstehenden Anschlag +++
Es gebe "sehr, sehr glaubhafte" Hinweise von Geheimdiensten, dass ein Anschlag auf die vor dem Flughafen wartende Menschenmenge unmittelbar bevorstehe, sagt der Staatssekretär im britischen Verteidigungsministerium, James Heappey, der BBC. "Ich kann nur sagen, dass die Bedrohung sehr ernst ist."

+++ 08:51 Bundesregierung will mit Taliban zivile Evakuierung aushandeln +++
Die Bundesregierung hofft weiterhin darauf, mit den Taliban zivile Evakuierungsmöglichkeiten nach Ende der militärischen Luftbrücke auszuhandeln. Das sagt Außen-Staatsminister Niels Annen den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Die Bundesregierung hat seit Beginn der Evakuierung auf mehreren Ebenen nach Lösungen parallel zur Luftbrücke gesucht", betont Annen. "Wir sind daher im Gespräch mit den Taliban in Doha wie auch mit Nachbarländern Afghanistans - etwa Pakistan -, um die Evakuierung auf ziviler Basis auch nach dem 31. August weiterzuführen."

+++ 08:43 Bundeswehrverband fordert Konsequenzen aus Evakuierungsdebakel +++
Viele Soldaten seien wütend und schockiert wegen der "Überraschtheit" vieler Politiker über den schnellen Zusammenbruch der afghanischen Regierung, sagt der Chef des Bundeswehrverbandes, André Wüstner, im Deutschlandfunk. Dabei habe es viele Berichte der Botschaft, aus der Armee und von Experten gegeben, die auf die drohenden Gefahren hinwiesen. "Auf jeden Fall müssen wir über Verantwortung und Konsequenz noch reden", fordert Wüstner.

+++ 08:25 "Wall Street Journal": Europa droht Migrationskrise +++
Zu den Folgen des Abzugs der US-Truppen schreibt das "Wall Street Journal": "Die unmittelbare Krise in Kabul wird enden, wenn die US-Truppen abziehen, aber die Kapitulation von Präsident Biden vor den Taliban wird weit über Afghanistan hinaus schädigende Auswirkungen haben. Eine weitere Migrationskrise in Europa könnte zu den folgenreichsten gehören. (...) Terrorgruppen könnten eine chaotische Migration für zukünftige Angriffe ausnutzen."

+++ 08:13 Bundeswehr fliegt bisher 5193 Menschen aus +++
Die Bundeswehr setzt ihre Evakuierungsmission für Deutsche und einheimische Ortskräfte fort. Gegen 7.15 Uhr startete in Taschkent ein Transportflugzeug A400M in Richtung Kabul, wie das Einsatzführungskommando mitteilt. "Insgesamt 5193 Personen konnten seit Beginn der Evakuierungsmission durch die Bundeswehr in Sicherheit gebracht werden - allein gestern waren es 539", schreibt das Verteidigungsministerium. "Wir evakuieren bis zur letzten Sekunde."

+++ 08:02 Baden-Württemberg fordert schnelles Bund-Länder-Treffen zu Flüchtlingen +++
Baden-Württemberg fordert den Bund auf, die Bundesländer so schnell wie möglich zu einem gemeinsamen Gespräch über Hilfen für gefährdete Menschen in Afghanistan einzuladen. In einem Brief von Ministerpräsident Winfried Kretschmann an das Kanzleramt heißt es, bei dem Treffen müsse über "aktuelle Überlegungen für ein Bundesaufnahmeprogramm und mögliche flankierende Maßnahmen der Länder" gesprochen werden.

+++ 07:44 Biden gerät in Flüchtlingsdebatte unter Druck +++
In den USA eskaliert die innenpolitische Debatte über Tausende von Flüchtlingen, die in die USA umgesiedelt werden sollen. Das berichtet die "Washington Post". Die Kritik bei Fox News verstärke sich, unter anderem unter Republikanern in Wisconsin, wo einige Flüchtlinge vorübergehend untergebracht sind. Während sich demnach manche ärgern, dass zu viele Afghanen zurückbleiben könnten, haben insbesondere Republikaner Bedenken, dass zu viele kommen. Im Zentrum stehe Biden, der nun mit schwierigen Entscheidungen und Konsequenzen konfrontiert ist - die Monate, wenn nicht Jahre dauern könnten.

+++ 07:21 AKK: Möchte nicht über Evakuierungsende spekulieren +++
Das Zeitfenster für Evakuierungen aus Kabul schließt sich nach Worten von Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer auch wegen der sich verschärfenden Sicherheitssituation. Es werde auch deshalb kleiner, "weil die Bedrohungslage sehr konkret mit Blick auf terroristische Anschläge auf die, die evakuiert werden sollen, aber auch auf die Soldatinnen und Soldaten, größer wird", sagt die CDU-Politikerin im ZDF. Wie groß dieses Fenster sei, "darüber möchte ich nicht spekulieren, weil es auch die Arbeit, die immer noch unvermindert weitergeht, um so viele Menschen wie möglich auf die Flieger zu bekommen, weiter erschwert".

+++ 06:58 Riesige Menschenmengen drängen sich am Flughafen Kabul +++
Trotz der Warnungen der USA und ihrer Verbündeten vor Angriffen der IS-Miliz drängen sich riesige Menschenmengen vor den Zugängen zum Flughafen Kabul. Die Umgebung sei "unglaublich überfüllt", sagt ein westlicher Diplomat. Allein schätzungsweise 1500 Menschen, die US-Pässe oder Visa für die USA hätten, versuchten weiterhin, auf das Flughafengelände zu gelangen. Der Flugbetrieb, der sich am Mittwoch verlangsamt habe, werde nun wieder beschleunigt.

+++ 06:42 Bruder von berühmtem Taliban-Gegner berichtet von wachsendem Widerstand +++
Die Widerstandsbewegung gegen die Taliban wächst nach den Worten des Bruders des legendären afghanischen Kriegsherrn und Taliban-Gegners Ahmed Schah Massud. Der Widerstand habe sich über das Land verbreitet. Die Einstellungen der Afghanen hätten sich in den vergangenen 20 Jahren entwickelt, sagt Massud. "Die Frauen Afghanistans sind der Widerstand, denn ihre Werte unterscheiden sich sehr von denen der Taliban." Auch die jüngeren Generationen, die einen Großteil der Bevölkerung ausmachten, seien Teil der Widerstandsbewegung.

+++ 06:22 Oberster Heeressoldat kritisiert Versagen der afghanischen Armee +++
Der Inspekteur des Deutschen Heeres, Generalleutnant Alfons Mais, macht Korruption, Vetternwirtschaft und Führungsversagen in der afghanischen Armee für den Vormarsch der militant-islamistischen Taliban mitverantwortlich. "Das ist ja eine Berufsarmee gewesen. Das waren keine Wehrpflichtigen, die sofort die Waffen fallen lassen, weil sie zum Dienst gezwungen worden wären", sagt Mais der "Rhein-Zeitung". Man habe wohl überschätzt, inwieweit die Soldaten bereit seien, für einen Staat zu kämpfen, der mit internationaler Unterstützung entstanden sei. "Und das Führungskorps ist auch nicht immer nach Leistung ausgewählt worden, sondern über einen Schlüssel nach Ethnien."

+++ 04:54 US-Regierung: Keine Frist für Hilfe bei Ausreise aus Afghanistan +++
Die US-Regierung will auch nach dem 31. August US-Amerikaner und Afghanen bei der Ausreise aus Afghanistan unterstützen. Man prüfe eine Reihe von Möglichkeiten, wie man etwa weiter konsularische Unterstützung leisten können, sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki. US-Außenminister Antony Blinken sprach davon, dass es keine "Frist" für die Bemühungen gebe, ausreisewilligen US-Amerikanern oder Afghanen zu helfen. Die militant-islamistischen Taliban hätten sich verpflicht, Menschen über den 31. August hinaus sicheres Geleit zu ermöglichen. "Und wir haben sicherlich Anreize und Druckmittel gegenüber einer zukünftigen afghanischen Regierung, um sicherzustellen, dass dies geschieht", sagte Blinken weiter ohne ins Detail zu gehen.

+++ 03:45 Wehrbeauftragte fordert mehr Trauma-Therapien für Soldaten +++
Die Wehrbeauftragte des Bundestags, Eva Högl, fordert angesichts der dramatischen Szenen bei der Bundeswehr-Rettungsaktion in Kabul mehr Trauma-Therapien für aktive Soldaten und Afghanistan-Veteranen. "Seelische Belastungen, Traumata aus dem Einsatz - das muss ganz intensiv nachbereitet werden. Wir brauchen mehr und gezielte Angebote für Soldatinnen und Soldaten, damit sie die schrecklichen Erfahrungen loswerden können", sagte die SPD-Politikerin der "Rheinischen Post". Das gelte auch für ehemalige Soldaten, die in den vergangenen 20 Jahren am Hindukusch gekämpft hätten. "Die sehen das und machen alles noch einmal durch", sagte Högl.

+++ 03:13 Großbritannien und Australien warnen Staatsbürger vor Aufenthalt am Kabuler Flughafen +++
Großbritannien hat seine bis jetzt in Afghanistan verbliebenen Staatsbürger wegen der Gefahr von Anschlägen aufgefordert, sich vom Kabuler Flughafen fernzuhalten. "Wenn Sie sich beim Flughafen aufhalten, entfernen Sie sich zu einem sicheren Ort und warten Sie auf weitere Hinweise", hieß es auf der Webseite des britischen Außenministeriums am Mittwoch. Es gebe eine "anhaltende und hohe Gefahr terroristischer Angriffe". Auch die Regierung von Australien warnt vor dem Aufenthalt am Flughafen: "Es besteht eine anhaltende und sehr hohe Bedrohung durch einen Terroranschlag", sagt Außenministerin Marise Payne.

+++ 02:26 Scharping sieht Truppen-Abzug als "schreckliches Trump-Erbe" +++
Der ehemalige Verteidigungsminister Rudolf Scharping, der zu Beginn des Afghanistan-Einsatzes der Bundeswehr 2001 amtierte, hält den Abzug der westlichen Truppen aus Afghanistan unter den jetzigen Umständen für falsch. "Der Kardinalfehler ist das so genannte Doha-Abkommen zwischen den USA und den Taliban", sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Darin sind genaue Abzugspläne der amerikanischen Seite vereinbart worden, aber nicht eine einzige konkrete Gegenleistung. Warum man mit den Taliban auf der Basis von Goodwill etwas vereinbart, ist mir schleierhaft und aus meiner Sicht auch unverantwortlich. Das Abkommen von Doha ist ein schreckliches Erbe der Präsidentschaft von Donald Trump."

+++ 01:38 UN-Bericht: Sicherheitslage in Afghanistan weitgehend ruhig +++
Nach der Machtübernahme der militant-islamistischen Taliban hat sich die Sicherheitslage in Afghanistan laut UN beruhigt. Das geht aus dem wöchentlichen Bericht der UN-Agentur zur Koordinierung humanitärer Hilfe (OCHA) hervor. In den allermeisten Regionen des Landes sei die Sicherheitssituation im Berichtszeitraum - der Woche nach der Taliban-Machtübernahme - vergleichsweise ruhig. Es gibt aber Ausnahmen. So seien aus den Provinzen Kabul und Pandschir mehrere Sicherheitsvorfälle und Gewalttaten gemeldet worden. Im Süden seien Zivilistinnen und Zivilisten weiter von Explosionen durch am Straßenrand versteckte Bomben betroffen gewesen, in einigen Bezirken im Nordosten habe es Berichte über Gefechte gegeben.

+++ 00:40 Belgien stellt Evakuierungsflüge ein +++
Angesichts des bevorstehenden vollständigen US-Abzugs aus Afghanistan hat Belgien seine Evakuierungsflüge aus Kabul eingestellt. Grund sei die sich verschlechternde Lage in dem Land, schrieb Regierungschef Alexander De Croo am Mittwochabend bei Twitter. Die Entscheidung sei "in Abstimmung mit den europäischen Partnern" getroffen worden. Die USA wollen ihren Truppenabzug aus Afghanistan bis kommenden Dienstag abschließen. Daher muss der Einsatz am Flughafen Kabul schon Tage vorher heruntergefahren werden - mit entsprechenden Folgen für den Flugbetrieb und Startgenehmigungen für die Maschinen anderer Länder.

+++ 23:55 Laschet verlangt mehr Verantwortung von Europa +++
Angesichts der Afghanistan-Krise hat Unionskanzlerkandidat Armin Laschet Veränderungen in der europäischen Politik angemahnt. "Wir brauchen ein außenpolitisch handlungsfähigeres, geeinteres und entschlosseneres Europa", sagte der NRW-Ministerpräsident am Abend in Bonn bei der Eröffnung der Nordrhein-Westfälischen Akademie für Internationale Politik. Es dürfe kein "Weiter so" geben. "Wir dürfen nicht nur auf Krisen reagieren, sondern müssen auch vorausschauend agieren", so der CDU-Chef. Einen Flughafen wie den in Kabul zu sichern, müsse sich die Europäische Union mit der Bündelung all ihrer Ressourcen und Kräfte zutrauen, sagte Laschet.

+++ 23:14 Dritter Bundeswehrflug heute: 167 Menschen evakuiert +++
Die Bundeswehr hat weitere 167 Menschen aus der afghanischen Hauptstadt Kabul ausgeflogen. Ein Militärtransporter des Typs A400M landete am Abend erneut in Taschkent im Nachbarland Usbekistan, wie die Bundeswehr auf Twitter mitteilte. Es war bereits der dritte Flug der Bundeswehr von Afghanistan nach Usbekistan an dem Tag im Rahmen der Evakuierungsaktion, zuvor waren je 218 und 153 Menschen ausgereist. In Taschkent steigen die Passagiere in zivile Maschinen der Lufthansa um. Vor zehn Tagen hatten die militant-islamistischen Taliban die afghanische Hauptstadt erobert und wieder die Macht übernommen.

+++ 22:25 Schätzung: Wohl noch 1500 US-Bürger in Afghanistan +++
Nach Einschätzung der US-Regierung könnten sich noch bis zu 1500 amerikanische Staatsbürger in Afghanistan aufhalten. 500 davon seien bereits mit konkreten Anweisungen zu ihrer baldigen Evakuierung versorgt worden, sagte US-Außenminister Antony Blinken in Washington. Regierungsmitarbeiter versuchten derzeit weiter intensiv, die übrigen maximal 1000 Personen zu kontaktieren - mehrfach am Tag, auf diversen Kanälen. Wahrscheinlich sei die Zahl niedriger, möglicherweise "signifikant" niedriger, sagte Blinken. "Manche sind vielleicht schon nicht mehr im Land." Der Minister betonte mehrfach, die Zahl der amerikanischen Staatsbürger in Afghanistan sei nur schwer genau zu beziffern. Die US-Regierung verfolge nicht die Bewegung ihrer Bürger auf der Welt.

+++ 21:50 Ungarn steht vor Abschluss seiner Mission +++
Ungarns Evakuierungseinsatz nähert sich der Regierung zufolge dem Ende. Noch heute könne das Militär den genauen Termin für den Abschluss der Aktion bekanntgeben, sagt Außenminister Peter Szijjarto. Ungarn habe mehr als 500 Menschen aus Kabul ausgeflogen. Die meisten von ihnen seien afghanische Staatsbürger, die eine ungarische Wohltätigkeitsorganisation oder ungarische Soldaten unterstützt hätten, so der Minister. Am Montag hatte Ungarn mehrere Personen im Auftrag der USA und Österreichs aus Afghanistan ausgeflogen. Die Regierung in Budapest bekräftigt ihre Ablehnung, eine große Zahl afghanischer Flüchtlinge aufzunehmen.

+++ 21:15 Fast alle Briten evakuiert +++
Die Evakuierung britischer Staatsbürger ist nach den Worten von Außenminister Dominic Raab weit fortgeschritten. Fast alle Briten ohne doppelte Staatsbürgerschaft seien ausgeflogen worden, sagt Raab dem Sender Sky News. "Der Löwenanteil jener, die raus wollten, ist nach Hause gebracht worden." Rund 2000 Menschen seien in den vergangenen 24 Stunden von Kabul nach Großbritannien geflogen worden.

+++ 20:40 Terrorgefahr: Bundeswehrmission könnte morgen enden +++
Die Bundeswehr könnte ihre Evakuierungsflüge von Kabul bereits am Donnerstag beenden. Das berichten übereinstimmend mehrere Medien. Grund sei die weitere Verschlechterung der Sicherheitslage, hieß es. Nach ntv-Informationen soll der letzte Flug am Freitag stattfinden. Anschließend müssten die eigenen Soldaten heimgebracht werden, hieß es aus Sicherheitskreisen. Die deutsche Botschaft in Kabul warnte am Abend vor Schießereien und Terroranschlägen am Flughafen der afghanischen Hauptstadt. "Es kommt sehr häufig zu gefährlichen Situationen und bewaffneten Auseinandersetzungen an den Gates. Dazu kommen aktuelle Terrorwarnungen", heißt es in einem Schreiben an deutsche Staatsbürger. Der Zugang zum Flughafen sei inzwischen kaum noch möglich. Die Bundeswehr hatte bereits am Vortag berichtet, dass zunehmend potenzielle Selbstmordattentäter der Terrororganisation Islamischer Staat in Kabul unterwegs seien.
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Quelle: ntv.de, ino/AFP/dpa/rts

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