Politik

"Das Duell bei n-tv" Möllring kritisiert neues Konjunkturprogramm

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"Da von einem Konjunkturprogramm zu sprechen, da wäre ich dann doch eher vorsichtig", sagte Möllring.

Kann die Bundesregierung mit gigantischen Investitionen das Land aus der Konjunkturflaute manövrieren? Schäubles 10-Milliarden-Euro-Paket sei „überschaubar“, meint Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Möllring im "Duell bei n-tv".

Das geplante 10 Milliarden Investitionspaket der Bundesregierung wird die schwächelnde Konjunktur nach Ansicht von Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Hartmut Möllring (CDU) nicht entscheidend beleben. "Das ist mehr ein Tropfen auf den heißen Stein", sagte der CDU-Politiker in der n-tv-Sendung "Das Duell". "Wenn Sie das mal umrechnen: Zehn Milliarden in den nächsten fünf Jahren, das sind zwei Milliarden pro Jahr, geteilt durch 16 Bundesländer. Da wird das aber ein sehr überschaubarer Betrag", fügte Möllring hinzu. "Da von einem Konjunkturprogramm zu sprechen, da wäre ich dann doch eher vorsichtig."

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hatte angekündigt, die schwarz-rote Koalition wolle mit einem Konjunkturprogramm von 10 Milliarden Euro Investitionen anstoßen.

"Da braut sich was zusammen"

Der Ökonom Max Otte warnte unterdessen davor, dass die Welt derzeit auf eine neue schwere Wirtschafts- und Finanzkrise zusteuere. "Da braut sich was zusammen", sagte Otte in "Das Duell". "Da kommt ein ganz gefährlicher Cocktail zusammen. Wenn wir jetzt nicht aufpassen, dann säuft uns die Weltwirtschaft wirklich ab", warnte Otte und zeichnete ein Szenario von einer "größeren und längeren Weltwirtschaftskrise".

Er verwies unter anderem auf die immer noch weitgehend unregulierten Finanzmärkte, die weiter gestiegenen Schulden in Europa und den USA, die Konjunkturschwäche in Deutschland und weltweit, den Anstieg der Zinsen in den Südländern sowie die erneut ausufernden Spekulationen mit Kreditverbriefungen, die die Finanzkrise von 2007 ausgelöst hatten.

Otte hatte in seinem 2006 veröffentlichten Buch "Der Crash kommt" vor einer großen Finanzkrise gewarnt, wie sie 2007 tatsächlich eintrat. Er gilt seitdem als geschätzter Wirtschafsexperte. Otte ist unter anderem als Professor an der Universität Graz und als Fondsmanager tätig.

"Sanktionspolitik belastet Deutschland extrem"

Die Sanktionen gegen Russland sollten nach Ansicht Ottes zügig beendet werden: "Diese Sanktionspolitik, die wir jetzt fahren, die belastet Deutschland extrem, vor allem den deutschen Mittelstand, während andere wie die Vereinigten Staaten kaum negative Auswirkungen haben. Deutschland trägt die Hauptlast dieser Sanktionen, das ist nicht gut."

Möllring plädierte dagegen dafür, die den Druck auf Russland nicht nachzulassen. "Wenn man Sanktionen verhängt, muss man es auch eine Zeit lang konsequent durchziehen, sonst macht man sich ja lächerlich."

Hinweis: "Das Duell" wurde um 17.10 Uhr ausgestrahlt. Die Wiederholung lief um 23.10. Uhr auf n-tv.

Quelle: ntv.de