Politik

Drei Unions-Politiker vor Merz Habeck führt jetzt das Politiker-Ranking an

Vielleicht ist es die Medienpräsenz in Krisenzeiten, die Wirtschaftsminister Habeck zum neuen Spitzenreiter des Forsa-Politiker-Rankings macht. Er liegt dabei klar vor Kanzler Scholz und FDP-Chef Lindner. Der CDU-Vorsitzende Merz muss sich derweil drei anderen Unions-Politikern geschlagen geben.

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck ist der derzeit beliebteste Politiker in Deutschland. Nicht nur würde der Grünen-Politiker bei einer Direktwahl des Bundeskanzlers mehr Stimmen erhalten als Amtsinhaber Olaf Scholz von der SPD oder CDU-Chef Friedrich Merz. Auch im aktuellen Politiker-Ranking des Meinungsforschungsinstituts Forsa erobert er den ersten Platz.

In dem Ranking wird regelmäßig ermittelt, bei welchen 20 Politikern die Bürger das Land in guten Händen sehen. Dabei können die Befragten ihre Bewertung mit Werten von 0 ("ist überhaupt nicht in guten Händen") bis 100 ("ist voll und ganz in guten Händen") abstufen. Vergleiche im aktuellen Ranking beziehen sich auf die Befragung zuvor, die Ende Mai stattfand.

Habeck erreicht 55 Vertrauenspunkte und erobert trotz einem Zähler Verlust den ersten Platz. Nur einen Punkt dahinter liegt der Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, Daniel Günther, der beim letzten Mal den Spitzenplatz vor Habeck innehatte. Der CDU-Politiker hatte im Mai die Landtagswahl klar gewonnen und danach 13 Punkte hinzugewonnen - nun gibt er wieder vier Punkte ab.

Auf dem dritten Platz folgt wie schon im Mai eine weitere Grünen-Politikerin: Außenministerin Annalena Baerbock erreicht 50 Punkte - ein Verlust von drei Punkten. NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst verteidigt seinen vierten Platz mit 48 Punkten. Er verliert zwei Zähler - im Mai hatte der CDU-Politiker wie Günther von der erfolgreichen Landtagswahl profitiert.

Auch auf den folgenden Plätzen ändert sich nichts an der Reihenfolge, wohl aber an der Punktezahl: Kanzler Olaf Scholz steht auf Platz fünf, der SPD-Politiker verliert 2 Punkte und steht nun bei 47. Dahinter folgen Cem Özdemir von den Grünen, Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, mit 45 Punkten (minus 1) sowie Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach von der SPD mit 44 (minus 1).

Es folgen vier Parteichefs: An achter Stelle steht Bayerns Ministerpräsident Markus Söder - der CSU-Chef verliert ebenfalls einen Zähler auf 41 Punkte. Zwei Punkte gibt der SPD-Vorsitzende Lars Klingbeil ab, er steht nun bei 40. FDP-Chef Christian Lindner kommt auf 37 Punkte, er gibt erneut ab, diesmal drei Zähler. Ebenso viele Punkte verliert auch CDU-Chef Friedrich Merz - er kommt auf 34 Punkte. Der Unionsfraktionschef steht in der Rangliste damit hinter den drei Unions-Ministerpräsidenten Günther, Wüst und Söder.

Während die meisten Politiker Punkte verlieren, kann SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert zulegen: Mit zwei Punkten zusätzlich auf dem Konto kommt er nun auf 34 und kann mit Merz gleichziehen. Zudem überholt er die beiden FDP-Politiker Wolfgang Kubicki und Marco Buschmann, die beide auf 32 Zähler kommen, wobei Kubicki einen Punkt abgeben musste.

Kühnerts Chefin Saskia Esken, Vorsitzende der SPD, kann ebenfalls zulegen - einen Punkt auf 27. Jeweils zwei Punkte hinzugewinnen können Linken-Fraktionschef Dietmar Bartsch (27 Punkte) und Verteidigungsministerin Christine Lambrecht von der SPD (25). Abgeschlagen auf den letzten Plätzen der Erhebung liegen die Linken-Chefin Janine Wissler mit 19 Punkten (plus 1) sowie unverändert die AfD-Vorsitzenden Tino Chrupalla (10) und Alice Weidel (9).

Interessant ist auch, inwieweit Anhänger der jeweiligen Parteien ihre Politiker bewerten. Die höchsten Werte erreichen hier die beiden Minister Habeck und Baerbock: Die Grünen-Wähler geben ihnen 85 beziehungsweise 82 Punkte, jeweils unverändert im Vergleich zum Mai. Erneut genau 80 Punkte erreicht auch Kanzler Scholz bei den SPD-Anhängern.

Auf 78 Punkte (minus 3) bei den Anhängern von CDU und CSU kommt Ministerpräsident Söder, der damit das Unions-Feld vor den Amtskollegen Wüst (69, unverändert) und Günther (67, minus 4) sowie CDU-Chef Merz (59, minus 3) anführt. Der Chef-Liberale Lindner legt drei Punkte zu auf 73, Minister Özdemir erreicht 70 Zähler (minus 1). Am Ende der Liste stehen hier Esken (42, minus 1) und Lambrecht (36, plus 2) bei der SPD sowie Wissler (45, plus 2) bei der Linken.

Die Daten wurden vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der Mediengruppe RTL vom 21. bis 25. Juli 2022 erhoben. Datenbasis: 1504 Menschen.

Weitere Informationen zu Forsa gibt es hier.

Forsa-Umfragen im Auftrag von RTL Deutschland.

Quelle: ntv.de, mli

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