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"Haben schon genug Krawallmacher" Polizei fordert Grenzkontrollen zum G7-Gipfel

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Bereitschaftspolizisten aus dem bayerischen Dachau halfen den Frankfurter Kollegen.

dpa

In Frankfurt am Main beginnt das große Aufräumen. Während in der Stadt die Krawall-Schäden repariert werden, nimmt die politische Diskussion über Verantwortung und Konsequenzen Fahrt auf. Die Polizei spricht von einem "Vorgeschmack auf den G7-Gipfel".

Nach den Ausschreitungen in Frankfurt schlägt die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) vorübergehende Grenzkontrollen zum G7-Gipfel im Juni in Bayern vor. Das sei eine Möglichkeit, gewaltbereite Demonstranten an der Einreise nach Deutschland zu hindern, sagte der DPolG-Vorsitzende Rainer Wendt bei n-tv. "Wir haben schon genügend deutsche Krawallmacher, wir brauchen nicht noch andere aus Italien und anderen Ländern."

Laut Wendt, hatte es die Polizei bei den EZB-Protesten erwartet, dass Gewalttäter anreisen und dass es auch zu Gewalttaten kommen wird. "Neu ist, dass völlig unbescholtene, ganz normale Bürger, die auf dem Weg zur Arbeit waren, angegriffen wurden." Das sei ein Vorgeschmack auf den G7-Gipfel am 7. und 8. Juni auf Schloss Elmau in Oberbayern gewesen. Deshalb müsse man Vorsorge treffen.

Grenzkontrollen sind mit dem Schengener Abkommen abgeschafft worden. Der Grenzkodex des Abkommens nennt aber Voraussetzungen, wann ein Staat vorübergehend wieder Kontrollen einführen darf.

Säureanschlag auf die Polizei

Wendt bestätigte bei n-tv auch einen Säureanschlag auf die Polizei. "Wir wissen noch nicht genau, wie die Zusammensetzung dieser Flüssigkeit gewesen ist. Dadurch sind 80 Kollegen verletzt worden." Der Anschlag sei aber ganz gezielt vorbereitet worden von Gewalttätern, die sich selbst mit Gasmasken geschützt hatten. "Das heißt, auch auf diese Bedrohung werden wir uns einzustellen haben."

Bei den Ausschreitungen waren am Mittwoch nach bisherigen Angaben von Polizei und Aktivisten mehr als 220 Menschen verletzt worden. Zahlen zur Höhe der entstandenen Schäden lagen zunächst nicht vor; unter anderem gingen zahlreiche Scheiben an Geschäften und Haltestellen zu Bruch, beschädigt wurden mehrere Polizeiautos und zwei Fahrzeuge der Feuerwehr. Anlass für den Protest war die Eröffnung des Neubaus der Europäischen Zentralbank (EZB) im Osten der Stadt.

Quelle: n-tv.de, ppo/AFP/dpa

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