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RTL/ntv-Trendbarometer Union lässt Federn, SPD und AfD legen zu

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Merz will CDU-Vorsitzender werden und vermutet eine Verschwörung gegen seine Person.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die intensiv geführten Debatten über die Corona-Politik wirken sich kaum auf die Parteipräferenzen der Bundesbürger aus. CDU und CSU verlieren nach dem Streit um die Parteitagsverschiebung einen Prozentpunkt, genau wie die Grünen. Die AfD ist erstmals seit April zweistellig.

CDU und CSU liegen auch in der 44. Kalenderwoche des Jahres deutlich vor allen anderen Parteien, müssen aber nach der heftigen Auseinandersetzung um die Verschiebung des CDU-Parteitags einen Prozentpunkt abgeben. Im RTL/ntv-Trendbarometer liegt die Union in dieser Woche bei 35 Prozent, deutlich vor den zweitplatzierten Grünen. Die Partei verliert ebenfalls einen Prozentpunkt und rangiert nun bei 19 Prozent. Damit liegt der Vorsprung auf die Sozialdemokraten bei nur noch drei Prozentpunkten, nachdem die SPD mit nunmehr 16 Prozent der Befragten einen Punkt zulegen konnte.

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Erstmals seit April liegt die AfD mit 10 Prozent wieder bei einem zweistelligen Zustimmungswert. Damals wie in dieser Woche prägte die Debatte um einen Corona-Lockdown die politische Stimmung. Die Partei hat sich inzwischen entschieden gegen solche Maßnahmen positioniert. Die Linke legt in der Forsa-Befragung um einen Prozentpunkt zu und kommt nun auf 8 Prozent. Die FDP stagniert bei 6 Prozent und bewahrt sich so zumindest ihren kleinen Vorsprung auf die kritische 5-Prozent-Marke. Alle Angaben bewegen sich innerhalb der Fehlermarge von 2,5 Prozent.

Merz erhält Zuspruch von FDP- und AfD-Wählern

Forsa fragte auch die Meinung zur Verschiebung des CDU-Parteitags ab, bei dem Anfang Dezember ursprünglich ein neuer Vorsitzender gewählt werden sollte. Zwei Drittel (66 Prozent) der Befragten finden die Entscheidung richtig. Bei den Wählern von Union, SPD, Grünen und Linken liegt dieser Wert jeweils deutlich über 70 Prozent. Unter den FDP-Wählern stimmte nur jeder zweite zu. Von den AfD-Unterstützern betrachten 32 Prozent die Entscheidung als falsch.

AfD-Wähler sind auch am ehesten der Meinung, die Verschiebung ziele vor allem darauf, Friedrich Merz als Parteivorsitzenden zu verhindern. 50 Prozent der befragten AfD-Unterstützer stimmten hierin mit Merz überein, der diesen Vorwurf mit überraschender Heftigkeit erhoben hatte. Unter allen Befragten halten das nur 19 Prozent für wahrscheinlich, im Lager der Unionswähler gar nur 18 Prozent. Bei den übrigen Parteien liegen diese Werte ähnlich hoch - außer bei den FDP-Wählern, die zu einem Drittel Merz zustimmen.

Wenig Bewegung gab es bei der Frage nach der Bundeskanzler-Präferenz. Unter den angenommenen Kandidaten Markus Söder für die Union, SPD-Spitzenkandidat Olaf Scholz und dem Grünen-Co-Vorsitzenden Robert Habeck führt Bayerns Ministerpräsident Söder mit 35 Prozent der Stimmen vor Habeck mit 18 Prozent und Scholz mit 15 Prozent. Im Vergleich zur Vorwoche verlor Söder damit einen Prozentpunkt und Bundesfinanzminister Scholz gewann einen hinzu.

Quelle: ntv.de, shu