Ratgeber

Dienstwagen weniger genutzt? Bewertungsmethode rückwirkend ändern

Sie pendeln mit dem Geschäftsauto zwischen Wohnung und Arbeitsstelle? Dann müssen Sie diese Fahrten versteuern.

Sie pendeln mit dem Geschäftsauto zwischen Wohnung und Arbeitsstelle? Dann müssen Sie diese Fahrten versteuern.

(Foto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dp)

Weil Sie mehr im Homeoffice arbeiten, nutzen Sie Ihr Geschäftsauto seltener für den Weg zur Arbeit? Dann kann es sich lohnen, die Versteuerung zu ändern. Das geht jetzt auch während des Jahres.

Wer seinen Dienstwagen privat nutzen kann, hat einen finanziellen Vorteil. Diesen Vorteil müssen Arbeitnehmende versteuern. Dafür gibt es zwei Bewertungsmethoden, die Arbeitnehmer und Arbeitgeber je nach Häufigkeit der privaten Nutzung günstiger kommen können. Bislang war der Wechsel zwischen den Methoden unflexibel. Das ändert sich nun.

Aus einem geht hervor, dass ein Arbeitgeber die angewendete Bewertungsmethode nun auch unterjährig, während des Jahres ändern kann. "Also von der Pauschal- zur Fahrtenbuchmethode oder umgekehrt", sagt Daniela Karbe-Geßler vom Bund der Steuerzahler.

Wechsel zur 0,002-Prozent-Regelung

Wendet ein Arbeitgeber die Pauschalmethode an, können auch die Fahrten von der Wohnung zur ersten Tätigkeitsstätte rückwirkend neu bewertet werden. Das ist besonders relevant, wenn Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mehr im Homeoffice arbeiten. Dann kann der Arbeitgeber von der regelmäßig teureren Versteuerung nach der sogenannten 0,03-Prozent-Regelung zur Einzelbewertung, der sogenannten 0,002-Prozent-Regelung, oder umgekehrt wechseln.

Im Normalfall werden steuerlich jeden Monat 0,3 Prozent des Brutto-Listenneupreises des Autos multipliziert mit den Entfernungskilometern von der Wohnung zur ersten Tätigkeitsstätte als geldwerter Vorteil für den Firmenwagenfahrer erfasst. Alternativ kann aber auch eine Einzelbewertung für jede Fahrt mit 0,02 Prozent des Bruttolistenneupreises multipliziert mit den Entfernungskilometern vorgenommen werden. Diese Einzelbewertung ist günstiger, wenn im Schnitt weniger als 15 Fahrten pro Monat zur Arbeitsstätte erfolgen.

Änderungen müssen für gesamtes Jahr vollzogen werden

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Wichtig ist aber in beiden Fällen, dass die Änderung nur für das gesamte Kalenderjahr erfolgen kann und nicht für einzelne Monate. Deshalb muss auch für die vergangenen Monate jeweils mit Datum aufgezeichnet werden, an welchen Tagen das Firmenfahrzeug für Fahrten von der Wohnung zur ersten Tätigkeitsstätte genutzt wurde. Zudem muss die Korrektur im laufenden Kalenderjahr, für das der Lohn abgerechnet wird, vor Übermittlung oder Ausschreibung der Lohnsteuerbescheinigung erfolgen.

Die Möglichkeit der rückwirkenden Änderungen im laufenden Kalenderjahr hatte die Finanzverwaltung bisher regelmäßig verneint. Sie kann aber sowohl für Arbeitgeber als auch Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu steuerlichen Entlastungen führen. Und auch Sozialversicherungsbeiträge können so gemindert werden.

Quelle: ntv.de, awi/dpa

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