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Tenhagens Tipps Diese Girokonten sind zu empfehlen

Gebührenfreie Girokonten? Kostenlose Visakarten? Auch wenn viele Banken in den letzten Monaten an ihren Gebührenmodellen gebastelt haben, gibt es das noch. Finanztip-Chef Tenhagen empfiehlt Banken, die noch etwas mehr bieten.

Gebührenfreie Girokonten? Kostenlose Visakarten? Auch wenn viele Banken in den letzten Monaten an ihren Gebührenmodellen gebastelt haben, gibt es das noch. Finanztip-Chef Tenhagen empfiehlt Banken, die noch etwas mehr bieten.

n-tv.de: Es gab ja mal eine Zeit, in der sich die Banken mit günstigen Girokonto-Konditionen geradezu überschlagen haben. Aus und vorbei. Welche Girokonten würden Sie denn heute noch empfehlen?

Hermann-Josef Tenhagen: Es gibt noch eine Reihe von empfehlenswerten Banken. Vorneweg würde ich die Consorsbank, Comdirect und die DKB nennen. Bei allen dreien ist die Kontoführung kostenlos und bei allen gibt es eine Kreditkarte dazu, mit der man weltweit gebührenfrei Geld abheben kann. Wobei es da eine Einschränkung gibt: Bei der Comdirect ist die Visa nämlich nur außerhalb Europas vorgesehen. In Deutschland und in den meisten europäischen Ländern kommt man mit der Girokarte an den Automaten der Cash-Group gebührenfrei an Bares. Ganz spannend bei den drei genannten Banken ist, dass sie alle auch ein ordentliches Depot dabeihaben. Wenn man noch kleinere Wertpapiergeschäfte abwickeln will – wir raten ja zu ETFs – sind die also auch noch günstig.

Gibt es Bedingungen, etwa einen Mindestgeldeingang?

Hermann-Josef Tenhagen ist Chefredakteur der unabhängigen Verbraucher-Webseite Finanztip.

Hermann-Josef Tenhagen ist Chefredakteur der unabhängigen Verbraucher-Webseite Finanztip.

Nein. Die Konten selber sind gebührenfrei, egal, ob da regelmäßig Geld eingeht oder nicht. Kredit- und Girokarte gibt es kostenlos dazu. Manchmal fallen noch bestimmte Auslandsgebühren an, das ist aber auch alles.

Wonach haben Sie Ihre Empfehlungen denn ausgesucht?

Die Banken haben unterschiedliche Schwerpunkte. Wenn man auf einem Depot ETF-Sparpläne laufen lassen will, geht man am  besten zur Consorsbank. Ein Bonus: Überträgt man mindestens 6000 Euro von einem anderen Depot, zahlt Consors ein Jahr lang 1,5 Prozent Zinsen aufs Tagesgeld. Auch die Comdirect hat ein gutes Depot; wer in einen ETF einsteigen möchte, kann das derzeit für 3,90 Euro tun, egal wie hoch die Investitionssumme ist. Interessant ist außerdem, dass man dreimal jährlich kostenlos Geld einzahlen kann, entweder am Automaten oder am Schalter. Dabei nutzt Comdirect die Infrastruktur der Commerzbank-Mutter.

Anleger sind übrigens auch bei der ING-Diba gut aufgehoben. Über deren Depotkonto können sie nämlich dauerhaft über 5000 Fonds und Indexfonds kostenlos kaufen. Das Girokonto der ING-Diba ist auch gebührenfrei, die weltweite Bargeldversorgung ist hier aber nicht ganz so gut geregelt. Wenn man außerhalb von Europa mit der Visakarte abhebt, kostet das.

Die DKB ist nicht für ihr Depot bekannt- wobei das für Leute, die nur ein paarmal im Jahr an der Börse handeln, auch ganz brauchbar ist – sondern weil sie als eine der ersten Banken eine Kreditkarte angeboten hat, mit der man überall kostenlos Bargeld abheben kann. Das Angebot wird zum 1. Dezember allerdings umgestellt: Künftig muss man mindestens 50 Euro abheben. Empfehlenswert ist die DKB aber weiter. Besonders für alle, die ab und zu in den Dispo rutschen. Mit Dispozinsen von effektiv 7,08 Prozent gehört die Bank zu den billigsten. Wenn man den Dispo mal überzieht, zahlt man auch nicht mehr.  

Wie sieht es denn Dispo-technisch bei den anderen aus?

Gemessen an vielen anderen Banken sind die alle nicht teuer. Die Consorsbank nimmt effektiv 7,98 Prozent, Comdirect 9,25 Prozent. Interessant ist der Rahmenkredit, den die ING-Diba ihren Kunden als Dispo-Alternative anbietet. Da liegt der Zinssatz nur bei 5,99 Prozent.

Es gibt also gute Gründe zum Wechsel. Ist das aufwendig?

Nicht unbedingt. Seit Mitte Dezember gilt das sogenannte Zahlungskontengesetz. Danach müssen Banken ihren Kunden auf Wunsch beim Kontowechseln helfen. Die Kunden füllen ein Formular aus und die alte Bank muss der neuen dann die Transaktionen der vergangenen 13 Monate mitteilen. Das betrifft die eingehenden Überweisungen, aber auch Daueraufträge und Lastschriften. Innerhalb von zwölf Tagen sollte der Wechsel abgeschlossen sein. Viele Banken bieten schon länger einen digitalen Wechselservice an, der normalerweise einfacher und schneller funktioniert. Anders als bei der gesetzlichen Wechselhilfe müssen die Banken hier aber nicht haften, wenn etwas schiefläuft.

Mit Hermann-Josef Tenhagen sprach Isabell Noé

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Quelle: n-tv.de

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