Ratgeber

Beitragscheck zum Jahreswechsel Diese Kassen sind 2019 am preiswertesten

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Es gibt nach wie vor besonders preisgünstige Krankenkassen.

(Foto: imago/Christian Ohde)

Gute Nachrichten für gesetzlich Krankenversicherte: Auch der Arbeitgeber muss sich 2019 wieder am Zusatzbeitrag beteiligen. Zudem senken etliche Kassen die Beiträge, wie Finanztest weiß. Wer sparen möchte, sollte über einen Wechsel nachdenken.

Frohe Kunde für Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung zum neuen Jahr. Der Zusatzbeitrag sinkt 2019 von derzeit 1,0 auf 0,9 Prozent. Und außerdem wird der Beitrag geteilt. Während Arbeitgeber und Arbeitnehmer den allgemeinen Beitrag zur Krankenversicherung (14,6 Prozent des Bruttolohns) jeweils zur Hälfte tragen, hatten Arbeitnehmer den kassenindividuellen Zusatzbeitrag bis jetzt allein zu zahlen. Ab 1. Januar wird aber auch hier wieder das paritätische Prinzip Einzug halten und der Zusatzbeitrag zu gleichen Teilen von Arbeitnehmern und Arbeitgebern beziehungsweise von Rentnern und der Rentenversicherung getragen.

Dadurch zahlen Arbeitnehmer mit einem Einkommen von beispielsweise 3000 Euro monatlich etwa 15 Euro weniger, Rentner mit einer gesetzlichen Rente von 1200 Euro rund 6 Euro monatlich weniger. Doch beim Zusatzbeitrag können einzelne Kassen auch über oder unter den 0,9 Prozent liegen, denn jede entscheidet individuell über die Beitragshöhe.

Einige Hundert Euro Sparpotenzial

Dies bietet für Versicherte bei einem Wechsel der Krankenkasse viel Einsparpotenzial. Oft lassen sich so ­ sogar einige Hundert Euro im Jahr sparen. Gegenüber Finanztest haben bereits 18 Kassen in Aussicht gestellt, ihren Zusatzbeitrag zu senken, viele von ihnen wollen außerdem ihre Extraleistungen auswählen. Ganz besonders profitieren Selbstständige, die wenig verdienen. Mit dem Versichertenentlastungsgesetz verringert sich der Mindestbeitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung ab dem 1. Januar auf rund 171 Euro im Monat. Ab dem Jahreswechsel sinkt die sogenannte Mindestbemessungsgrundlage auf 1038,33 Euro im Monat. 

Alle Kassen sind frei auswählbar. Auch dann, wenn der Versicherte bereits älter oder gerade in Behandlung ist. Vorausgesetzt, die Kasse ist im Bundesland des Versicherten auch verfügbar.

Die aktuelle Auswertung von Finanztest zeigt: Es gibt nach wie vor besonders preisgüns­tige Krankenkassen, auch wenn fast alle die finalen Beiträge für 2019 bis Jahresende noch vom jeweiligen Aufsichts- und Verwaltungsrat bestätigen lassen müssen.

Nachfolgende Krankenkassen senken ihren Zusatzbeitrag

  • AOK Bremen/Bremerhaven von 0,8 Prozent auf 0,7 Prozent (nicht bundesweit wählbar)
  • AOK Hessen von 1 Prozent auf 0,9 Prozent (nicht bundesweit wählbar)
  • AOK Rheinland/Hamburg von 1,4 Prozent auf 1,1 Prozent (nicht bundesweit wählbar)
  • Bergische KK von 1,39 Prozent auf 1,15 Prozent (nicht bundesweit wählbar)
  • Bertelsmann BBK:Senkung angekündigt, Höhe noch unbekannt, aktuell 1,2 Prozent
  • BKK Firmus von 0,6 Prozent auf 0,44 Prozent
  • BKK Freudenberg von 0,9 Prozent auf 0,7 Prozent (nicht bundesweit wählbar)
  • BKK Gildemeister/Seidensticker von 1,2 Prozent auf 1,1 Prozent
  • BKK Melitta Plus von 1,1 Prozent auf 0,9 Prozent (nicht bundesweit wählbar)
  • BKK Verbund Plus:Senkung angekündigt, Höhe noch unbekannt, aktuell 0,7 Prozent
  • Continentale BKK von 1,3 Prozent auf 1,1 Prozent (nicht bundesweit wählbar)
  • Debeka BKK von 0,9 Prozent auf 0,8 Prozent
  • hkk - Senkung angekündigt, Höhe noch unbekannt, aktuell 0,59 Prozent
  • mhplus BKK von 1,1 Prozent auf 0,98 Prozent (nicht bundesweit wählbar)
  • Salus BKK von 0,95 Prozent auf 0,79 Prozent
  • Securvita BKK von 1,7 Prozent auf 1,1 Prozent
  • Techniker Krankenkasse: Senkung angekündigt, Höhe noch nicht bekannt, aktuell 0,9 Prozent
  • WMF BKK von1,1 Prozent auf 0,9 Prozent

Die derzeit günstigste bundesweit geöffnete Krankenkasse ist voraussichtlich die BKK Firmus mit einem Gesamtbeitrag von 15,04 Prozent. Ebenfalls günstig, aber leider nur regional verfügbar ist die BKK Akzo Nobel mit 15,10 Prozent. Schon jetzt steht fest, dass zwei Krankenkassen für 2019 ihren Zusatzbeitrag erhöhen. Namentlich sind dies die TBK Thüringen BKK (von 0,8 auf 0,9 Prozent) und die BKK Wirtschaft & Finanzen (Erhöhung angekündigt, Höhe noch nicht bekannt, aktuell 1,1 Prozent).

Nicht nur auf den Beitrag schauen

Bei einem Wechsel zu einer günstigen Krankenkasse ist zu beachten, dass dann etwas mehr Einkommen zu versteuern ist. Ein Teil der Ersparnis fällt so dann auch der Steuer zum Opfer. Zudem sollten Wechselwillige prüfen, ob die neue, günstigere Krankenkasse auch alle gewünschten Extraleistungen wie beispielsweise Zahnreinigung, Osteo- oder Homöopathie anbietet.

Versicherte müssen seit mindestens 18 Monaten Mitglied ihrer Krankenkasse sein, bevor sie zur Kündigung berechtigt sind. Es sei denn, die Kasse erhöht den Zusatzbeitrag. Dann besteht ein Sonderkündigungsrecht zum Ende des Monats, in dem erstmals der höhere Beitrag verlangt wird. Wird regulär gekündigt, ist diese zum Ablauf des übernächsten Monats wirksam.

Die Kündigung muss schriftlich gegenüber der alten Kasse erfolgen. Diese muss innerhalb von 14 Tagen bestätigt werden. Zeitgleich sollte sich um die Mitgliedschaft bei einer neuen Krankenkasse bemüht werden. Ein entsprechender Antrag ist auch meist im Internet zu finden. Hat der Wechsel innerhalb der Wechselfrist geklappt, darf keinesfalls vergessen werden, die neue Mitgliedsbescheinigung dem Arbeitgeber oder der Arbeitsagentur vorzulegen. Denn ansonsten bleibt der Versicherte Mitglied seiner alten Kasse.   

Quelle: ntv.de, awi