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Abzocke mit Kaution Falsche Makler machen Kasse

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Der vermeintliche Makler wirkte sehr professionell, berichteten die Betrogenen.

(Foto: imago/Westend61)

In begehrten Großstadtlagen eine Wohnung finden? Schwierig. Immer wieder machen sich Betrüger die angespannte Lage zunutze, um bei Wohnungssuchenden abzukassieren. Auf diese Warnzeichen sollte man achten.

Von schwarzen Schafen unter den Maklern sind Wohnungssuchende ja mancherlei Dreistigkeiten gewöhnt. Doch diese Masche geht eindeutig auf das Konto von waschechten Betrügern: Die Polizei München warnt vor einem Trick, mit dem sich Kriminelle die angespannte Lage auf dem Immobilienmarkt zunutze machen. In mindestens neun Fällen erbeuteten sie Summer zwischen 4000 und 5000 Euro, berichtet die Stiftung Warentest.

So gingen die Betrüger vor: Zunächst mieteten sie über Airbnb eine Ferienwohnung an. Sie erstellten einen Grundriss und machten Fotos. Das Exposé annoncierten sie auf dem Immobilienportal Immowelt. Die Interessenten wurden dann von einem professionell wirkenden angeblichen Makler durch die Wohnung geführt. Kurz darauf bekamen sie dann die Zusage per Mail, zusammen mit der Aufforderung, die Kaution und eine Ablöse für die Einbauküche zu überweisen.

Wer darauf eingegangen ist, hat das Geld nie wiedergesehen. Die Wohnung  natürlich auch nicht. Neun Opfer haben Anzeige erstattet, die Polizei geht aber davon aus, dass es noch deutlich mehr Fälle gegeben hat. Der Trick ist auch nicht ganz neu. Schon vor drei Jahren warnte die Berliner Polizei vor der gleichen Masche. Damals versuchten die Täter beispielsweise über einen online übersandten Mietvertrag und eine Personalausweiskopie Seriosität vorzugaukeln.

Warnzeichen ernstnehmen

Die Polizei rät Wohnungssuchenden grundsätzlich, Kaution nicht vorab zu überweisen. Egal welche Vorwände kommen, Geld sollte erst fließen, wenn man den Mietvertrag und den Schlüssel zur Wohnung hat. Ein recht zuverlässiges Zeichen, dass man es mit Betrügern zu tun hat, ist, wenn man die Mietkaution per Western Union oder Money Gram bezahlen soll, weil der Makler angeblich im Ausland sitzt. Wer sich darauf einlässt, sieht sein Geld mit hoher Wahrscheinlichkeit nie wieder.

Ansonsten sollte man versuchen, den Makler so gut wie möglich zu überprüfen. Allein auf einen vermeintlich seriösen Internetauftritt sollte man sich nicht verlassen. Manchmal agierten die Betrüger auch unter dem Namen etablierter Kanzleien, so die Münchner Polizei. Dafür kopierten sie deren Seiten, änderten aber die Rufnummer oder die Kontaktdaten. Der Internetauftritt wirkt dann also durchaus seriös, ist aber eine Fälschung. Im Zweifelsfall sucht man das angegebene Büro besser persönlich auf, wenn es denn in der gleichen Stadt liegt.

Hilfreich kann es sein, nach weiteren Angeboten zu fragen. Kann ein Makler nur diese eine Wohnung präsentieren, ist das kein gutes Zeichen. Außerdem sollte er einen Maklerschein vorweisen können. Ein weiterer Qualitätsnachweis ist die Mitgliedschaft in einem Berufsverband, etwa dem Immobilienverband IVD.  

Quelle: n-tv.de, ino

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