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Paare teilen sich oft ein Arbeitszimmer. Sie können jetzt mehr Steuern sparen.
Paare teilen sich oft ein Arbeitszimmer. Sie können jetzt mehr Steuern sparen.(Foto: imago/Westend61)
Donnerstag, 23. Februar 2017

BFH ändert Rechtsprechung: Geteiltes Arbeitszimmer besser absetzbar

Ein häusliches Arbeitszimmer wird manchmal auch von mehreren Personen genutzt. Bislang konnten sie gemeinsam höchstens 1250 Euro von der Steuer absetzen. Doch nun gelten neue Regeln.

Wenn sich mehrere steuerpflichtige Personen ein häusliches Arbeitszimmer teilen, kann künftig jeder von ihnen die Ausgaben bis zur Höchstbetragsgrenze von 1250 Euro im Jahr von der Steuer absetzen. Der Bundesfinanzhof (BFH) hat nun zwei entsprechende Urteile verkündet und damit seine bisherige Rechtsprechung geändert. Bislang galt eine aufs Arbeitszimmer bezogene Obergrenze, unabhängig von der Zahl der Nutzer. Jetzt kann jeder von ihnen diesen Höchstbetrag ausschöpfen. (Az.VI R 53/12 u. VI R 86/13)

Im ersten Fall nutzten die Kläger gemeinsam ein häusliches Arbeitszimmer in einem Einfamilienhaus, das ihnen jeweils zur Hälfte gehörte. Die tatsächlichen Kosten lagen bei rund 2800 Euro. Davon erkannte das Finanzamt aber nur 1250 Euro an, die beiden Bewohner konnten also jeweils nur 625 Euro in ihrer Steuererklärung geltend machen. Im zweiten Fall ging es um ein Arbeitszimmer in einer Eigentumswohnung, das der Kläger zu 25 Prozent nutzte. Folglich könne er auch nur 25 Prozent von 1250 Euro geltend machen, fand das Finanzamt. Auch wenn die tatsächlichen Kosten höher liegen. In beiden Fällen bekamen die Finanzämter vor den Finanzgerichten recht.

Der Bundesfinanzhof hob die beiden Entscheidungen nun aber auf und verwies die Fälle zurück an die jeweiligen Finanzgerichte. Der Höchstbetrag von 1250 Euro sei jedem Steuerpflichtigen zu gewähren, dem für seine betriebliche oder berufliche Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung stehe. Bei Ehegatten, die sich ein Arbeitszimmer im gemeinsamen Eigenheim teilen, werden die Kosten jedem Ehepartner grundsätzlich zur Hälfte zugeordnet.

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Quelle: n-tv.de

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