Ratgeber

Dahon Cadenza Großes Fitnessbike zum Falten

Mit Falt- und Klapprädern verbindet man meist nur kleine Laufräder, die bestenfalls für ein langsames Fortkommen sorgen. Dass das ganz anders geht, zeigt das Cadenza vom Faltradspezialisten Dahon.

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Wer mit dem Rad mal abseits der heimischen Gefilde auf Tour gehen will, kennt das Problem: Entweder das Fahrrad muss aufs Autodach gewuchtet werden oder ein Heckträger nimmt das Fahrrad auf, so dass man oft nicht mehr gut an den Kofferraum kommt. Inzwischen gibt es für immer mehr Kombis und Vans auch Halterungen im Innenraum. Allerdings muss da das Vorderrad komplett ausgebaut werden.

Eine weitere Lösung sind Falträder. Diesen Namen haben die Fahrradhersteller den Rädern gegeben, um sich von der Assoziation des klapprigen Klapprades abzusetzen. Doch kann man mit einem Faltrad wirklich auf Tour gehen? Das hängt vom Faltrad ab.

Wir haben uns mit dem Dahon Cadenza eines herausgesucht, das auf den ersten Blick so gar nicht als Faltrad zu erkennen ist, denn es ist so groß, wie jedes andere Fitnessbike. 20-Zoll-Bereifung sucht man hier vergebens. Stattdessen sind die wuchtigen Schwalbe-Big-Apple-Reifen in 26-Zoll-Größe aufgezogen. Hierbei handelt es sich um einen so genannten Baloon-Reifen. Dieser breite und hohe Reifen wird mit relativ geringem Luftdruck von 2 bis 2,5 bar gefahren und ersetzt Federgabel und Federsattelstütze. Damit bleibt das Rad leicht und wartungsarm.

Leichte 13 Kilo - ohne Zubehör

Knapp 13 Kilo bringt das Cadenza auf die Wage, wenn man sich für die Afline-Nabenschaltung von Shimano entscheidet. Die 8-Gang-Nabe kommt völlig ohne Umwerfer und Umlenkrollen aus und ist das Beste, was Shimano auf dem Gebiet der Nabenschaltungen zu bieten hat. Abgerundet wird die Ausstattung von zwei mechanischen Scheibenbremsen vorne und hinten, die ebenfalls von Shimano stammen. Beleuchtung oder Gepäckträger muss bei dem rund 1000 Euro teuren Rad als Zubehör hinzugekauft werden.

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Laut Hersteller lässt sich das Cadenza innerhalb von 30 Sekunden auf 100x85x40 Zentimeter zusammenfalten. Vier Schrauben müssen mit einem Inbusschlüssel und einer halben Umdrehung gelöst werden und die Sattelstütze lässt sich per Schnellspanner einfahren. Anschließend den Lenker rausziehen und dann einfach in der Mitte einmal zusammenfalten. Wer es etwas kompakter will, kann auch noch die Pedale abnehmen. Das Handling ist sehr einfach und in einer halben Minute tatsächlich zu schaffen. Immerhin ist das Cadenza zusammengefaltet so klein, dass es ohne Umlegen der Rückbank zum Beispiel in den Kofferraum eines kleinen Kombis (Skoda Fabia) passt. Für ein zweites Exemplar wäre allerdings kein Platz. Zum Herumtragen ist das auch im zusammengefalteten Zustand eher nicht geeignet.

300 Kilometer Teststrecke

Insgesamt haben wir das Cadenza rund 300 Kilometer über die teils holprigen Berliner Radwege gejagt. Das Rad bietet ungetrübten Fahrspaß. Die Alfine-Schaltung funktioniert prima und jeder, der nicht unbedingt im Gebirge unterwegs ist, wird eine Kettenschaltung danach verschmähen. Die Bremskraft lässt sich gut dosieren und die Big-Apple-Reifen federn fast alle Stöße sanft ab. Die gewählten Komponenten harmonieren gut zusammen und das Rad gleitet leise dahin – jedenfalls die meiste Zeit.

Nach rund 200 Kilometern stellten sich nervige Knackgeräusche ein, die besonders beim kräftigen Treten auftreten. Laut Hartje KG, die die Dahon-Falträder in Deutschland vertreiben, hatten sich Schmutzpartikel im Rahmengelenk festgesetzt. Durch Auspusten mit Druckluft, Nachstellen und Fetten des Gelenks konnte das Knackgeräusch vollständig beseitigt werden – beim Händler vor Ort ist dieser Service innerhalb der Garantie kostenfrei.

Quelle: n-tv.de

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