Ratgeber
Donnerstag, 13. August 2015

Von Autoaufbruch bis Straßenraub: In diesen Fällen zahlt die Hausratversicherung

Von Isabell Noé

Die Hausratversicherung hilft, wenn Einbrecher die Wohnung leer räumen. Aber nicht nur dann. Auch wenn außerhalb der eigenen vier Wände Dinge abhanden kommen, ist eine gute Police Gold wert.

Diebstahl aus Autos ist allenfalls dann versichert, wenn der Wagen ordentlich verschlossen war.
Diebstahl aus Autos ist allenfalls dann versichert, wenn der Wagen ordentlich verschlossen war.(Foto: imago/Schöning)

Hinterher ist man immer schlauer. Da wird einem dann klar, dass man das Portemonnaie nicht in der unbeaufsichtigten Handtasche im Büro lassen sollte. Dass man das teure Smartphone lieber nicht im Spind des Fitnessstudios einschließt. Oder dass man die Breitling besser nicht auf Rios Straßen spazierenführt. Die Wahrscheinlichkeit, dass Diebesgut zurückkommt, ist gering. Aber in manchen Fällen bekommt man wenigstens den Schaden ersetzt, wenn man eine gute Hausratversicherung hat. 

Per Definition ist die Hausratversicherung eine Sachversicherung, die das Inventar eines Haushalts schützt. Räumen Einbrecher die Wohnung leer, ist das ein Fall für die Hausratpolice, das ist klar. Doch auch Diebstahl außerhalb der eigenen vier Wände kann versichert sein. Was genau abgedeckt ist, hängt von den Versicherungsbedingungen ab. Gerade mit den etwas teureren Premium-Tarifen kann man im Ernstfall Glück haben.

Dieb darf es nicht zu leicht haben

Egal, ob Basis- oder Premiumvariante: Einfacher Diebstahl ist grundsätzlich von der Hausratversicherung ausgeschlossen. Einfach ist ein Diebstahl dann, wenn der Täter weitgehend ungehindert an die Beute herankommt, also nicht erst Schlösser oder Türen aufbrechen und auch sonst keine Gewalt anwenden muss. Taschendiebstahl ist also niemals versichert und auch wenn etwas aus unverschlossenen Räumen entwendet wird, bleibt man auf dem Schaden sitzen. Kommt beispielsweise das Portemonnaie im Großraumbüro abhanden, gibt es in der Regel kein Geld, es sei denn, es lag in einer abgeschlossenen Schublade oder in einem Raum, zu dem niemand Zutritt hatte. 

Draußen gilt die Außenversicherung

Außerhalb der eigenen vier Wände gilt die sogenannte Außenversicherung der Hausratversicherung. Sie zahlt aber nicht im gleichen Umfang wie die übliche Hausratversicherung. Die Deckung ist meistens auf 10 bis 20 Prozent der Versicherungssumme beschränkt. In der Regel ist das aber auch nicht so problematisch, schließlich befindet sich der Großteil des Hausrats normalerweise innerhalb der Wohnung.

Die Außenversicherung betrifft alle Gegenstände, die eigentlich zum Haushalt gehören, sich aber vorübergehend – für maximal drei Monate – nicht dort befinden. Dinge, die man in einem Spind oder Schließfach deponiert beispielsweise. Räumen Fremde beispielsweise das Schließfach aus, während man in der Bibliothek sitzt oder im Freibad liegt, greift in der Regel der Hausratschutz. Und auch wenn Dinge aus dem Ferienhaus oder Hotelzimmer gestohlen werden, ist das ein Fall für die Hausratversicherung. Wie zu Hause gilt aber auch hier: Die Diebe müssen sich gewaltsam Zugriff verschafft haben. Nimmt ein Einbrecher den Laptop mit, ist das versichert. Nicht aber, wenn das Zimmermädchen lange Finger macht.

Raub ist versichert

Ein zweiter Punkt, bei dem die Außenversicherung greift, ist Raub. Wird ein Täter gewalttätig oder droht das zumindest an, dann kann man sich die gestohlenen Dinge von der Versicherung ersetzen lassen. Wer unter vorgehaltener Waffe zur Herausgabe des Smartphones genötigt wird, sollte das im Hinterkopf haben und nicht unnötig den Helden spielen. Erbeuten die Räuber Geld, zahlt die Versicherung ebenfalls – allerdings nur in begrenztem Rahmen. Außerhalb von Wertschutzschränken ist Bargeld meist nur bis zu 1000 oder maximal 3000 Euro versichert. Das gilt nicht nur für Raub, sondern generell.

Diebe im Krankenhaus

In Krankenzimmern ist Bargeld oft überhaupt nicht versichert, wenn doch, dann allenfalls bis zu 200 Euro. Auch sonst gehören Diebstähle im Krankenhaus nicht zu den Standardleistungen. Wenn die Versicherung zahlt, dann ist die Deckung je nach Tarif meist auf 500 bis 2000 Euro begrenzt. Und auch hier ist entscheidend, dass das Diebesgut sicher verwahrt war. Lag das Objekt der Begierde offen auf dem Nachttisch, zahlt keine Versicherung.

Auto aufgebrochen

Ein weiterer Spezialfall ist der Diebstahl aus dem Wagen. Ein Auto ist zwar ein verschlossener Raum, allerdings zahlen die Versicherungen längst nicht alles, manche überhaupt nichts. Wertsachen im Wagen zu lassen, gilt bei allen als fahrlässig. Lässt man beispielsweise den Geldbeutel im Handschuhfach, wird kaum eine Versicherung haften. Auch Elektrogeräte sind oft nicht erfasst. Das gilt auch für Navigationsgeräte, die fest im Fahrzeug verbaut sind. Sie zählen ohnehin nicht zum Hausrat. Wer Kleidung oder andere Dinge im Auto zurücklässt, bekommt maximal zwischen 200 und 2000 Euro erstattet, wenn das Auto aufgebrochen wird.

Hausratversicherungen im Vergleich

Quelle: n-tv.de