Ratgeber

Anlegen mit gutem Gewissen Nachhaltig investieren? Ja, bitte!

imago59871948h.jpg

Die einfachste Möglichkeit, bei Bankleistungen auf Nachhaltigkeit umzusatteln, ist, zu einer Nachhaltigkeitsbank zu wechseln.

(Foto: imago stock&people)

Immer mehr Anleger achten darauf, dass ihr Vermögen nicht nur gewinnbringend investiert ist, sondern auch nachhaltig. Der Markt für solche Anlagen wächst. Doch was verbirgt sich hinter dem Begriff?

Umweltschutz und Nachhaltigkeit liegen auch bei der Geldanlage im Trend. Insgesamt 219,1 Milliarden Euro wurden in Deutschland 2018 in diesem Segment investiert. Das sind mehr als 48 Milliarden Euro mehr als im Vorjahr, wie das Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG) in seinem Marktbericht 2019 feststellt. Dies entspricht einem Zuwachs von 28,2 Prozent.

Getrieben wurde diese Entwicklung vor allem von Investmentfonds und Mandaten. Das hier verwaltete Vermögen legte bis Ende 2018 um mehr als 41 Milliarden Euro auf insgesamt 133,5 Milliarden Euro zu. Dies entspricht einem Anstieg von rund 45 Prozent. Zuwächse verzeichneten aber auch die Kundeneinlagen der Banken mit Nachhaltigkeitsfokus, die um rund 8 Prozent auf 38,6 Milliarden Euro stiegen.

Überschaubares Angebot an globalen ETF

Bei den im Rahmen der Nachhaltigen Geldanlage eingesetzten Anlagestrategien sind Ausschlusskriterien nach Angaben des FNG am meisten verbreitet. Knapp 128 Milliarden Euro wurden unter Nutzung entsprechender Kriterien verwaltet. Geachtet wurde dabei vor allem auf die Einhaltung von Arbeitsrechten, die Bekämpfung von Korruption und Bestechung sowie die Achtung von Menschenrechten. Auch die Berücksichtigung von Klimaaspekten gewinnt an Bedeutung.

Für Verbraucher oft ein Problem: Es gibt keine verbindlichen Kriterien für eine nachhaltige Geldanlage. Der Begriff ist nicht geschützt, erklärt die Verbraucherzentrale Bremen auf dem Portal Geld Bewegt. Jeder Anbieter kann daher etwas anderes darunter verstehen. Nicht alles, was sich nachhaltig oder klimafreundlich nennt, verdient diesen Namen.

Um beurteilen zu können, ob die Geldanlage dem eigenen Verständnis von Nachhaltigkeit entspricht, müssen sich Anleger deshalb gut informieren, welche Kriterien angewendet werden und in welche Branchen oder Unternehmen investiert wird.

Wer nachhaltig und kostengünstig via ETF an der Börse agieren möchte, muss sich noch bescheiden. Denn groß ist das Angebot ethischer ETF nicht. Nur zwei nachhaltige Fonds, die den Weltaktienmarkt in seiner Breite abbilden, sind älter als fünf Jahre, wie die Stiftung Warentest verifiziert hat. Dabei handelt sich um den "UBS MSCI Socially Responsible"-ETF (ISIN: LU0629459743) und um den "iShares Dow Jones Global Sustainability Screened"-ETF (ISIN: DE000A1JB4P2). Diese streuen mit rund 400 beziehungsweise 500 Werten ihre Anlagen zwar nicht so breit wie der MSCI World mit gut 1600 Werten, aber die Streuung ist immer noch breit genug, um Risiken zu minimieren. Beide ETF folgen dem Best-in-Class-Prinzip. Dies besagt, dass nur die nachhaltigsten Unternehmen einer Branche in den Fonds vertreten sind.

Quelle: n-tv.de, awi/dpa

Mehr zum Thema