Ratgeber

Nachhaltige Geldanlage Satte Rendite mit gutem Gewissen

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Geld verdienen trotz Verzicht? Geht auch.

(Foto: imago stock&people)

Mit seinem Geld Geld verdienen zu wollen, dagegen ist ja eigentlich nichts zu sagen. Aber in Waffen oder Tabak zu investieren oder Kinderarbeit zu fördern, das mag nicht jeder. Doch Finanztest hat gute Nachrichten für Idealisten.

Anlagen in Exchange Traded Funds (ETF) liegen voll im Trend. Doch üblicherweise investiert man sein Geld mit diesen Fonds auch in Rüstung, Atomkraft oder in die Tabakindustrie. Wer ethisch und ökologisch korrekt anlegen möchte, kann aber auch in nachhaltige ETF und bei nachhaltigen Banken investieren und muss dabei nicht auf Rendite verzichten, wie Finanztest informiert.

Demnach waren auch für Portfolios, die etwa auf Investitionen in Waffenproduzenten oder die Tabakindustrie verzichteten, in den letzten fünf Jahren Renditen von mehr als sechs Prozent pro Jahr möglich. Und dies in Kombination mit Tagesgeld.

Üblicherweise bilden ETF einen gesamten Index wie etwa den Dax oder den MSCI World ab. Finanztest zufolge können Verbraucher aber auch Geld mit Unternehmen verdienen, die keine schmutzigen Geschäfte machen - etwa Streumunition herstellen, Öl und Kohle fördern oder mit Kinder­arbeit Umsatz erzielen. Nachhaltige ETF verzichten dabei auf solche Firmen etwa aus der Rüstungsindustrie und konzentrieren sich auf die nachhaltigsten Unternehmen einer Branche.

Mit gutem Gewissen zu verschmerzen

Groß ist das Angebot ethischer ETF aber noch nicht. Nur zwei nachhaltige Fonds, die den Weltaktienmarkt in seiner Breite abbilden, sind älter als fünf Jahre. Dabei handelt sich um den "UBS MSCI Socially Responsible"-ETF (ISIN: LU0629459743) und um den "iShares Dow Jones Global Sustainability Screened"-ETF (ISIN: DE000A1JB4P2). Diese streuen mit rund 400 beziehungsweise 500 Werten ihre Anlagen zwar nicht so breit wie der MSCI World mit gut 1600 Werten, aber die Streuung ist immer noch breit genug, um Risiken zu minimieren. Beide ETF folgen dem Best-in-Class-Prinzip. Dies besagt, dass nur die nachhaltigsten Unternehmen einer Branche in den Fonds vertreten sind.

In den letzten fünf Jahren schnitten die genannten Produkte insgesamt nur etwas schlechter ab als die Kombination konventioneller Produkte: Ein "nachhaltiges Portfolio" mit einem 50-Prozent-Mix aus einem nachhaltigen Welt-Aktien-ETF mit nachhaltigem Tagesgeld kam laut Finanztest auf eine Rendite von 6,4 Prozent pro Jahr. Das konventionelle Welt-Aktien-Investment erbrachte im gleichen Mischverhältnis mit Tagesgeld 6,7 Prozent. Eine Differenz also, die mit gutem Gewissen zu verschmerzen sein sollte. Zumal die nachhaltige Variante in den vergangenen drei Jahren etwas besser abgeschnitten hat als die konventionelle, wie die Tester betonen. 

Quelle: n-tv.de, awi

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