Ratgeber

An Garantie gebunden Nicht jede Gas- und Strom-Preiserhöhung erlaubt

imago0159282407h.jpg

Schon ärgerlich.

(Foto: IMAGO/Sabine Gudath)

Trotz vereinbarter Festpreise für Strom und Gas möchte der Anbieter ExtraEnergie die Preise erhöhen. Woran sich die Verbraucherzentrale NRW stört. Die Sache landet vor Gericht. Resultat? Der Anbieter muss weiterhin zu den vertraglich vereinbarten Preisen beliefern.

Man muss sich seinen Vertrag für Gas und Strom schon genau anschauen. Vor allem auch solche mit einer Preisgarantie. Denn allzu viele Energieversorger liebäugeln derzeit mit einem Bruch ihres Preisgarantie-Versprechens und erhöhen dennoch die Preise. Allerdings darf der Energieanbieter nur die Preisbestandteile erhöhen, auf die er keinen Einfluss hat. Drastisch gestiegene Beschaffungskosten gehören nicht dazu.

Diese Erfahrung musste auch der Anbieter "ExtraEnergie" machen. Denn trotz vereinbarter Festpreise für Strom und Gas wollte er die Preise erhöhen. Der Anbieter hatte einen Festpreis mit sogenannten eingeschränkten Preisgarantien angeboten. Das bedeutet, dass lediglich Preisänderungen wegen gestiegener Steuern, Abgaben oder Umlagen zulässig sind – nicht aber, wie geplant, wegen steigender Kosten für die Beschaffung von Energie. Für diese Preissicherheit zahlt man in der Regel etwas mehr im Tarif als für ein vergleichbares Angebot ohne Preisgarantie. Die Preiserhöhung hielt die Verbraucherzentrale NRW für unzulässig und schickte eine Abmahnung. "ExtraEnergie" aber zeigte sich uneinsichtig, weshalb die Sache beim Landgericht Düsseldorf landete.

Lieferung zu vertraglich vereinbarten Preisen

Mehr zum Thema

Mit Beschluss vom 26. August hat nun das Landgericht Düsseldorf dem Antrag der Verbraucherzentrale entsprochen. Damit darf der Anbieter keine Preiserhöhungen für Strom und Gas wegen steigender Beschaffungskosten auf dem Großhandelsmarkt mitteilen, wenn die Verträge eine Preisgarantie enthalten, die auch Beschaffungspreise umfasst. Der Anbieter muss also weiterhin zu den vertraglich vereinbarten Preisen liefern.

Der Beschluss des Gerichts (Az.: 12 O 247/22) schützt alle Kunden der "ExtraEnergie" GmbH, so die Verbraucherzentrale. Dazu gehören auch die Marken "prioenergie" sowie "HitEnergie", die jeweils Strom- und Gasprodukte anbieten. Betroffene sollten sowohl der Preiserhöhung als auch der AGB-Änderung widersprechen und Weiterbelieferung zu den vereinbarten Konditionen fordern. Dazu stellen die Verbraucherschützer diesen Musterbrief bereit.

Quelle: ntv.de, awi

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen