Ratgeber
Dienstag, 04. Juni 2013

Trockene Wände nötig: Sanieren nach der Flut

Flutschäden zu beseitigen, ist teuer. Und auch wer versichert ist, muss bei Aufräumarbeiten einiges beachten.

Schäden durch Hochwasser an Gebäuden und Einrichtungsgegenständen deckt eine Versicherung gegen Elementargefahren ab. Hausratsversicherung und Wohngebäudeversicherung sind nicht ausreichend - eine Erweiterung des Schutzes auf Elementarschäden kann aber bei beiden vereinbart werden.

Durchnässte und verschlammte Wände, Fußböden sind der ideale Nährboden für Schimmelpilze.
Durchnässte und verschlammte Wände, Fußböden sind der ideale Nährboden für Schimmelpilze.(Foto: picture alliance / dpa)

Eine Elementarschadenversicherung springt dann ein, wenn Wassermassen von außen in das Haus eingedrungen sind. Eine gewöhnliche Gebäudeversicherung allein reicht hier nicht aus. Für Schäden an Solaranlagen, durch Feuer, Sturm, Hagel oder Schneelast gibt es Zusatzpolicen.

Hat das Hochwasser die Bausubstanz zerstört, kann ein Hausbesitzer, der gegen Überschwemmungen versichert ist, mit umfassender finanzieller Hilfe rechnen. Notwendige Reparaturen als Folge der Flut bezahlt die Elementarschaden-Versicherung. Sie greift nicht nur beim Haus selber, sondern auch bei versicherten Garagenbauten und anderen Nebengebäuden. Bei einem Abriss oder wenn vermietete Wohnungen vorübergehend nicht benutzt werden können, tritt die Versicherung ein. Da oftmals als Folge der Hochwasserschäden auch Hausrat in Mitleidenschaft gezogen wird, empfiehlt es sich, ihn im Rahmen der Hausratversicherung zusätzlich gegen Elementargefahren abzusichern, wie die Württembergische Versicherung informiert.

Idealer Nährboden für Schimmelpilze

Nach der Dokumentation des Schadensausmaßes – durch Markieren der Wasserstände und Festhalten der Beschädigungen in Foto- oder Video-Aufnahmen – sollten Hausbesitzer das Wasser schnellstmöglich abpumpen und die Räume reinigen, um den Schaden so gering wie möglich zu halten. Allerdings dürfen überschwemmte Räume erst ausgepumpt werden, wenn das Hochwasser abgeflossen und der Grundwasserspiegel niedrig genug ist. Sonst besteht die Gefahr, dass die Bodenwanne des Gebäudes beschädigt wird, erklärt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK).

Ist das Wasser aus den Häusern beseitigt, hinterlässt es feuchte, durchnässte und verschlammte Wände, Fußböden und Einrichtungsgegenstände. Das ist der ideale Nährboden für Schimmelpilze, die gefährliche Folgen für die Gesundheit haben können. Allergien und Asthma sowie Kopfweh, Fieber, Haut- und Schleimhautreizungen kann der Schimmel hervorrufen.

Stark befallene Stellen sollten möglichst schnell gereinigt und desinfiziert werden. Wichtig ist, möglichst wenig oder gar keinen Staub aufzuwirbeln, da sich mit dem Staub die Sporen der Schimmelpilze verbreiten. Es ist auch möglich, die befallenen Bereiche übergangsweise abzudecken oder abzuschotten. Die bei der Sanierung anfallenden, mit Schimmelpilzen belasteten Abfälle können in Plastikbeuteln mit dem Hausmüll entsorgt werden.

Für das Desinfizieren von Schimmelkulturen eignet sich zum Beispiel 80-prozentiger Ethylalkohol (Ethanol) bei feuchten Flächen und 70-prozentiger Ethylalkohol bei trockenen Flächen. Für diese vorübergehenden Maßnahmen sollten Schutzhandschuhe, Mundschutz und Schutzbrille getragen werden, die in Baumärkten erhältlich sind. Außerdem sollte an die Feuer- und Explosionsgefahr bei Verwendung von Alkohol gedacht und deshalb gut gelüftet, nicht geraucht und offenes Feuer vermieden werden.

Im Einzelfall können auch professionelle Entfeuchtungsgeräte hilfreich sein. Trockene Wände sind die beste Vorsorge gegen Schimmelpilzbefall und die Basis für eine dauerhafte Sanierung.

Quelle: n-tv.de

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