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155 Meter hoch, 45 Stockwerke... Deutschlands höchstes Wohnhaus

Wikipedia weiß es mal wieder ganz genau: 73 Gebäude in Deutschland erreichen eine Höhe von mehr als 100 Metern. Fast ausnahmslos sind dies Bürotürme. Doch Platz 16 auf der Liste ist ein reines Wohnhaus - das ist bereits über 40 Jahre alt. Doch wie lebt und wohnt es sich in diesem Giganten? Wir wollten es genau wissen und haben unsere Reporterin losgeschickt: Zum höchsten Wohnhaus Deutschlands!

Wer auf der Hohenzollernbrücke direkt am Kölner Hauptbahnhof steht, kann einen ersten Blick auf das höchste Wohnhaus Deutschlands werfen, das Colonia-Haus. 155 Meter hoch, 45 Stockwerke, rund 350 Wohnungen. Und ein Klingelschild, das einen schwindelig macht...

Wie gut, dass Dieter Grabe, seit über 12 Jahren Pförtner im Colonia-Haus, den Überblick behält: "…ich kenne jeden einzelnen persönlich. Hier im Haus wohnen im Moment 236 Damen und 234 Herren, 37 Hunde, 4 Schulkinder und 2 Kleinkinder in diesem Wohnhaus."

"Ein Gefühl der Freiheit"

Im 39. Stock leben Birgit Lück und Ulrich Vielhauer in ihrer 240 Quadratmeter Wohnung mit Rundumbalkon. Ihr Ausblick beeindruckend! Von den Ahrtal-Bergen über das Siebengebirge bis nach Düsseldorf. Ulrich Vielhauser ist noch immer begeistert: "Es ist für mich ein Gefühl der Freiheit. Und vor allem es kommt keine Langeweile auf, sie sehen immer irgendeine Bewegung draußen."

Weil früher die Wohnräume nicht so groß waren, hat das Paar drei Wohnungen zusammengelegt. Einmal über den Hausflur bitte! Und schon sind sie am Nachmittag auf der Sonnenseite. Doch fühlt man sich nicht in einem Haus mit so vielen Wohnungen auch mal einsam? "Nö, oberhaupt nicht", meint Birgit Lück. "Wenn ich einen zum Reden haben will, wenn mein Mann mal grade nicht da ist, klingeln sie irgendwo. Wir haben hier supernette Nachbarn, und dann gehen sie runter zum Pförtner, mit dem können sie auch reden."

Die Anfänge vor vier Jahrzehnten

1973 ist das Colonia Haus unter der Leitung von Architekt Hendrik Busch entstanden.  Wohnen am Fluss verbunden mit internationaler Hochhausarchitektur. Das war vor allem damals gefragt, erzählt Hausverwalter Michael Petr: "Das kam ja so aus den 60er, 70er Jahren aus Amerika schwappte es rüber und auch in Deutschland wurden immer mehr Hochhäuser gebaut und da wollte die Versicherung auch das höchste Wohnhaus hier bauen, weil die Coloniaversicherung in Köln ihren Sitz hat."

Kölner Dom, die Elefanten im Zoo oder der pulsierende Stadtverkehr: Von hier oben schaut alles aus wie im Miniaturwunderland! Ein Ausblick zum Träumen, meint Birgit Lück: "Wunderschön ist auch, wenn sie abends von der Arbeit kommen und sie gucken hier raus, dann merken sie wie soll ich sagen, dass sie leben. Dass es quirlt, und die Lichter, das muss man einfach erlebt haben."

Totalsanierung ist notwendig

Doch auch am höchsten Wohnhaus Deutschlands nagt der Zahn der Zeit. Eine Totalsanierung steht an. Bis zu 17 Millionen Euro soll sie kosten, so Michael Petr: "Wir müssen auch zeitgerecht an die Fassade rangehen. Das heißt, wir haben Schäden an der Fassade, die wir energetisch dann auch sanieren wollen. Das heißt wir wollen Energie einsparen mit Fenstern, die erneuert werden. Fassadenflächen selber, die Balkonbrüstung und das größte Thema ist die Heizungsanlage. Die soll auch zeitgerecht ausgestattet werden. Eine Umsetzung ist geplant, wenn die Eigentümergemeinschaft dem zustimmt."

Und wer so weit oben wohnt wie Brigit Lück und Ulrich Vielhauer, hat auch ein besonderes Verhältnis zum Wetter. Birgit Lück und Ulrich Vielhauer: "Sie können Wetterprophet werden.Vor allem wissen sie immer wie sie sich anzuziehen haben. Problematisch ist es nur, wenn sie rausgehen, wenn sie hier die Hand raushalten, hier oben ist es kühler, aber Sie können die Mitmenschen warnen, es ist einfach herrlich!

Im höchsten Wohnhaus Deutschlands zu leben für die beiden eine echte Bereicherung! Denn das Colonia-Haus hat eben zu jeder Tageszeit sein ganz eigenes Flair!

Quelle: ntv.de