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Rechnung verschusselt? So kommt's zur negativen Schufa

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Jeder kann einsehen, welche Daten die Schufa gespeichert hat.

(Foto: imago/Sven Simon)

Mit negativem Schufa-Eintrag eine Wohnung suchen, ein Konto eröffnen, einen Kredit beantragen: schwierig bis unmöglich. Wie kommt man eigentlich zu dem Makel? Und wie wird man ihn wieder los?

Etwa jeder Zehnte, der bei der Schufa gespeichert ist, wird in seiner Selbstauskunft auch negative Einträge lesen. Das sind immerhin rund 6,6 Millionen Menschen. Kredite bekommen sie gar nicht oder nur mit sehr hohen Zinsen. Wenn Banken von dem Makel erfahren, kündigen sie häufig bestehende Disporahmen oder Kreditkarten. Neukunden bekommen oft nur ein teures P-Konto statt eines normalen Girokontos. Die Wohnungssuche wird mühsam. Dazu kommen kleine Einschränkungen im Alltag. Laufzeitverträge, etwa mit Mobilfunkanbietern, kommen womöglich nicht zustande, Versandhändler liefern nicht auf Rechnung. Kurz: Einen negativen Eintrag bei Deutschlands größter Auskunftei sollte man besser vermeiden. Aber was muss eigentlich vorfallen, bevor es so weit kommt?

Wer einmal eine Rechnung nicht pünktlich bezahlt, muss sich keine Sorgen machen. Davon erfährt die Schufa erstmal nichts. Kritisch wird es nach der zweiten Mahnung, in der dann auch ein Schufa-Eintrag angedroht wird. Dann hat man zwei Möglichkeiten: Bezahlen oder der Forderung widersprechen. Rührt man sich gar nicht, kann der Gläubiger entweder ein gerichtliches Mahnverfahren einleiten oder die Forderung an ein Inkassounternehmen weiter verkaufen. Beides wird an die Schufa gemeldet und schmälert so die Bonität.

Bei Vertragsverstößen wird's kritisch

Grundsätzlich besteht immer die Gefahr eines Schufa-Eintrags, wenn man sich "nicht vertragsgemäß" verhält. Der Klassiker: Ein Darlehen wird gekündigt, nachdem man mit zwei vollen Raten in Verzug geraten ist. Bei Krediten ohne feste Ratenvereinbarungen reicht es, wenn man zwei Zahlungsaufforderungen nicht nachgekommen ist. Auch wenn die EC- oder Kreditkarte eingezogen wird, weil man sie missbräuchlich eingesetzt hat, landet das im Schufa-Verzeichnis. Das gleiche gilt, wenn die Bank ein Girokonto kündigt, weil es nicht vertragsgemäß genutzt wird. Dafür muss man nicht einmal in betrügerischer Absicht unterwegs sein. Es kann unter Umständen schon reichen, wenn man über das eigene Konto Geldgeschäfte für einen Dritten abwickelt.

Informationen zu Vollstreckungsmaßnahmen landen natürlich ebenfalls bei der Schufa. Wenn man eine eidesstattliche Versicherung abgeben muss, oder per Haftbefehl dazu gezwungen werden soll, bleibt das der Auskunftei nicht verborgen. Genauso wenig, wenn ein Insolvenzverfahren eröffnet wird oder wenn es mangels Masse abgewiesen wird. Pfändungen – auch erfolglose – führen ebenfalls zu einem Negativeintrag.

Um herauszufinden, was die Schufa über einen gespeichert hat, gibt es nur einen Weg: Die Selbstauskunft. Einmal im Jahr können Verbraucher kostenlos abrufen, welche Daten die Schufa über sie gespeichert hat. Das Bestellformular gibt es hier. Ist ein Eintrag fehlerhaft, kann man verlangen, dass er berichtigt wird.

Bezahlt, aber nicht gelöscht

Nur weil eine Forderung inzwischen bezahlt ist, heißt das aber nicht, dass der Negativ-Eintrag verschwindet. Das passiert erst drei Jahre später, gezählt wird ab Jahresende. Wer also heute seine Schulden tilgt, ist den Eintrag erst am 1. Januar 2021 los – vorausgesetzt, der Gläubiger hat der Schufa gemeldet, dass der Fall abgeschlossen ist. Bis zur endgültigen Löschung gibt es nur einen Erledigungsvermerk. Der führt aber immerhin dazu, dass der Scorewert wieder etwas erfreulicher ausfällt. Bleibt eine Forderung offen, wird sie zum Ende des vierten Kalenderjahrs aus dem Verzeichnis gestrichen.

Einfach Aussitzen erfordert aber viel Geduld, wenn die Forderung durch einen Gerichtsentscheid bestätigt ist. Solche titulierten Forderungen können 30 Jahre lang vollstreckt werden. Wer nicht bezahlt, muss also 30 Jahre lang mit dem negativen Schufa-Eintrag leben.

Quelle: n-tv.de

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