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PKV wird immer teurer So spart man bei der Krankenversicherung

Kostenfalle Krankenversicherung? Zumindest ist das Wechseln von privat zu gesetzlich alles andere als leicht. Foto: Kai Remmers

(Foto: dpa)

Privat Krankenversicherte müssen deutlich höhere Beiträge berappen. Nicht jeder kann und will sich das leisten. Ein Tarifwechsel kann Abhilfe schaffen. Finanztest zeigt, wie es geht und worauf zu achten ist.

Warum die Beiträge zur privaten Krankenversicherung steigen, ist schnell erzählt: Zum einen haben die Versicherer immer größere Schwierigkeiten, neue Kunden zu gewinnen. Nicht zuletzt deshalb, weil an System und Tragfähigkeit der privaten Krankenversicherung (PKV) zunehmend gezweifelt wird. Zum anderen erwirtschaften die von den Versicherungen gebildeten Rücklagen am Kapitalmarkt aufgrund der Niedrigzinsphase nicht mehr die nötigen Zinseinnahmen - damit das System stabil bleibt, müssen die Beiträge steigen. Dies ist gesetzlich vorgeschrieben.

Ebenfalls per Gesetz (Versicherungsvertragsgesetz) ist geregelt, dass Versicherte jederzeit einen Wechsel in andere Tarife mit dem sogenannten gleichartigen Versicherungsschutz verlangen können. Wird der Tarifwechsel innerhalb einer Gesellschaft angestrebt, bleiben auch die Altersrückstellungen erhalten und eine neuerliche Gesundheitsprüfung entfällt. Die Versicherungsunternehmen sind auf Anfrage dazu verpflichtet, auch Tarife anzubieten, die bei gleicher Leistung deutlich günstiger sind.

Soweit die Theorie. In der Praxis werden Kunden oft schlecht oder falsch über günstigere Alternativen von ihrer Krankenversicherung informiert, wie Finanztest berichtet. Und das, obwohl der Verband der Privaten Krankenversicherer die sogenannten "Leitlinien für einen transparenten und kundenorientierten Wechsel" zum Thema herausgegeben hat.

Mit Geduld und Spucke

Was also tun? Nur den Selbstbehalt zu erhöhen oder auf Leistungen zu verzichten, um seinen Beitrag zu senken, ist laut Finanztest keine gute Idee. Das gleiche gilt für einen Wechsel in die vergleichsweise günstigsten Standard- oder Basistarife. Das Leistungsniveau liegt bei diesen Tarifen auf dem der gesetzlichen Krankenkassen.

Wechselwilligen bleibt oft nur, den eigenen Vertrag Punkt für Punkt mit möglichen Alternativen zu vergleichen. Eine Heidenarbeit und für Laien nicht leicht zu durschauen. Im Umgang mit der Versicherung ist vor allem Hartnäckigkeit gefragt, Kunden müssen sich auf mehrmaliges Nachfragen einstellen. Hierbei werden am besten Fristen gesetzt. Wem der Aufwand zu hoch ist, der sucht sich fremde Hilfe bei Versicherungsmaklern, Versicherungsberatern oder auch Rechtsanwälten. Deren Leistungen werden in Form eines Honorars fällig, welches sich entweder an der Höhe der Ersparnis, einem festen Stundensatz oder einem Pauschalbetrag bemisst.  

Ist ein günstigerer Tarif gefunden, sollten Versicherte wechseln. Hat die Umstellung allerdings mehrere Monate gedauert, sollten Kunden darauf bestehen, rückwirkend in den preiswerteren Tarif eingestuft zu werden.

Quelle: n-tv.de, awi

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