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Zähneknirschen an Zapfsäule Tanken immer teurer: Tipps, wie Autofahrer sparen

15.09.2026, 20:35 Uhr
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Damit es an der Zapfsäule nicht ganz so weh tut: Mit Apps, Timing und Fahrstil lässt sich beim Sprit etwas sparen. (Foto: dpa)

Die Spritpreise sind teils auf Rekordniveau. Wer Preise vergleicht, zur richtigen Uhrzeit tankt und den Fahrstil anpasst, kann den Geldbeutel zumindest ein wenig entlasten.

Die Spritpreise erreichen Rekordhöhen, die Politik diskutiert Gegenmaßnahmen. Viele Autofahrer stehen aber jetzt zähneknirschend an der Zapfsäule. Was hilft? Das Auto stehen lassen, können vermutlich die wenigsten. Mit ein paar Kniffen kann man immerhin etwas Geld sparen. Hier sind die fünf Ratschläge, die einfach zu beherzigen sind:

Apps checken

Wo ist der Sprit in der Umgebung am günstigsten? Preisvergleich-Apps wie "ADAC Drive", "ACE-App", "Clever Tanken", "mehr-tanken" oder "PACE Drive" geben einen Überblick - es gibt eine Vielzahl zugelassener Dienste, die ihre Preise von der Markttransparenzstelle für Kraftstoffe beziehen, so das Bundeskartellamt. Sie sind auf der Website der Behörde aufgelistet.

Auch die verbreitete Kartenapp "Google Maps" zeigt Tankstellen und deren aktuelle Preise für einen Liter Superbenzin an. (Was E10, Diesel oder Super Plus kosten, wird mit einem Fingertipp auf die einzelne Tankstelle eingeblendet.)

Bestenfalls checkt man die Preise vor dem Losfahren. Auf längeren Fahrten kommt man um den Vergleich unterwegs aber nicht herum.

Vor dem Mittag tanken

Auch die Uhrzeit spielt eine wichtige Rolle. In Deutschland gilt seit April die 12-Uhr-Regel: Das bedeutet, die Tankstellen dürfen nur einmal am Tag - um 12.00 Uhr - die Preise anheben, in der restlichen Zeit sind nur Preissenkungen erlaubt. Heißt: Bestenfalls vor der Mittagszeit tanken. Und dann wieder Richtung später Nachmittag bis Abend, denn erst ab etwa 17.30 Uhr liegen die Preise wieder unter Tagesdurchschnitt, wie Auswertungen etwa des ADAC nahelegen.

Kurze Umwege in Kauf nehmen - bei längeren genau rechnen

Ob sich ein Umweg fürs Tanken lohnt, hängt davon ab, wie viel man tanken möchte, wie viel Geld man pro Liter an der günstigeren Tankstelle spart und wie viel Kraftstoff das Auto für die mehr gefahrene Strecke dorthin verbraucht.

Einfach gesagt, gilt: Je länger die Strecke ist, desto niedriger muss der Preis an der anderen Tankstelle sein:

  • Ein kurzer Umweg, etwa zum Abfahren von der Autobahn, lohnt sich oft, da die Preisunterschiede dort teils enorm sind.

  • Wer in der Nähe eines Nachbarlands mit deutlich geringerem Spritpreisniveau wohnt - Polen zum Beispiel -, sollte in Ruhe rechnen und dabei auch überlegen, ob die zusätzliche Fahrzeit, der Verschleiß des Autos und der Stress die errechnete Ersparnis wert sind.

Diese vier Tipps des ADAC Hessen-Thüringen können zudem helfen, Sprit zu sparen:

Tempo herausnehmen

Je schneller ein Auto fährt, desto größer wird sein Luftwiderstand - und damit auch sein Verbrauch. Ein Beispiel: Wer im Mittel mit 100 Kilometer pro Stunde statt 120 km/h fährt, kann auf der gleichen Streckenlänge rund 15 Prozent Kraftstoff einsparen. Wer dagegen 160 km/h fährt, verbraucht rund 50 Prozent mehr, als es im Vergleich zu einem mittleren Tempo von 100 km/h der Fall wäre. Der Verkehrsclub macht eine Rechnung mit einem Benziner auf, der bei einem mittleren Tempo von 100 km/h rund 6,7 Liter Super auf einer Strecke von 100 Kilometern verbraucht. Bei einer Geschwindigkeit von 160 km/h steigt der Verbrauch auf 10,1 Liter pro 100 Kilometer. Bei einem angenommenen Preis von 2,30 Euro pro Liter kostet das schnellere Fahren pro 100 Kilometer etwa 7,82 Euro mehr.

Clever schalten

Neben der grundsätzlich mäßigen Geschwindigkeit kann das richtige Schalten Sprit sparen: Vor allem hochtouriges Fahren - mit einer Drehzahl von mehr als 2000 Umdrehungen pro Minute - lässt den Verbrauch ansteigen. Besser ist es, beim Beschleunigen so früh wie möglich hochzuschalten, um hohe Drehzahlen zu vermeiden. Das gewählte Tempo sollte dann mit einer möglichst niedrigen Drehzahl beibehalten werden. Zurückschalten sei in der Regel erst nötig, wenn der Motor ruckelt oder zu brummen beginnt, so der ADAC. Viele moderne Autos zeigen auch Gangempfehlungen im Display an.

Immer wichtig: Möglichst mit konstanter Geschwindigkeit und vorausschauend fahren - falls vorhanden, kann dafür ein Tempomat genutzt werden. Wer von Weitem eine rote Ampel sieht, kann die Motorbremse nutzen und bei eingelegtem Gang vom Gas gehen. Dabei wird die Kraftstoffzufuhr der meisten Autos komplett abgesperrt - die sogenannte Schubabschaltung.

Reifendruck optimieren

Wer sicher, komfortabel und sparsam fahren will, sollte den Luftdruck der Reifen regelmäßig kontrollieren. Schon ein um 0,3 bar reduzierter Druck steigert den Rollwiderstand und sorgt für unnötigen Mehrverbrauch. Wer weiter sparen will, kann - sofern dies in der Bedienungsanleitung beschrieben ist - den vom Fahrzeughersteller empfohlenen Reifenluftdruck leicht erhöhen.

Gewicht reduzieren

Hier gilt grundsätzlich: je weniger, desto besser. Jedes zusätzliche Gewicht an Bord oder in Aufbauten wie Dachboxen führt am Ende zu einem höheren Kraftstoffverbrauch. Als Faustformel nennt der Verkehrsclub: 100 Kilogramm Zusatzlast führen zu bis zu 0,3 Liter Mehrverbrauch pro 100 Kilometer. Wer etwa aus dem Urlaub zurückgekommen ist, sollte daher nicht mehr benötigte Gegenstände aus dem Auto räumen und etwaige Aufbauten abmontieren. Speziell in der Stadt wirkt sich das Gewicht einer Zuladung negativ auf den Spritverbrauch aus. Jedes Anfahren und jede Beschleunigung kostet extra Sprit.

Quelle: ntv.de, awi/dpa

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