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Kinderkrankentage genutzt? Wann eine Steuererklärung fällig ist

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Grundsätzlich ist das Kinderkrankengeld steuerfrei. Allerdings zählt sie - genau wie das Eltern- oder auch das Kurzarbeitergeld - zu den Lohnersatzleistungen.

(Foto: imago images/photothek)

Ist das eigene Kind krank oder bleibt wegen der Corona-Pandemie-Maßnahmen zu Hause, erhalten Eltern bezahlte Kinderkrankentage. Dieses Kinderkrankengeld ersetzt in der Regel 90 Prozent des Nettogehalts. Arbeitnehmer beantragen es bei ihrer Krankenkasse. Das gilt aber nur für Kinder, die unter 12 Jahre alt und gesetzlich mitversichert sind und wenn ein Arzt attestiert, dass Eltern zur Beaufsichtigung, Betreuung oder Pflege ihres erkrankten und gesetzlich versicherten Kindes der Arbeit fernbleiben müssen. Außerdem ist Voraussetzung, dass keine andere im Haushalt lebende Person dies übernehmen kann.

Grundsätzlich ist diese Leistung steuerfrei, erklärt der Lohnsteuerhilfeverein Vereinigte Lohnsteuerhilfe (VLH). Allerdings zählt sie - genau wie das Eltern- oder auch das Kurzarbeitergeld - zu den Lohnersatzleistungen. Und diese Leistungen unterliegen dem Progressionsvorbehalt, wodurch der persönliche Steuersatz steigt.

Bei mehr als 410 Euro wird Steuererklärung fällig

Das funktioniert so: Das Kinderkrankengeld wird am Ende des Jahres auf das Einkommen hinzugerechnet, um den Steuersatz zu ermitteln. Dadurch erhöht die ursprünglich steuerfreie Ersatzleistung den persönlichen Steuersatz, mit dem das restliche Einkommen versteuert wird. Obwohl die Lohnersatzleistung steuerfrei ist, können so doch mehr Steuern fällig werden.

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Daher müssen Mütter oder Väter, die mehr als 410 Euro im Jahr am Lohnersatzleistungen erhalten, eine Steuererklärung abgeben. Die Summe des Kinderkrankengelds wird im Mantelbogen unter "Einkommensersatzleistungen" eingetragen. Dazu sollten Betroffene von ihrer Krankenkasse eine "Bescheinigung für das Finanzamt" erhalten haben, worin die Höhe des Kinderkrankengelds vermerkt ist.

Je Kalenderjahr hat jeder Elternteil, bei dem die genannten Voraussetzungen vorliegen, pro Kind maximal für zehn Arbeitstage Anspruch auf Kinderkrankengeld. Bei Alleinerziehenden verdoppelt sich der Anspruch auf bis zu 20 Arbeitstage je Kind. Bei mehreren Kindern erhöht sich die Anspruchsdauer entsprechend. Insgesamt hat jeder Elternteil Anspruch auf höchstens 25 Arbeitstage Kinderkrankengeld pro Kalenderjahr. Für Alleinerziehende gilt hier die Höchstdauer von bis zu 50 Arbeitstagen. Tage, an denen Arbeitgeber ihre Beschäftigten bezahlt freistellen, werden hierauf angerechnet. An diesen Tagen ruht das Kinderkrankengeld.

Quelle: ntv.de, awi/dpa

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